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Reisensburg

13.06.2019

Hilfe, es brennt! Wie Feuerwehrente Paula Print den Brand löschen kann

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Zeitungsente Paula Print ist mutig und traut sich ganz nah an den Tisch von Brandexpertin Angelika Orner, während sie Holzstaub auf ein brennendes Teelicht träufelt. Das brennt wie Zunder und gibt eine heiße Stichflamme.
Bild: Lea Binzer

Bei der Kinderfeuerwehr Reisensburg lernt die Zeitungsente, wie ein Brand entsteht und was zu tun ist, um ihn zu löschen. Warum das auch mal brenzlig werden kann.

Reisensburg Zeitungsente Paula Print macht gleich eine brandneue Erfahrung – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn heute lernt sie zusammen mit den Kindern der Kinderfeuerwehr Reisensburg, wie ein Brand entsteht und wie sie ihn wieder löschen kann. Ganz aufgeregt watschelt Paula auf das Feuerwehrhaus zu und sieht schon von Weitem das große, rote Feuerwehrauto davor stehen. Es wurde aus seiner riesigen Garage gefahren, damit Platz für die Brandexperimente ist.

Vor dem Feuerwehrhaus erwarten Paula schon Jürgen Anwald, Norbert Stelzle und Markus Mayrhofer von der Freiwilligen Feuerwehr Reisensburg. Sie sind für die 18 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren von der Kinderfeuerwehr zuständig, wie die Zeitungsente erfährt. Um sie herum springen ein paar Kinder, die alle dasselbe, dunkle T-Shirt tragen. Auf dem Rücken ist ein grüner Drache mit rotem Feuerwehrhelm zu sehen, der einen Löschschlauch hält. Dieser bildet die Worte „Kinderfeuerwehr Reisensburg“. „Ihr seht ja toll aus“, ruft Paula ihnen zu.

Für einen Brand ist Sauerstoff nötig

Eine Frau trägt zwei Kisten in die Garage und baut deren Inhalt auf einem Tisch auf. Gegenüber stehen ein paar Holzbänke, auf denen schon einige Kinder sitzen. An den Wänden hängen blau-orange Feuerwehrjacken. Auch ganz viele weiße und orange Feuerwehrhelme sieht Paula. Bei der Frau handelt es sich um Angelika Orner von der Freiwilligen Feuerwehr Wasserburg. Sie zeigt den Kindern heute, wie Brände entstehen und wie sie diese löschen können.

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„Als Feuerwehrmänner brauchen wir eine Ausbildung zum Löschen von Bränden“, beginnt Norbert Stelzle. „Dazu ist es für uns wichtig, zu wissen, was brennt und was wir dann tun müssen“, ergänzt Angelika Orner. Das klingt für die Zeitungsente logisch. Auch die Kinder nicken. Dann fragt sie in die Runde, wer denn wisse, was man brauche, damit ein Brand entstehe. „Sauerstoff“, ruft eines der Kinder.

Es gibt fünf Brandklassen

Das hätte Paula nicht gewusst und ist beeindruckt. „Richtig“, sagt Orner und zeigt an einem Beispiel, was passiert, wenn nicht genug Sauerstoff vorhanden ist: Sie zündet auf dem Tisch vor ihr ein Teelicht an und stülpt ein Glas darüber. Nach kurzer Zeit geht die Kerze aus, denn: „Die Kerze verbraucht mehr Sauerstoff, als unter dem Glas vorhanden ist“, weiß ein anderes Kind.

Doch für einen Brand braucht es neben Sauerstoff noch zwei weitere Dinge: eine Energiequelle, wie Wärme, und einen brennbaren Stoff. Und davon gibt es eine ganze Menge, wie die Zeitungsente lernt: Gas, Holz, Papier, Öl oder Benzin zum Beispiel – also gasförmige, feste oder flüssige Stoffe. Auch Metalle oder Fette können brennen. Aber alle fünf Stoffe brennen unterschiedlich, weshalb sie in fünf verschiedene Klassen, sogenannte Brandklassen, unterteilt sind. Bei festen Stoffen wie Holz sieht man etwa zum Teil nur Glut, manchmal auch eine Flamme, bei flüssigen und gasförmigen Stoffen nur eine Flamme. Von so vielen neuen Informationen raucht Paula fast der Kopf.

Feine Stoffe brennen besser

Manche Stoffe brennen auch besser als andere. Angelika Orner zeigt das den Kindern und Paula Print anhand von Holz: Ein großer Holzklotz brennt schlecht, ein dünner Holzstab ganz gut. Das ist aber nichts im Vergleich zu Holzstaub. Dafür zündet Orner ein Teelicht an und träufelt ein Teelöffelchen von dem feinen Pulver über die brennende Kerze. Eine große, heiße, leuchtend gelbe Stichflamme ist das Ergebnis. Die Kinder und die Zeitungsente reißen vor Erstaunen die Augen auf und rufen „Wow“. Und weil das so spannend war, wiederholt Orner das Experiment noch ein paar Mal. Paul traut sich dabei sogar bis zum Tisch vor. „Feine Stoffe brennen besser, weil sie sich verteilen und sich so mehr Sauerstoff um sie herum anlagern kann“, erklärt die Brandexpertin das Phänomen.

Dann erfährt Paula, dass manche Stoffe von selber anfangen können, zu brennen. Oder sie brennen nicht selber, sondern deren Dämpfe, wie bei einer Kerze. Denn durch die Flamme wird das Wachs flüssig und setzt Dämpfe frei, die brennen. „Der Docht ist nur dazu da, damit die Kerze ganz runter brennt“, sagt Orner. Und auch die Mischung von brennbarem Stoff, Sauerstoff und der Energiequelle ist wichtig, damit ein Brand entstehen kann.

Auch beim Löschen sind die Brandklassen wichtig

Jetzt ist Paula aber neugierig, zu erfahren, wie man einen Brand löscht. „Entweder man nimmt die Wärme, den Sauerstoff oder den brennbaren Stoff weg“, sagt Orner und zeigt das bei Petroleum, einer Flüssigkeit, deren Dämpfe brennen. „Wenn man es umrührt, geht das Feuer aus. Das ist wie beim Umrühren einer Suppe, dadurch wird sie gekühlt“, erklärt sie. Doch wie beim Brennen sind auch beim Löschen die fünf Brandklassen wichtig.

Denn nicht jeder brennbare Stoff darf gleich gelöscht werden. „Glut muss abgekühlt und Flammen müssen erstickt werden“, lautet ein Merksatz von Orner. Paula findet das sehr interessant. Feste Stoffe dürfen etwa mit Wasser, Schaum, Pulver und Feuerlöscher gelöscht werden. Metalle oder Fette dürfen hingegen nie mit Wasser gelöscht werden, sondern nur mit Pulver.

Die Brandexperimente sind gefährlich

Und was passiert, wenn Dinge mit Wasser gelöscht werden, die man damit aber nicht löschen soll, zeigt die Brandexpertin ganz am Ende: Statt den Brand zu löschen, führt das Wasser dazu, dass eine große, zischende und weiße Flamme entsteht. Kleine weiße Flöckchen fliegen durch die Luft und es riecht wie an Silvester, findet Paula Print. „Oh“, rufen die Kinder. Dieses brenzlige Experiment hat bei ihnen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Norbert Stelzle ist am Schluss Eines ganz besonders wichtig: „Bitte macht das alles zu Hause nicht nach, das ist tabu.“ Und Jürgen Anwald fügt hinzu: „Ihr könntet euch schwer verletzen.“ Die Kinder und Paula haben verstanden: Diese Experimente sind brandgefährlich.

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