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Projekt

25.10.2017

In Rieden kann gebaut werden

In Rieden können bald die Bagger anrücken: Die Stadt Ichenhausen hat knapp 0,7 Hektar Land gekauft, die Platz für vorerst sieben Parzellen für Einfamilien- oder Doppelhäuser bieten.

Die Stadt Ichenhausen hat 0,7 Hektar Land gekauft, das Platz für sieben Parzellen bietet. Über einen Punkt wurde im Ausschuss aber dann doch länger diskutiert

Der Paragraf mit der Nummer 13 bringt´s. Dieser Passus im Baugesetzbuch ist noch nicht mal ein halbes Jahr alt, und er verhilft der Stadt Ichenhausen auf raschem Weg zu einem kleinen Neubaugebiet in Rieden. Umweltprüfung, naturschutzrechtlicher Ausgleich – darauf darf die Stadt dank Paragraf 13 verzichten, zumal das Baugebiet kleiner als einen Hektar sein wird. Dass der Flächennutzungsplan anstelle der angestrebten Wohnbebauung landwirtschaftliche Nutzung vorgibt, spielt momentan auch keine Rolle. Diskussionsbedarf gab es im Bauausschuss dennoch.

Nördlich der Straße Zum Kötztal in Rieden hat die Stadt knapp 0,7 Hektar Land kaufen können, das Platz für vorerst sieben Parzellen für Einfamilien- oder Doppelhäuser bietet. Auf der achten Parzelle steht noch eine Maschinenhalle.

Von den insgesamt 6872 Quadratmetern, die zur Verfügung stehen, gehen knapp 1500 Quadratmeter für den Verkehr ab. Erschlossen wird das neue Baugebiet von einer mittig in Ost-West-Richtung verlaufenden 6,5 Meter breiten Straße, die auf der Südseite einen 1,5 Meter breiten Gehweg bekommen soll. Bleiben 5394 Quadratmeter Nettobauland, davon dürfen höchstens 1889 Quadratmeter überbaut werden.

Maximal zwei Stockwerke erlaubt der Bebauungsplan „Erweiterung zum Kötztal“, die maximale Wandhöhe beträgt 6,5 Meter, insgesamt dürfen die Häuser höchstens zehn Meter hoch werden.

Bei den Dachformen wollen die Planer den künftigen Bauherren so viel Freiheit wie möglich lassen, erlaubt sind Sattel-, Zelt-, Walm- und versetzte Pultdächer für die Wohnhäuser, bei Nebengebäuden sind alle Dachformen erlaubt. Bei den Freien Wählern kam die Vorgabe, dass Pultdächer um mindestens einen Meter vertikal versetzt sein müssen, aber nicht gut an. Markus Machauf stellte im Namen seiner Fraktion den Antrag, auch einfache Pultdächer zuzulassen, schon allein, um späteren Befreiungswünschen vorzubeugen. Reine Pultdächer hätten auch den Vorteil einer „riesengroßen“ Fläche für Solaranlagen, sagte Fraktionskollege Reinhold Lindner.

Stadtbaumeister Gerhard Stapf hatte jedoch andere Argumente: Bei reinen Pultdächern wären dann Wandhöhen bis zu zehn Metern möglich, „das widerspricht unserer grundlegenden Siedlungsstruktur“, sagte Stapf und brachte das Wort „Hochhaus“ in die Diskussion im Bauausschuss.

Gerade am Ortsrand – das neue Baugebiet liegt im Norden an der Peripherie von Rieden – solle man einen weicheren Übergang in die Landschaft anstreben. Bei Wandhöhen von zehn Metern bringe auch die beste Ortsrandeingrünung nicht mehr viel, sagte Stapf. Obwohl Otmar Sauter (CSU) sich in Sachen Pultdach „hin- und hergerissen“ fühlte, unterstützte er ebenso wie die SPD-Rätin Gerlinde Schweiger die Argumentation des Stadtbaumeisters. Obendrein gab Stapf zu bedenken, dass bei der in Nord-Süd- oder Ost-West-Richtung frei wählbaren Firstrichtung nicht nur die Ortsansicht Richtung Norden, sondern auch der Nachbar leiden könnte, wenn nebendran ein Haus mit reinem Pultdach und einer Wandhöhe bis zu zehn Metern entstünde. Abgesehen von der Diskussion um versetzte oder einfache Pultdächer gefiel den Bauausschussmitgliedern der Entwurf des Büros Kling Consult. Auf einheitlich fünf Meter geändert werden soll auf Vorschlag von Ottmar Sauter lediglich der Abstand zwischen Verkehrsflächen und Baugrenzen. Damit will die Stadt sicherstellen, dass es vor den Garagen genügend große Aufstellflächen gibt.

Insgesamt sahen die Bauausschussmitglieder das neue Baugebiet, das dank Paragraf 13 Baugesetzbuch im beschleunigten Verfahren realisiert werden soll, als Glücksfall. „Wirklich toll“ fand es Dritter Bürgermeister Hubert Schuler, dass die Stadt Ichenhausen in Rieden bald wieder Bauflächen für Wohnhäuser zur Verfügung stellen kann. Die Neuerung im Baugesetzbuch, die seit 13. Mai und bis Ende 2019 gilt, bezeichnete Ichenhausens Bürgermeister Robert Strobel als „deutliche Erleichterung zur Linderung der Wohnraumnot, die es vielerorts gibt“. Im künftigen Baugebiet von Rieden hat die Stadt schon für alle Grundstücke Anfragen vorliegen.

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