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Ichenhausen

16.03.2020

Ichenhauser CSU verliert Stimmen

Die Zusammensetzung des Ichenhauser Stadtrats ändert sich in der nächsten Legislaturperiode. Dann sitzen neben CSU, Freien Wählern und SPD auch die LIB/Grüne im Rathaus.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Die Freien Wähler gewinnen ein Mandat hinzu. LIB/Grüne ziehen in Stadtrat ein. Große Enttäuschung bei der SPD.

Die zwei Sitze, die die CSU Ichenhausen vor sechs Jahren bei der Stadtratswahl hinzugewonnen hat, muss die Partei diesmal wieder abgeben. Dafür haben die Freien Wähler wieder ein Mandat dazugewonnen. Auch die Liste Ichenhauser Bürger (LIB) und die Grünen, die erstmals mit einer gemeinsamen Liste angetreten sind, haben den Sprung in das Gremium geschafft.

Dem CSU-Vorsitzenden Ottmar Sauter fiel es am Telefon äußerst schwer, die Wahlniederlage seiner Partei in Worte zu fassen. „Das ist ganz und gar nicht erfreulich“, sagte er schließlich. Woran es gelegen habe? An mangelndem Wahlkampf nicht, ist Sauter überzeugt. Umstrittenes Thema sei sicherlich die B16-Ostumfahrung gewesen. „Warum man das nur der CSU ankreidet und nicht den Freien Wählern, die auch dafür sind, kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Sauter.

Mancher CSU-Stadtrat wurde "abgewatscht"

Dass mit Barbara Kempfle und Markus Spengler zwei amtierende Stadträte nicht mehr vertreten sein werden, bedauert der CSU-Vorsitzende: „Das tut mir wirklich sehr leid für die beiden.“ Sie seien leider von den Wählern wegen privater Angelegenheiten „abgewatscht“ worden. Bei einigen Parteimitgliedern habe er ein Defizit in Sachen Ehrenamt festgestellt. „Wenn man ein Ehrenamt ausübt, muss man es auch pflegen, sonst kriegt man die Quittung.“

Groß war die Enttäuschung auch bei den Sozialdemokraten. Mit großen Ambitionen und 15 Stadtratskandidaten – und damit fünf mehr als beim vergangenen Urnengang – war die Ichenhauser SPD ins Rennen gegangen. Ortsvorsitzende und Spitzenkandidatin Gerlinde A. Schweiger hatte sich nach den Querelen im vergangenen Jahr, als Gabriele Walter und Wolfgang Abt die SPD-Stadtratsfraktion verlassen hatten, einen deutlich besseren Neuanfang erhofft. Drei Kandidaten hätte es für den Fraktionsstatus gebraucht, von vier bis fünf hatte Schweiger geträumt, herausgekommen sind nur zwei. „Es war ein hochgestecktes Ziel. Ich bin natürlich sehr enttäuscht und bedauere es sehr“, sagte Schweiger am Montag.

Auf der SPD-Liste kandidierten viele junge Bewerber

Auf der Liste hätten viele engagierte junge Bewerber kandidiert, jeder habe im Vorfeld alles gegeben. Doch Engagement zähle bei den Bürgern heute nicht mehr. Schweiger habe außerdem erwartet, dass die Wähler ihre ehemaligen Fraktionskollegen Abt und Walter abstrafen würden. Dass Letztere mit der neu gegründeten Formation LIB/Grüne zwei Mandate holen würde, hätte sie nicht gedacht. Scheinbar gebe es viele, die mit der Arbeit des Stadtrats nicht zufrieden seien, die jetzt dieser Gruppierung ihre Stimmen gegeben hätten. „Es gibt einige, die dem Stadtrat eins auswischen wollten“, ist Schweiger überzeugt. Trotz der herben Niederlage gelte es jetzt, nach vorne zu schauen.

Grund zur Freude haben die Freien Wähler. Den Sitz, den sie vor sechs Jahren verloren hatten, haben sie jetzt wieder zurückgewonnen. Franz Zenker, der auf dem ersten Listenplatz stand, fuhr mit 3254 Stimmen ein noch besseres Ergebnis ein als 2014. Damals hatte er 3143 Stimmen geholt. Er übertrumpfte damit die Ergebnisse aller anderen Kandidaten und Parteien und wurde erneut Stimmenkönig.

Die amtierende Stadträtin Gabriele Walter, die es an der Spitze der LIB/Grünen in den Stadtrat geschafft hat, ist mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Sie und ihre Kollegen hätten alles versucht, „aber wir haben leider keine Fraktion zusammengebracht. Was will man mit zwei Vertretern schon im Gremium ausrichten?“ Woran es letztlich gefehlt habe, kann sie nicht erklären. Der Wähler habe sich am Ende halt doch lieber für das Altbewährte entschieden. Am Montag hat Walter bereits Wahlplakate abgehängt.

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