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Bühne

24.12.2016

Improvisierte Weihnachten

Ein Deko-Zwerg spielte beim Weihnachtsimproabend des Neuen Theaters Burgau eine große Rolle. Das Szenenfoto zeigt (von links) Vera Hupfauer, Joshua Hupfauer und Andreas Werner.
Bild: Gah

Die „Flotte Lotte“ im Neuen Theater sorgt mit urkomischen, spontanen Szenen für einen entspannten Start in die Feiertage

Für im wahrsten Sinne des Wortes fröhliche Weihnachten sorgte das Neue Theater Burgau. Denn das Ensemble widmete dem Christfest eine Spezialausgabe der Improvisations-Reihe „Flotte Lotte“, bei der es viel zu lachen gab.

Schon die Anmoderation wurde in die Spitze der Zipfelmütze eines großen Deko-Zwergs gesprochen, der im Laufe des Abends oft zum Einsatz kam. So wurde ihm ein neues Weihnachtslied gewidmet und er spielte die Hauptrolle in einem Edgar Wallace-Film. Aus Fleisch und Blut standen auf der Bühne: Dörte Trauzeddel, Olaf Ude, Vera Hupfauer, Joshua Hupfauer und Andreas Werner.

Zum Aufwärmen für die Schauspieler begann der Abend mit einem Potpourri kurzer adventlicher Szenen ohne Vorgaben des Publikums. Da verkaufte zum Beispiel Dörte Trauzeddel mundgemalte Weihnachtskarten, Andreas Werner wollte aber lieber Glühwein. Olaf Ude erzählte von seinem ersten Christfest in wiedergewonnener Freiheit: „Ich habe mit der Rute den Weihnachtsmann gespielt. Danach hat man mich für vier Weihnachten eingesperrt.“ Natürlich waren in dem Potpourri auch Kinder zu sehen, ausgelassen bei der Schneeballschlacht, schüchtern beim Krippenspiel. In einer Szene füttert „Mama“ Dörte Trauzeddel ihre lieben Kleinen so lange mit Plätzchen, bis ihnen schlecht wird. Ein genialer Trick: Dadurch kann sie Weihnachten ohne Kinder feiern.

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Danach ging es aber wirklich in die Improvisations-Arbeit: Die fünf Schauspieler mussten eine Reihe von Szenen nach den Vorgaben der Zuschauer gestalten. Jede Übung wurde vom Publikum mit einem Ruf eingeleitet, der an den US-amerikanischen Santa Claus erinnert: „Ho ho ho – Szene go!“ Jeweils einer der Akteure übernahm die Moderation und stellte dem Publikum das Spiel vor, die anderen waren in der Szene gefordert.

So lauteten einmal die Vorgaben: Dörte Trauzeddel ist eine junge Frau, die eine Anzeige in die Zeitung gesetzt hat. Sie möchte Heiligabend nicht allein verbringen. Dafür bewerben sich drei Männer, die vom Publikum mit Emotionen ausgestattet werden. Joshua Hupfauer als Trantüte kommt so phlegmatisch und tollpatschig daher, dass er den großen Deko-Zwerg aus dem Bühnenbild umwirft. Der Choleriker Olaf Ude explodiert bei jeder Frage. Andreas Werner als Gigolo schmeißt sich richtig ran, öffnet sein Hemd und zeigt sein nicht vorhandenes Brusthaar.

Das Bühnenbild bestimmen zwei Christbäume, geschmückt mit roten und gelben Zetteln. Darauf schrieb das Publikum vor der Vorstellung Orte (rot) und Gegenstände (gelb), welche die Schauspieler in die Szenen einbauen müssen. So spielt eine Geschichte auf dem Parkplatz von McDonalds. Die Story hat zwei Ebenen. Vera Hupfauer und Olaf Ude spielen die Figuren, Andreas Werner und Joshua Hupfauer sprechen dazu die Gedanken der Figuren. Vera Hupfauer sitzt im Auto und isst einen Burger. Dann kommt Ude als strenger Sicherheitsmann, weil Essen auf dem Parkplatz verboten ist. Also flirtet sie ihn an. Durch die Sprecher der Gedanken wird den Zuschauern klar, dass er sich davon tatsächlich etwas verspricht, sie aber immer aus reinem Kalkül handelt – und die Zuschauer haben ihren Spaß.

Alle Akteure wurden vom Publikum mit einem kräftigen Schlussapplaus und Jubel bedacht. So sorgte das Burgauer Ensemble für einen entspannten Start in die Weihnachtsfeiertage.

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