1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. In Ichenhausen entsteht jetzt Pizza am laufenden Band

Landkreis Günzburg

16.11.2016

In Ichenhausen entsteht jetzt Pizza am laufenden Band

Die Chicco Teig Manufaktur in Ichenhausen stellt Halbfertigprodukte aus Pizzateig her. Unternehmer Antonio Iaconisi (rechts) packt zusammen mit seinem Bruder Claudio selbst mit an.
2 Bilder
Die Chicco Teig Manufaktur in Ichenhausen stellt Halbfertigprodukte aus Pizzateig her. Unternehmer Antonio Iaconisi (rechts) packt zusammen mit seinem Bruder Claudio selbst mit an.
Bild: Bernhard Weizenegger

Antonio Iaconisi hat seine Teigmanufaktor „Chicco Food“ aus Platzgründen von Burgau nach Ichenhausen verlagert. Der Unternehmer hat einiges verändert - und Neues geplant.

Mit einer kleinen Kaffeebohne hat alles angefangen. Antonio Iaconisi wollte eigentlich Kaffee vertreiben, und weil „Chicco“ klanghafter ist als die deutsche Übersetzung „Kaffeebohne“, verpasste er seinem Unternehmen, das er 2004 in der ehemaligen Metzgerei Schmid in Burgau startete, dieses italienische Schlagwort. Längst ist der Kaffee zweitrangig geworden, inzwischen spielt Pizzateig die Hauptrolle, sodass der Firmenname ausgeweitet wurde auf „Chicco Food“. Aber nicht nur das: Das gesamte Unternehmen wächst derart rasant, dass Iaconisi jetzt nicht mehr in Burgau produziert, sondern im Ichenhauser Gewerbegebiet die ehemaligen Norma-Räume gekauft und umgebaut hat. In Kürze soll dort sogar ein Werksverkauf starten.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Eltern des Pizzabäckers betreiben Eiscafé in Ichenhausen

Die Familie Iaconisi ist in Ichenhausen keine unbekannte. Antonios Eltern und sein Bruder Valerio betreiben seit Jahren das Eiscafé Firenze in der Marktstraße. Noch bekannter ist der Name Iaconisi aber in Burgau. In der Markgrafenstadt eröffneten die Italiener, die einst aus Apulien kamen, Anfang der 1990er- Jahre das Ristorante Firenze. Es wurde zu einer Institution, bis 2008 Schluss war, weil der Vater kürzertreten und Sohn Antonio sich umorientieren wollte. Aus dem ursprünglich anvisierten Kaffeevertrieb wurde zwar nichts, dafür lief das Catering-Geschäft, das er seit Längerem Firmen und Privatleuten anbot, umso besser. Name und Logo veränderten sich, aus der Kaffeebohne wurde ein Männchen, das in der einen Hand eine Tasse, in der anderen eine Pizza balanciert. Denn genau die war besonders gefragt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Dass er nicht mit Dr. Oetker oder Wagner konkurrieren kann, war ihm von vornherein bewusst, deshalb suchte Antonio nach einer Nische und fand sie: Er spezialisierte sich darauf, die runde Köstlichkeit in allen Formen und Größen in vorgebackenem Zustand auszuliefern, sei es an Gastronomiebetriebe, Bäckereien, Schulen, Freibäder oder Freizeitparks, vornehmlich im süddeutschen Raum. Aber auch auf Weihnachtsmärkten oder Partys sind Chicco-Pizzen zu finden, 1000 Stück müssen mindestens abgenommen werden. Das Geschäft boomt, jedes Jahr hat Iaconisi nach eigenen Angaben einen prozentualen Zuwachs im zweistelligen Bereich. „Wir wachsen, seit wir damit angefangen haben, wir hatten noch kein negatives Jahr.“

Eine externe Agentur kümmert sich mittlerweile um die Vermarktung. Chicco Food ist zu einer Marke geworden, „die Pizzawelt kennt uns inzwischen“, sagt Iaconisi nicht ohne Stolz. Nicht umsonst hat die von einem auf neun Mann angewachsene Teigmanufaktur, wie sie im Internet beworben wird, als herausragenden Kunden eine der namhaftesten Thermen Europas gewonnen.

Chicco Food backt bis zu 10.000 Pizzen am Tag

Die Nachfrage ist dem 45-Jährigen zufolge so „unfassbar“, dass die Räume in Burgau bei Weitem nicht mehr ausreichten. Eigentlich hätte er gerne selbst gebaut, doch weil alles schnell gehen musste, entschied sich Iaconisi für einen Gebäudekauf in Ichenhausen. Dort stand der Komplex in der Alois-Probst-Straße, in dem Norma untergebracht war, leer, der Familienvater schlug zu und entkernte die Räume. In kürzester Zeit entstanden auf 1100 Quadratmetern eine Backstube, in der pro Tag bis zu 10.000 Pizzen hergestellt werden können, eine Station zum Belegen und Verpacken sowie Kühl- und Lagerflächen.

Die Buchhaltung macht Antonios Frau Michaela weiterhin von Burgau aus, doch langfristig soll auch das Büro nach Ichenhausen verlagert werden. Eine siebenstellige Summe investierte Iaconisi, aber wie er betont, „machen wir keinen Schritt, den wir uns nicht leisten können, wir sind gesund gewachsen“. Momentan lässt er noch einen größeren Ofen bauen, einen, der sechs Meter lang ist. Außerdem wird in Kürze eine neue Verpackungsstation in Betrieb genommen, um Pizzen auch einzeln verpacken zu können. Bisher haben zeitweise auch sein Bruder Claudio und er selbst hier mit Hand angelegt. Iaconisi will damit aber nicht etwa Personal einsparen, im Gegenteil rechnet er damit, sein Unternehmen im kommenden Jahr auf bis zu 15 Mitarbeiter aufzustocken.

Hygienische Vorschriften, Kostenprüfung und Kameraüberwachung

Um konkurrenzfähig zu sein, produziert er 2017 gemäß den Richtlinien der International Food Standard (IFS). Alles unterliegt höchsten hygienischen Anforderungen, Iaconisi muss außerdem in sämtlichen Räumen Kameras anbringen und sich auf eigene Kosten regelmäßig von externen Spezialisten überprüfen lassen.

Stillstand soll es bei Iaconisi nicht geben, er möchte sich immer weiterentwickeln. „Ich bin offen für alles Neue“, sagt er über sich. Er verfolge immer Drei-Jahres-Pläne, sobald das Soll erreicht ist, steckt er sich neue Ziele. Eines ist ihm dabei wichtig: die Unabhängigkeit zu bewahren. Er habe schon Angebote namhafter Unternehmen und Discounter gehabt, Pizzen im großen Stil zu vertreiben, er hat sie alle ausgeschlagen. Nicht so die Anfrage eines Kunden, der gerne eine vegane Pizza hätte. Iaconisi arbeitet daran.

Ob es die dann bald auch im Werksverkauf gibt, lässt Iaconisi offen. Sicher ist, dass Kunden auf 120 Quadratmetern nicht nur Pizzen, sondern auch typische Produkte aus der Region Apulien kaufen können. Spätestens Ende des Jahres will Iaconisi eröffnen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren