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Landkreis Günzburg

01.07.2020

Immer mehr Arbeitslose im Landkreis Günzburg

Die Agentur für Arbeit hat jetzt die aktuellen Zahlen für den Monat Juni vorgelegt. Im Landkreis Günzburg gibt es deutlich mehr Arbeitslose als noch im Mai.
Bild: Bernhard Weizenegger

Inzwischen sind mehr als 2.000 Menschen im Kreis Günzburg ohne Beschäftigung. Wie es mit der Kurzarbeit seit Beginn der Corona-Pandemie aussieht.

Trotz der zahlreichen Lockerungen in Bezug auf die Corona-Pandemie und die kurzfristig beschlossenen Neuerungen im Bundestag ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Donauwörth mit den Landkreisen Günzburg, Dillingen, Donau-Ries und Neu-Ulm wie erwartet weiter leicht gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 2,9 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und 1,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Aktuell sind 9089 Menschen ohne Arbeit. Ein Blick in die genaue Lage im Landkreis Günzburg.

Arbeitslosigkeit im Kreis Günzburg stiegt um 145 Personen

Im Landkreis Günzburg ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 2,8 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und sogar 1,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. „Aktuell sind 2086 Menschen ohne Arbeit, das sind 145 (+7,5 Prozent) mehr als vor einem Monat und 863 (+70,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr“, berichtet Werner Möritz, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Donauwörth.

Der niedrigste Stand im Juni an Arbeitslosen in den vergangenen eschs Jahren wurde 2018 mit 1132 Personen erreicht. Der Höchststand war 2014 mit 1752 Arbeitslosen. Doch dieser Wert wurde dieses Jahr mit 2086 förmlich pulverisiert.

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Im Juni 2020 haben sich nach Angaben der Agentur für Arbeit 501 Menschen neu arbeitslos gemeldet, 256 davon kamen aus einer Erwerbstätigkeit. Im Gegenzug beendeten nur 358 Personen die Arbeitslosigkeit, davon nahmen 154 eine Beschäftigung auf.

Von den 2086 arbeitslos gemeldeten Menschen waren 1.591 – das entspricht einem Plus von 108 im Vergleich zum Vormonat – bei der Arbeitsagentur und 495 im Jobcenter Günzburg gemeldet.

Mehr als 1000 Anträge auf Kurzarbeitergeld im Landkreis Günzburg

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt erkennen, wobei in den vergangenen beiden Monaten deutlich weniger neue Anzeigen hinzugekommen sind. Seit März 2020 bis Mitte vergangener Woche sind 1.332 Anzeigen auf Kurzarbeitergeld eingegangen. Eine Anzeige wird oft auch vorsorglich und für mehr Mitarbeitende gestellt. Insgesamt beziehen sich die Anzeigen auf 19.250 Personen.

„Daraus lässt sich aber noch nicht schließen, wie viele Beschäftigte am Ende tatsächlich in Kurzarbeit waren und in welchem Stundenumfang Arbeitszeit ausgefallen ist. Diese Angaben liegen erst mit Zeitverzögerung vor. Und auch der „Fachkräftemangel“ ist trotz Corona weiter vorhanden. Mit dem „Arbeit-von-Morgen-Gesetz“ wurden die Fördermöglichkeiten des „Qualifizierungschancengesetzes“ nochmals verbessert und können sowohl von regulär Beschäftigten, wie auch von Personal in Kurzarbeit genutzt werden“, appelliert Werner Möritz an die Arbeitgeber.

118 neue Arbeitsstellen im Juni gemeldet

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich weiter auf einem niedrigen Niveau. So wurden im Juni lediglich 118 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das bedeutet einen massiven Rückgang um etwa 76 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Stellenbestand ist im Vergleich zum vergangenen Jahr rückläufig. Aktuell sind 989 offene Arbeitsstellen gemeldet – das entspricht einem Minus von 46 Prozent zum Vorjahr.

Der Stelleneinbruch ist in allen Branchen zu verzeichnen. Am Stärksten sind die Zeitarbeit und der Bereich freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen betroffen.

468 Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt

„Die Ausbildungsbereitschaft von Arbeitgebern ist erfreulicherweise weiterhin auf hohem Niveau. Die Betriebe in der Region sehen die Sicherung der Fachkräfte für „morgen“ als wichtige Aufgabe an“, erläutert Möritz. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober vergangenen Jahres meldeten sich 677 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 10,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 1022 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 3,1 Prozent. Ende Juni waren 240 Bewerber noch unversorgt und 468 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Rein rechnerisch stehen jedem bisher unversorgten Bewerber noch immer 1,95 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

„Klein- und Mittelständische Unternehmen bis 249 Mitarbeiter, die ihr Ausbildungsplatzangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, erhalten für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Ausbildungsprämie in Höhe von 2000 Euro, die nach Ende der Probezeit ausgezahlt wird. Unternehmen, die das Angebot sogar erhöhen, erhalten für die zusätzlichen Ausbildungsverträge 3000 Euro“, teilt Möritz mit. Details zu Antragstellung, Verfahren und durch wen die Bewilligung erfolgt, sind noch nicht bekannt.

Aktuell liegen die neuesten Zahlen zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung noch nicht vor. Im Dezember 2019, also noch vor Eintritt der Auswirkungen der Corona-Pandemie, waren 53532 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 1031 oder 2,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der stärkste Zuwachs ist bei den Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit (+435 Personen), bei den Beschäftigten ab 50 Jahren (+660 Personen) sowie bei den Beschäftigten Frauen (+532 Personen) zu verzeichnen.

Die Teilzeitbeschäftigung ist laut Pressemitteilung im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 379 (+2,6 Prozent) gestiegen. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Gesundheitswesen (+300 Personen); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (-174 Personen). (zg)

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