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Innovation

24.10.2018

Hier bleibt der Strom „in der Familie“

Schick ist sie, die Batterie für Sonnenenergie, die selbst im Wohnbereich nicht mehr stört. Robert Specht, Geschäftsführer von Energeticum, ist begeistert von seiner Kooperation mit dem Allgäuer Unternehmen „Sonnen“.
Bild: Gertrud Adlassnig

Die Balzhauser Firma Energeticum montiert nicht nur Photovoltaikmodule. Mit einem Partner macht sie Energieversorgung zu einem Gemeinschaftsprojekt

Robert Specht ist auf Zukunftskurs. Der Gründer und Geschäftsführer der Energeticum GmbH Balzhausen arbeitet mit Elan und Innovation an der Energiewende mit. Vor 14 Jahren hat er im elterlichen Anwesen eine Gesellschaft zur Installation von Photovoltaikanlagen gegründet, mittlerweile dominiert sein Unternehmen den südlichen Ortsausgang von Balzhausen.

Energeticum hat die Krisen der Branche überstanden, Robert Spechts Unternehmen erlebte bis 2012 eine steile Aufwärtstendenz. Nach der Flaute von 2013 bis 2015 hat sich das Unternehmen nicht nur konsolidieren können, sondern verzeichnet wieder Steigerungsraten. Auch, weil Energeticum auf Qualität und zertifizierte Produkte setzt – ohne seltene Erden, ohne Gifte und ohne Kinderarbeit hergestellt.

Die Firma montiert nicht nur Photovoltaikmodule auf Dächer. Das Unternehmen plant, optimiert und kontrolliert Systeme für den individuellen Bedarf. „Wir haben inzwischen mehr als 6300 Kunden“, erklärt Robert Specht. Mit seinem neuesten Produkt, das Energeticum gemeinsam mit der Allgäuer Firma „Sonnen“ – einem der größten Stromspeicherhersteller für Sonnenenergie – entwickelt hat, ist es der Balzhauser Firma erneut gelungen, den Markt mit innovativen Angeboten für alte und neue Kunden attraktiv zu machen. Sonnen ist weltweit tätig und Marktführer für Stromspeicher. „Sonnen spielt bei dem Ranking der Umsatzsteigerung in einer Liga mit Amazon oder Facebook“, erklärt Robert Specht, der stolz ist, von dem Global Player als Partner entdeckt worden zu sein.

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Sonnen ist 2011 bei Energeticum eingestiegen. So kann Robert Specht nicht nur seine Ideen zum optimalen Handling von PV-Anlagen bei deren Installation und Realisierung einbringen, sondern die Produkte von Sonnen optimiert für die Bedürfnisse seiner Kunden anbieten. Anders als noch vor einigen Jahren sind die Energiespeicher inzwischen zu schicken Objekten weiterentwickelt worden, die überall im Haus aufgestellt werden könnten. Doch die Ästhetik ist nur ein nebensächlicher Aspekt. Der Fokus bei der neuen Energieversorgung liegt in der schon jetzt möglichen Unabhängigkeit von externen Energielieferanten. Das von Sonnen konzipierte und von Energeticum aufgenommene System einer „Sonnen-Communtity“ bietet Besitzern von Photovoltaikanlagen ein System, bei dem der Kunde seinen Strom selbst nutzt, über eine Batterie seinen Strom „lagern“ kann und über einen sogenannten – ebenfalls von „Sonnen“ entwickelten – „Heater“ das Wasser seiner Zentralheizung wärmen kann. Auch eine intelligente Ladestation für Elektroautos gehört zu den möglichen Komponenten der Energienutzung. Das Besondere an der „Sonnen-Community“: Bei Mehrbedarf eines Haushalts kann aus der „Community“ eine bestimmte Menge Strom kostenlos bezogen und bei Überschuss der Strom an die Gemeinschaft zum Marktpreis abgegeben werden. Für diese Versorgungs-Flatrate wird ein monatlicher Festbetrag bezahlt, in den Kosten vergleichbar mit einem Internet- und Festnetzanschluss. In diesem Betrag sind auch die Gebühren für die Netze enthalten.

Das System funktioniert ähnlich einer Telefon-Flatrate: Der Kunde kann bis zu einer bestimmten Menge Strom aus der „Community“ beziehen – wenn es mehr wird, zahlt er diesen extra zum Marktpreis. Doch, erklärt Robert Specht, wenn die Planung stimmt und die passende Faltrate gewählt wurde, kommen solche Überziehungen so gut wie nicht vor. Das System funktioniert, erklärt Specht, weil es nicht nur die Privatinteressen der Photovoltaiknutzer bedient, sondern auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen bringt. Denn Stromproduktion und Strombedarf gehen nicht konform. In der Regel müssen die Stromproduzenten Bedarfsspitzen abdecken und Schwankungen im Stromnetz auffangen. Mit der Integration des eigenen kleinen Systems in die große Gemeinschaft können die Batterien genutzt werden, um kurzfristige Schwankungen im deutschen Stromnetz auszugleichen.

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