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Musikalischer Frühling

15.04.2015

Haydn poltert von der Empore

Ingrid Fraunholz (vorn Mitte) und Bernhard Löffler (hinten Mitte) brachten mit dem Niederbayerischen Kammerphilharmonie und dem Frauenchor Corda vocale ein exzellentes Mozartkonzert nach Burgau.
Bild: Adlassnig

Corda vocale mit „Moz & Art“

Nicht zum ersten Mal luden Bernhard Löffler und Ingrid Fraunholzer in die Christuskirche nach Burgau ein. Ihr Frauenchor Corda vocale widmete sich mit der Niederbayerischen Kammerphilharmonie am Sonntagnachmittag unter dem Titel „Moz & Art” den Werken Mozarts, die von Mozartportraits optisch begleitet wurden. Dafür hatten die Veranstalter ausschließlich Werke von überwiegend deutschen Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts gewählt, die Bernhard Löffler zwischen den Musikstücken kurz vorstellte.

Musikalisch bot sich ein Konzert mit Orgeleinleitung durch Löffler, der sich den Spaß erlaubte, als Haydn von der Orgelempore zu poltern, um das Konzert zu eröffnen. Das „Divertimento” in D-Dur wurde zur furiosen Eröffnung durch das Orchester, das sich aus professionellen Musikern der Regionen Ostbayern, Österreich und Tschechien zusammensetzt. Auch diese Gruppe wird von Musikdirektor Bernhard Löffler geleitet. Begeistern konnten die Niederbayern auch mit ihrem „Dies Irae – Tuba Mirum”. Atemberaubend der erste Satz, getragen und sensibel der zweite. Ebenso die ersten beiden Sätze der „Kleinen Nachtmusik”, die nur all zu oft als süßlicher Gassenhauer daherkommt, in Burgau aber in ihrer ganzen kompositorischen Schönheit zum Tragen kam. Zu den Höhepunkten des Konzertes zählten die Soli von Ingrid Fraunholz: allen voran das ergreifende „Alleluja” (KV 165), ebenso kraftvoll wie warm, mit geschmeidigen Koloraturen, in vollkommener Harmonie mit dem Orchester, ein beglückender Ohrenschmaus. Das kurze, ebenso großartige vorgetragene „Ave Verum” (KV 618) erlaubte den Konzertbesuchern einen weiteren Sologenuss der Gesangsdozentin.

„Missa brevis” in D-Dur, die Kurzmesse, ist 1793 als erste aller Mozartschen Messen gedruckt worden, was für die große Beliebtheit dieser Komposition schon im 18. Jahrhundert spricht. Der Corda vocale gelang es, die gefällige, raumgreifende Tonsprache der Messe umzusetzen. Trotz anfänglicher Unpässlichkeiten der Solistinnen, die sich gegen das starke Streicherensemble durchsetzen mussten, wurde die „Missa brevis” zum ausdrucksstarken Auftritt des Frauenchors, der im „Lautade Dominum” gemeinsam mit Ingrid Fraunholz brillierte. Auch die Leistung des Chors Corda vocale, zu deutsch Stimmband, verdient alle Hochachtung. Denn anders als die Profis – Instrumentalisten, Fraunholz und Löffler – setzt sich der kleine Chor aus Frauen zusammen, die zwar große Freude am Singen haben und sich einer intensiven Stimmbildung durch Ingrid Fraunholz unterziehen, aber als Laien musizieren. Sie kommen aus ganz Bayern zusammen und treffen sich lediglich zu Projekten, in denen sie ihre Auftritte einstudieren.

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