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Blasmusik

27.03.2018

Höhenflüge und Abschiedsklänge

Beim Frühjahrskonzert der Blaskapelle Gundremmingen und der Jugendkapelle der Musikschule Gundremmingen, Offingen und Rettenbach wurden mehr als 20 Musikerinnen und Musiker geehrt – auch die neue Vorsitzende Kathrin Nuscheler. Rechts daneben: Dirigent Joe Gleixner, Marcus Keller vom ASM und Musikschul-Leiter Klaus Schlander.
Bild: Peter Wieser

Ein besonderes Frühjahrskonzert in Gundremmingen

65 Musiker der Jugendkapelle der Musikschule Gundremmingen, Offingen und Rettenbach unter der Leitung von Klaus Schlander, 45 weitere von der Blaskapelle Gundremmingen, dirigiert von Joe Gleixner: Was kommt dabei heraus? Die Antwort dazu liegt auf der Hand: ein Frühjahrskonzert auf ganz hohem Niveau. Freie Plätze gab es am Palmsonntag im Gundremminger Auwald-Sportzentrum so gut wie keine mehr.

Ganz schön südamerikanisch sprang die Jugendkapelle aus den Startlöchern: „Tanzen Sie mit uns Tango, fliegen Sie mit uns wie ein Kondor über die Anden“, so forderte diese das Publikum auf und führte es mit dem dreisätzigen Werk „Cordilleras de los Andes“ von Arie Melando durch die Berge Boliviens, Perus und Ecuadors. Bergen begegneten die Gäste zwar nicht, dafür war es das gewaltige Klangvolumen einer Masse an Musikern, das Lust auf mehr machte. Mit der Komposition „The Quest of Victory“ (Wilco Moerman) präsentierte die Jugendkapelle, wie sie im vergangenen Jahr beim Wettbewerb der Bundeswehr in Balingen den ersten Platz erreicht hatte: nicht allein mit Grinsen und freudigem Schauen, was angeblich ebenfalls trainiert worden sei, sondern mit musikalischem Können.

Schon zuvor hatte Solistin Sophie Groß eine Bearbeitung des von Joaquin Rodrigo ursprünglich für Gitarre geschriebenen Stückes „Concierto de Aranjuez“ auf glänzende Weise mit ihrem Flügelhorn interpretiert. Bei der „80er Kult(tour)“ von Thiemo Kraas erinnerte die Jugendkapelle das Publikum daran, dass die Rosi aus dem Sperrbezirk auch eine Telefonnummer hat, und ließ die Hände gen „Sternenhimmel“ wogen. Nach „The Pink Panther“ als Zugabe und begleitet von Lukas Grimms Solo an der Posaune, so wie ein rosarotes Paulchen eben schleicht, verließen die jungen Musiker unter großartigem, wahrlich verdienten Applaus und einem zufriedenen Dirigenten die Bühne.

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Die Blaskapelle Gundremmingen zeigte sich bei ihrem zweiten Frühjahrskonzert unter der Leitung von Joe Gleixner erst einmal locker und traditionell mit dem „Astronautenmarsch“ von Josef Ullrich – schöne Blasmusik, wie es sich gehört. Doch dabei beließen es die Musiker nicht. In einem schillernden Klanggemälde führten sie das Publikum mit „Jungle Fantasy“ (Naohiro Iwai) in die Tiefen des Urwalds – eine Dschungelatmosphäre, bei der das Schlagzeugregister alle Hände voll zu tun hatte. Dass das Showgeschäft das schönste ist, präsentierte die Blaskapelle exzellent mit Irving Berlins „There’s no Business like Showbusiness“. Ganz anders zeigten sie sich beim „Säbeltanz“ (Aram Chatschaturjan): Mit schnell wechselnden Einsätzen, rasanten Temposteigerungen und voller Temperament interpretierte die Blaskapelle die freudige Tanzmusik auf einer russischen Kolchose. Dass das Stück „bled mache“, angeblich haben einige Musiker dies behauptet, wie Moderatorin Sarah Kränzle scherzend bemerkte, das hatte sich am Sonntag jedenfalls nicht bewahrheitet. Der „Kaiserin Sissi Marsch“ von Timo Dellweg gab dem Konzert den krönenden Abschluss.

Etwas Trauriges hatte dieses dann doch: Es war das letzte der Blaskapelle Gundremmingen mit Joe Gleixner als Dirigent. „Aus familiären Gründen“, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber es tue ihm schon sehr weh. Dafür gab es eine ganze Reihe an Ehrungen, die Marcus Keller vom Allgäu-Schwäbischen Musikbund zusammen mit Kathrin Nuscheler – sie ist seit Februar Vorsitzende des Vereins – vornahm. Allein 14 Mitglieder der Jugendkapelle wurden für ihr zehnjähriges Engagement geehrt. Bei der Blaskapelle waren es weitere acht: Lisa Bruder (Saxofon), Markus Offner (Tuba) und Patrick Schmaus (Schlagzeug) wurden für ihr 15-jähriges, Birgit Hopf (Klarinette), Maria Wölfle (Schlagzeug), Kathrin Nuscheler und Karolina Wölfle (beide Trompete) für ihr 25-jähriges Jubiläum geehrt. Ebenso auch Joe Gleixner: Er ist seit 25 Jahren Dirigent.

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