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Leipheim

30.11.2018

Im Bunker könnte bald Hanf angebaut werden

Im Bunker auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände in Leipheim soll Cannabis  für medizinische Zwecke angebaut werden.
Bild: Bernhard Weizenegger

Bavaria Weed hat das Gebäude in Leipheim gekauft. Hohe Auflagen müssen erfüllt werden, damit Cannabis in dem Gebäude als Arzneimittel verarbeitet werden darf.

Der seit Jahren leer stehende Bunker auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände in Leipheim hat einen Käufer gefunden. Die Firma Bavaria Weed, die ihren Sitz in Herrsching am Ammersee hat, hat den Hochsicherheitstrakt gekauft. Dort soll künftig medizinisches Cannabis verarbeitet werden – auch der Anbau der Pflanze ist geplant. Seit Anfang 2017 können Patienten in bestimmten Fällen Cannabis auf Kassenrezept erhalten.

„Dieser Bunker hat auf uns gewartet“, sagen Stefan Langer und Thomas Hoffmann von der Firma Bavaria Weed. Denn für die Arzneimittelproduktion gelten hohe Anforderungen. Ergänzt werden diese in diesem Fall noch durch hohe Sicherheitsauflagen, da Cannabis zu den Betäubungsmitteln zählt.

Doppelte Sicherheitsvorschriften

Der Bunker auf dem Areal Pro biete die perfekten Voraussetzungen. Ein drei Meter hoher Zaun wird künftig das gesamte Gelände umgeben – ebenso sorgen Nachtsichtkameras für notwendige Sicherheit auf dem Gelände. Die dicken Wände des Bunkers tun ihr übriges. Die Mitarbeiter müssen künftig zahlreiche Sicherheitsschleusen passieren. „Jeder Handgriff muss dokumentiert werden“, erklärt Langer die komplexen Auflagen. „Das ist ein enormer Verwaltungsaufwand.“ Diese Vorgagen seien aber notwendig, denn in dem Bunker sollen Arzneimittel hergestellt werden – genauer gesagt medizinisches Cannabis. Damit gelten doppelte Sicherheitsvorschriften.

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„Im ersten Schritt werden wir Cannabis aus Kanada einführen“, sagt Stefan Langer. Dieses werde nach deutschem Recht geprüft und anschließend nach den Statuen des deutschen Arzneimittelrechts verarbeitet, verpackt und ausschließlich an Apotheken verkauft, betont Langer. Nach den Plänen des Unternehmens soll eine Tonne Cannabis pro Monat aus Kanada eingeführt werden. Genug Lagerplatz ist auf den etwa 800 Quadratmetern vorhanden.

In Zukunft soll in dem Bunker aber auch Hanf angebaut werden. So sind zumindest die Pläne der Unternehmer. Eine Ausschreibung, um die dafür notwendige Lizenz zu erhalten, läuft derzeit.

Die massiven Stahltüren bieten die notwendige Sicherheit. Stefan Langer (links) und Thomas Hoffmann haben den Bunker des ehemaligen Fliegerhorsts in Leipheim gekauft. Dort soll künftig Cannabis für medizinische Zwecke angebaut werden.
Bild: Bernhard Weizenegger

„Hochmoderne Labor“ im Fliegerhorst-Bunker

Die „hochmoderenden Labore“ dafür könnten im Obergeschoss des Bunkers untergebracht werden. In einem weiteren Schritt plant das Unternehmen, eine Extraktion aufzubauen, in der die einzelnen Bestandteile der Pflanze extrahiert, gelagert, weiter verarbeitet und auch verkauft werden können. Zu rein medizinischen Zwecken, wie Stefan Langer immer wieder betont. „Wir wollen einer der führenden europäischen Produzenten und Großhändler von medizinischem Cannabis in all seinen Produktvarianten werden.“ Der Bunker und der Standort in Leipheim ist dafür ideal: „Produktion, Analytik und Logistik sollen am Standort Leipheim zusammengefasst werden.“

Bis dahin muss im und um das Gebäude aber noch etliches gemacht werden. Das etwa 6000 Quadratmeter große Gelände wurde bereits vom Kampfmittelräumdienst untersucht. Eine Zufahrtsstraße und Mitarbeiterparkplätze müssen geschaffen werden. Auch im Gebäude gibt es noch etliches zu tun: Eine überdachte Halle zur Lieferung der Ware wird gebaut. Etliche Wände im Bunkergebäude verschwinden und neue Mauern werden eingezogen. Im Frühjahr sollen die Umbauarbeiten fertig sein. Gerade wird Gewerk für Gewerk überprüft, ob die Technik in dem Bunker, der in den 1980er gebaut und 1994 fertig gestellt worden ist, läuft. „Hier sieht zwar alles neu aus, aber in Wirklichkeit ist es 30 Jahre alt.“

Abhörsicher und vor Angriffen geschützt

Und mit einem Lächeln sagt Stefan Langer: „Wir haben ein U-Boot übernommen.“ 170 Pläne des Bunkers sind noch vorhanden. Das Bunkergebäude ist wegen seiner ursprünglichen Funktion nicht nur vor atomaren, biologischen und chemischen Angriffen geschützt – es ist abhörsicher und hat zudem eine eigene Wasserversorgung und eine hochkomplexe Belüftungsanlage.

Anfänglich sollen etwa 25 Mitarbeiter für die Firma Bavaria Weed in dem Bunker arbeiten – es könnten aber noch ein paar mehr werden, erklärt Stefan Langer.

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