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Zusmarshausen

27.04.2015

Hier drehen sich bald die Windräder

Die Firma Vento Ludens hat am Samstag im Scheppacher Forst über den Bau ihres Windparks informiert. In den kommenden Monaten soll es regelmäßig Baustellenführungen geben.
Bild: Peter Wieser

Der Betreiber Vento Ludens informiert im Scheppacher Forst über den Bauverlauf. Die Teilnehmer haben viele Fragen, aber auch Kritik

Der Weg führt über die staubige Baustraße entlang der Autobahn, vorbei an grünen Wiesen und gelben Rapsfeldern. Nach knapp drei Kilometern, kurz nach dem Solarpark, sind die Baucontainer erreicht. Dort, im Scheppacher Forst, auf der nördlichen Seite der Autobahn, soll der Windpark mit acht Windrädern und einer Gesamtnennleistung von 19,2 Megawatt entstehen. Drei der acht Anlagen werden sich im Gemeindegebiet Jettingen Scheppach befinden, die anderen fünf im Gemeindegebiet Zusmarshausen. Seit Anfang April sind bereits die Wegebauarbeiten im Gange.

Am Samstag hat das Jettinger Unternehmen Vento Ludens, das den Windpark errichtet, nun zum ersten Mal Baustellenführungen angeboten. Bürger konnten sich dabei nicht nur über den Bauverlauf informieren, sondern auch fragen und diskutieren. Am Vormittag fanden sich fast 30 Interessierte, alle aus der näheren Umgebung, am Baubüro ein.

Etwa 199 Meter hoch sollen die Windräder werden, mit einer Nabenhöhe von etwa 141 und einem Rotordurchmesser von 117 Metern. Aufgrund der neuen 10-H-Regelung (der Abstand zu Wohngebieten muss zehnmal so weit sein wie die Windräder hoch sind) wurde die Zahl der Windräder von 14 (jeweils sieben auf beiden Seiten der Autobahn) auf nur noch acht (komplett auf nördlicher Seite) reduziert (wir berichteten). Immer wieder war das Projekt umstritten, eine Bürgerinitiative sammelte Unterschriften. Auch am Samstag ärgerten sich einzelne Besucher über den Umgang mit den Bürgern und den Eingriff in die Natur – egal ob bei 14 oder bei jetzt nur noch acht Windrädern.

„Warum hat man sich gerade für dieses Gebiet entschieden?“ oder „Wie wird der produzierte Strom abgeführt?“ waren neben einer eventuellen Brandgefahr nur einige der Fragen, die Vento-Ludens-Geschäftsführer Joachim Finkel detailliert beantwortete. Finkel verwies auf die langwierigen Prozesse des Regionalplans Donau-Iller in der Vergangenheit. Zudem sei bereits durch die Autobahn eine Vorprägung vorhanden. Der erzeugte Strom werde über eine 20-KV-Leitung unter der Erde dem Umspannwerk nahe des Burgauer Bahnhofs zugeführt und anschließend in das Netzt eingespeist.

Ende Juni soll mit dem Bau der einzelnen Ringfundamente mit einem Durchmesser von 21,5 Metern begonnen werden. Sie werden ähnlich wie Pfahlbauten auf sogenannten Rüttelstopfsäulen in einer Tiefe von acht bis zwölf Metern im Boden stehen. Dazu müssen mehr als 600 Kubikmeter Beton eingebracht werden, was jeweils 60 bis 70 Lastwagen-Ladungen entspricht.

Bei der eineinhalbstündigen Führung über das Gelände ging Christian Oberbeck, Technischer Leiter bei Vento Ludens, insbesondere auf den landschaftspflegerischen Begleitplan und die Ausgleichsmaßnahmen zu dem Projekt ein. Dabei wurde vor allem eines deutlich: Nach Ende der 20-jährigen Laufzeit kann der Betrieb entweder mittels Gutachten verlängert werden – das sogenannte Repowering. Oder die Anlage wird im Sinne einer kompletten Renaturierung restlos zurückgebaut – anders als bei anderen Energiequellen, sagte Oberbeck.

Im März 2016 soll der Windpark in Betrieb genommen werden. Vento Ludens möchte nach eigenen Angaben einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Windenergie in Bayern leisten und zu einer nachhaltigen Energieerzeugung beitragen.

Das Unternehmen möchte zu jedem Bauabschnitt – etwa einmal im Monat – mit Führungen über den Bauverlauf informieren. Die nächste soll voraussichtlich am Sonntag, 31. Mai, stattfinden.

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