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Corona im Kreis Günzburg

18.03.2020

In den Landratsamts-Katakomben: Hier beginnt der Kampf

Im Souterrain des Günzburger Landratsamtes arbeiten inzwischen Dutzende Mitarbeiter der Behörde.
Bild: Till Hofmann

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz koordiniert im Keller der Behörde in Günzburg den Einsatz. Die Lage kann sich schnell ändern. Ein Besuch in ernsten Zeiten.

Diesmal ist es kein „Sandkastenspiel“ – keine Übung, wie sie manchmal im Landratsamt abgehalten wird, um im Sinne des Katastrophenschutzes ein eingespieltes Team zu sein. Das hier ist – nachdem Ministerpräsident Markus Söder den Katastrophenfall für ganz Bayern ausgerufen hat – Ernst.

Der Besuchsverkehr im Landratsamt ist, wie in vielen Behörden und anderen Einrichtungen, aufs Nötigste beschränkt. Vorsprachen sind, wenn überhaupt, nur nach telefonischer Vereinbarung möglich.

Ein Major der Bundeswehr sitzt in Uniform dabei

Dutzende Mitarbeiter der Kreisverwaltungsbehörde arbeiten dennoch mehr als in normalen Zeiten. Und es sind keine normalen Zeiten. Bereits kurz nach 8 Uhr füllen sich die Zimmer in den „Katakomben“ der Behörde. Im Untergeschoss kommt Personal des Gesundheitsamtes zusammen, um zu sammeln, wo es im Landkreis Verdachtsfälle gibt – und welche Schritte dann eingeleitet werden. Hier werden ganz unterschiedliche Maßnahmen koordiniert – zum Beispiel, dass am Mittwoch nun zum zweiten Mal in Ichenhausen eine „zentrale Abstrichstelle“ aufgebaut wurde, wo insgesamt 38 vorgeladenen Kontaktpersonen von Infizierten eine Speichelprobe für den Corona-Schnelltest genommen worden ist. Hier werden auch an der Hotline (08221/95-718) die unterschiedlichsten Fragen besorgter Bürger beantwortet.

In den Landratsamts-Katakomben: Hier beginnt der Kampf

Interne und externe Ansprechpartner haben ihre Zimmer im Keller des Landratsamtes. Ein Major der Bundeswehr sitzt mit Flecktarnkleidung in einem der Büros. In einem anderen Raum hält sich die Führungsgruppe Katastrophenschutz auf. Sie bringt sich gegenseitig auf den neuesten Stand – und arbeitet eng mit anderen Behörden zusammen.

Die Zahlen vom Morgen sind bereits mittags überholt

Über einen Beamer werden aktuelle Informationen an eine Leinwand geworfen. Auch eine große Pinnwand bietet Überblick über die Verdachtsfälle, die Zahl der nachweislich Erkrankten und der Menschen in Quarantäne. Die Zahlen vom Mittwochmorgen sind bereits mittags überholt. Inzwischen sind es sieben Menschen im Landkreis, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Die drei jüngsten Fälle betreffen alle das Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg. Auch Gehandicapte sind infiziert. (Anmerkung der Redaktion: Ein durch das Coronavirus erkrankter Mitarbeiter des Ringeisenwerks wird in dieser Statistik nicht aufgeführt, da er im Nachbarlandkreis Augsburg wohnt.)

Es gibt im Raum der Führungsgruppe Katastrophenschutz auch aktuelle analoge Informationen über den Stand der Dinge. Die Aufnahme stammt von Mittwochmorgen.
Bild: Till Hofmann

Die am Mittwoch erlassene Allgemeinverfügung des Landratsamts bezieht sich auf die Anordnung der Quarantäne für mit dem Virus infizierte Personen, bestimmte Kontaktpersonen und begründete Verdachtsfälle. Die Verfügung ist ziemlich komplex und differenziert gehalten. Hintergrund: Die Behörde muss dann nicht mehr mit schriftlichen Einzelbescheiden eine Quarantäne anordnen, was zeitintensiv ist.

Hier gibt es die Förderanträge

Seit dem frühen Nachmittag ist dem Landratsamt auch ein Soforthilfeprogramm der Staatsregierung bekannt, das sich an Betriebe und Freiberufler richtet, die durch die Coronakrise in eine existenzbedrohende wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind. Danach können Anträge von gewerblichen Unternehmen und selbstständigen Angehörigen der Freien Berufe (bis zu 250 Erwerbstätige) gestellt werden, die eine Betriebs- beziehungsweise Arbeitsstätte in Bayern haben. Die Höhe der Soforthilfe ist nach der Zahl der Erwerbstätigen gestaffelt und beträgt: bis zu fünf Erwerbstätige 5000 Euro, bis zu zehn Erwerbstätige 7500 Euro, bis zu 50 Erwerbstätige 15000 Euro sowie bis zu 250 Erwerbstätige 30000 Euro.

Der Förderantrag kann als pdf-Datei auf der Website des Wirtschaftsministeriums oder der Regierung von Schwaben (www.regierung.schwaben.bayern.de) heruntergeladen werden. Es wird darum gebeten, das Online-Formular auszudrucken, auszufüllen, zu unterschreiben und entweder als Scan oder Foto (jpeg-Datei) per E-Mail an die Bezirksregierung zu schicken (soforthilfe-corona@reg-schw.bayern.de). Das ist auch auf dem Postweg möglich (Regierung von Schwaben, Fronhof 10, 86152 Augsburg, Telefon: 0821/ 327-2428).

Download Antragsformular: https://www.stmwi.bayern.de/fileadmin/user_upload/stmwi/Themen/Wirtschaft/Dokumente_und_Cover/2020-03-17_Antrag_Soforthilfe_Corona.pdf

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