13.11.2017

In Hochstimmung

An diesem Konzertabend waren alle in Hochstimmung – auch bei den Ehrungen der Stadtkapelle Günzburg. Große Freude bei (oben, von links ) Xaver Fink, Lisa Ermer, Kristina Unterweger, Marcus Keller (Vertreter ASM) und Christian Bäuerle, in der Mitte Bartolomeo Sabbarese, Christoph Jung, Stephan Appel, Anna Chiwona sowie vorne Theresa Gernert, Vorsitzender Michael Hartl, Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Thomas Hartl, Leonie Wagner und das neue Ehrenmitglied Günter Prasser.
Bild: Gah

Die Stadtkapelle Günzburg führt ihre Zuhörer durch facettenreiche Klangwelten

Günzburg Vor ausverkauftem Haus spielte die Stadtkapelle Günzburg im Forum am Hofgarten ihr Jahreskonzert. Der Einstieg in den Abend gehörte den jungen Ensembles, zu denen auch Musiker aus den Vorortvereinen Reisensburg und Wasserburg zählen. Für einen schmissigen Auftakt nach Maß sorgte die 25-köpfige Schülerkapelle unter der Leitung von Lukas Weiss mit „March along“ von Jacob de Haan. Weitere klangliche Facetten zeigte dieses Ensemble mit Blues, Rock und Samba.

Ebenso eroberte die Jugendkapelle mit ihrem Dirigenten Gerhard Kratzer die Herzen der Zuhörer, unter anderem mit einem gelungenen Kontrast zwischen Klangbildern aus der afrikanischen Wüste (Elton Johns „König der Löwen“) und aus der russischen Steppe („Troika Fantasie“ von Kees Vlak). Das Programm der „großen“ Stadtkapelle (Dirigent: Lukas Weiss) stand unter dem Motto Mythen, Sagen und Legenden. Mit Fabelwesen beschäftigten sich zwei Filmmusiken. „Der Schrei des letzten Einhorns“ ist mal melancholisch, mal dramatisch und besticht durch üppige Orchestrierung. Einen keltischen Einschlag hatte „Drachen zähmen leicht gemacht“. Zum Programm gehörten auch zwei Kompositionen, die Anleihen bei Richard Wagner nehmen. Ein direktes Zitat findet sich in der Ouvertüre „Walhalla“ von James Hosay, die sich mit dem Ruheort gefallener Kämpfer in der nordischen Mythologie beschäftigt. Fein herausgespielt wurde der Kontrast zwischen dem fanfarenhaften Beginn und dem arienhaften zweiten Teil. Am Ideal der Wagner-Oper orientierte sich auch John Williams, der Komponist der Filmmusik zu „Das Erwachen der Macht“, des siebten Teils der Star Wars-Saga, um einen Kontrast zur futuristischen Handlung zu schaffen. Das bekannte Hornmotiv der ersten Teile der Reihe wird von den Holzbläsern begleitet. Danach baut Williams eine gewaltige Klangmauer auf. Der deutsch-iranische Komponist Ramin Djawadi schrieb die Musik zur US-Fantasyserie „Game of Thrones“. Viele Figuren kommen ums Leben. Dementsprechend zieht sich ein Leitmotiv aus moll-tönenden Abwärtsdreiklängen durch alle Register.

Für Hochstimmung im Publikum sorgt ein Stück, das einer Legende des Deutschrock gewidmet ist. In Wolfgang Wössners Medley „Grönemeyer!“ treffen die Balladen „Flugzeuge im Bauch“ und „Mensch“ auf die Fetzer „Männer“ und den wie für ein Blasmusik-Arrangement geschaffenen „Mambo“. Beim fulminanten Solo des fünfköpfigen Schlagzeug-Registers bearbeiteten unter anderem zwei Musiker ein Drumset. Dem niederländischen Seefahrer Abel Tasman ist der Konzertmarsch „Domi Adventus“ von Alexander Pfluger gewidmet. Er beschreibt die Heimkehr des Seefahrers, teils durch ruhige Gewässer und teils durch brausende Wogen.

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Im Rahmen der Ehrungen lobte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig die Arbeit der Musikanten bei der Umgestaltung des Naturfreundehauses zum Musikheim: „Dadurch halten Sie die Tradition am Leben!“ Fünf Musiker wurden für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet (siehe Infokasten). Christian Bäuerle feierte mit der Querflöte den Landessieg beim Solo-Wettbewerb des Bayerischen Blasmusikverbandes. Der langjährige Förderer Günter Prasser wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Theresa Gernert führte informativ und pointiert durch den Abend.

Am Ende des Konzerts ernten die Musiker großen Jubel und Standing Ovations. Das begeisterte Publikum im Forum am Hofgarten bekam zwei Zugaben.

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