Newsticker
Bericht: Merkel lässt sich am Freitag mit AstraZeneca impfen
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Hier lernen Lehrer, wie man Mathematik spielerisch lernt und versteht

Ichenhausen

07.11.2019

Hier lernen Lehrer, wie man Mathematik spielerisch lernt und versteht

Zusammen klebt es sich leichter: Iris Hildensperger (links), pädagogische Mitarbeiterin des Schulmuseums, und Grundschullehrerin Ute Zimmermann bauen aus einem Bastelbogen einen Fußball.
2 Bilder
Zusammen klebt es sich leichter: Iris Hildensperger (links), pädagogische Mitarbeiterin des Schulmuseums, und Grundschullehrerin Ute Zimmermann bauen aus einem Bastelbogen einen Fußball.

Eine Sonderausstellung im Bayerischen Schulmuseum Ichenhausen dreht sich um die Faszination der Mathematik. Lehrer und Pädagogen aus dem Landkreis Günzburg haben dabei in einem Workshop geübt, wie man Kinder für das Fach begeistern kann.

Vielen geht es wohl so: Denkt man zurück an Mathetests in der Schule, bekommt der ein oder andere ein Bauchgrummeln. Abstrakte Zahlen, Formeln und Regeln – viele Erwachsene können sich darunter nichts vorstellen. Kindern geht es da nicht viel anders – natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel. Wie man Schüler an die Schuldisziplin trotzdem heranführen kann, zeigt nun die Ausstellung „Mathematik zum Anfassen“ im bayerischen Schulmuseum Ichenhausen, welche bis zum 5. April nächsten Jahres zu sehen ist.

Im Rahmen der Eröffnung gibt es für Lehrer und Museumspädagogen einen Einführungskurs mit Albrecht Beutelspacher, dem Direktor des Mathematikums Gießen. Mit Papier, Schere und Klebestift erfahren die Teilnehmer, wie man Kindern Geometrie und Stochastik einfach erklären kann.

Beim Anfassen bekommen Kinder ein Gefühl für Räumlichkeit und Maße

Klassenleiterin Ute Zimmermann von der Grundschule Jettingen-Scheppach findet vor allem die dreidimensionale Darstellung von Gegenständen wichtig. „Im Schulalltag sehen die Kinder vor allem zweidimensionale Zeichnungen.“ Auch zu Hause etwa vor dem Fernseher oder auf dem Smartphone wird die Wirklichkeit nur in zwei Dimensionen wiedergegeben.

Das Eckige muss ins Eckige: Die Geschwister Luise, 6, und Philipp, 4, Ost aus Ichenhausen versuchen sich an einer der insgesamt 30 Ausstellungsstationen.

Wer die Formen aber anfasst und dreht, bekommt eher ein Gefühl für Räumlichkeit und Maße, erklärt die Grundschullehrerin. Neben dem ästhetischen sei auch der spielerische Zugang wichtig – etwa beim Basteln.

Die Workshop-Teilnehmer erhalten unter anderem einen Papierbogen zum Bauen eines dreidimensionalen Fußballs. Denksportaufgaben zwischendurch sollen die Konzentration hochhalten. In einer Aufgabe sollen aus einer Pizza mit nur drei Schnitten möglichst viele Stücke entstehen. Als Erweiterung wird danach die Überlegung mit einem Donut gemacht. Die Teilnehmer erfahren, wie man aus zwei aufeinandergeklebten und in der Mitte durchgeschnittenen sogenannten Möbiusbändern zwei in sich verschlungene Herzen bilden kann.

Manche Aufgaben sind für Zimmermanns Schüler zu anspruchsvoll. Doch die Lehrerin möchte die ein oder andere Idee in ihrem Unterricht aufgreifen. „Man muss es auf die jeweilige Jahrgangsstufe herunterbrechen. Im Grunde geht es nur darum, praxisorientierter zu unterrichten.“

So wichtig ist die Mathematik im Alltag

Kursleiter Beutelspacher, der zusammen mit dem Mathematikum die Ausstellung im Ichenhauser Schulmuseum eingerichtet hat, möchte den Leuten die Angst vor Zahlen nehmen. „Mathe ist etwas völlig Entspanntes mit tollen Geistesblitzen.“ Ohne Mathematik würde das heutige Leben der Menschen nicht funktionieren. Mathematik ist die Sprache für Technik im Alltag. „Wir sind heute mehr denn je von Zahlen umgeben.“ Für einen mündigen Bürger sei es wichtig, mit Mengen umgehen zu können und diese richtig einzuordnen. „Nur wer zum Beispiel eine Statistik lesen kann, kann den Hintergrund auch interpretieren.“

Johanna Haug, der Leiterin des Schulmuseums, ist es ein besonderes Anliegen, die traditionelle Sonderausstellung dieses Jahr mit der Formen- und Zahlenlehre zu besetzen. „Viele haben ein Bedürfnis nach Mathematik, die Spaß macht.“ Ziel der Ausstellung sei, niederschwellig den Zugang zu Mathe für Jung und Alt zu gestalten. Manche Stationen sind leichter, andere anspruchsvoller. Für Schulklassen gibt es ein Gruppenangebot mit Führung und Workshop. „Es haben sich bereits 2500 Schüler angemeldet.“ Zehn Schulklassen können die Museumspädagogen pro Woche betreuen. „Wer die Ausstellung mit Gruppen besuchen möchte, sollte bei der Anmeldung schnell sein“, sagt Haug.

Die Sonderausstellung ist nicht nur für Gruppen gedacht

Nicht nur Gruppen können die Ausstellung besuchen. „Mathematik zum Anfassen“ ist auch für die Öffentlichkeit gedacht. „Jeder ist eingeladen, der Mathematik von einer neuen Seite kennenlernen möchte.“ Es gelten die Öffnungszeiten des Schulmuseums.

„Mathematik zum Anfassen“ im Schulmuseum Ichenhausen geht bis zum 5. April 2020. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet vier Euro, ermäßigt zwei Euro. Gruppen müssen sich anmelden unter 08223/6189. Termine auf der Internetseite des Schulmuseums.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren