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Dürrlauingen

03.03.2020

In vielem sind sich die Bürgermeisterkandidaten einig

Am Sonntag standen sich die beiden Dürrlauinger Bürgermeisterkandidaten Christian Ramin (links) und Friedrich Bobinger (rechts) in einer Diskussion gegenüber. Moderator war Markus Mader, Mitglied des Dürrlauinger Gemeinderats.
Bild: Peter Wieser

Die beiden Bürgermeisterkandidaten stehen in einer Veranstaltung Rede und Antwort. Eigentlich sind sie Kontrahenten. Doch sie ziehen eher an einem Strang.

In Dürrlauingen haben die Bürger am 15. März die Wahl zwischen Friedrich Bobinger (Freie Wählervereinigung Mönstetten ) und Christian Ramin (Freie Wählervereinigung Dürrlauingen ). Beide stellen sich zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters und als Nachfolger von Edgar Ilg. Am Sonntag standen beide in einer gemeinsamen Veranstaltung im Dürrlauinger Vereinsheim, sozusagen dem geografischen Mittelpunkt von Dürrlauingen und den Ortsteilen Mindelaltheim und Mönstetten , Rede und Antwort.

Moderator war Markus Mader , Mitglied im Dürrlauinger Gemeinderat – auch das war der Wunsch der beiden Kandidaten gewesen. In der Vergangenheit habe es eigene Veranstaltungen in allen Ortsteilen gegeben, was in diesem Fall sechs Einzelveranstaltungen bedeutet hätte, sagte Mader. Jetzt habe man die Gelegenheit, beide Kandidaten im Vergleich zu sehen, um sich ein Bild zu machen. Diese hatten weit mehr als 100 Besucher wahrgenommen, es musste sogar nachbestuhlt werden.

Wie kann Dürrlauingen als Wohnort attraktiv bleiben?

Christian Ramin , 54, lebt in Dürrlauingen , ist Steuerberater und seit zwölf Jahren Mitglied des Dürrlauinger Gemeinderats. Friedrich Bobinger , 44, wohnt in Mönstetten , ist Zimmerermeister und bei der Stadt Günzburg für die Abteilung Gebäudemanagement verantwortlich. Beide kandidieren auch für einen Sitz im Kreisrat. Wie könne man es schaffen, Dürrlauingen als attraktiven Wohnort beizubehalten, stellte Mader die Frage in den Raum. Dazu gehörten nicht nur einzelne Maßnahmen, sondern ein Paket, das sich wie ein roter Faden durch die Gemeinde ziehe, antwortete Friedrich Bobinger.

In vielem sind sich die Bürgermeisterkandidaten einig

Dazu zählten unter anderem Bauplätze, nicht gerade in Massen, aber in allen Ortsteilen sowie eine optimale Kinder-, Mittags- und Ferienbetreuung, um gerade für junge Familien attraktiv zu bleiben. Miteinander zu leben und nicht nebeneinander, das heiße gleichzeitig, Angebote für Senioren wie auch für die Jugend zu schaffen. Die Vielzahl der Vereine biete eine gute Basis und diese müsse weiter ausgebaut werden.

Ohne Geld geht gar nichts

Dem könne man nicht widersprechen, stimmte Christian Ramin zu, jeder verpacke das Ganze ein bisschen anders. Aber: Ohne Geld gehe gar nichts. Man habe tolle Projekte wie die Kinderkrippe verwirklicht, und in jedem Ort gebe es jetzt ein Dorfzentrum als Grundlage für die Vereine. Ramin erinnerte an den Unterhalt sowie an anstehende Gebäudesanierungen. Weiter habe die Gemeinde zunächst Pflichtaufgaben wie Schule, Wasser und Kanal zu erfüllen. Man habe wenig Gewerbeansiedlungen.

Es sei wichtig, Gewerbegebiete auszuweisen, wo junge Handwerksmeister einen Betrieb aufbauen könnten. Ramin bezog sich auf die Flächen südlich von Mindelaltheim im Anschluss an die der Stadt Burgau – auch wenn, wie er sagte, ihm der Widerspruch zwischen Naturschutz und Gewerbeansiedlung nicht gefalle, nachdem eine Bürgerin kritisiert hatte, dass man das Mindeltal damit noch mehr zersiedeln würde. Bobinger sah ebenfalls, dass für Dürrlauingen nur dort die Möglichkeit bestehe, man müsse die Ziele jedoch klar definieren, wissen wo man hinwolle und man dürfe sich nicht überfordern.

Die Verwaltung ist für den Bürger da und nicht umgekehrt

Beim Thema Verwaltung und dem Verhältnis zu den Bürgern erachtete Ramin Verbesserungen für notwendig – ebenso im Hinblick auf oftmals unzureichende Informationen an den Gemeinderat. Die Verwaltung sei für den Bürger da und nicht umgekehrt. Gleichzeitig habe man das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. In Bayern hätten mehr als 80 Kommunen eine Transparenzsatzung und dies sei auch für die Gemeinde Dürrlauingen von Wichtigkeit.

In vielen Punkten waren die beiden Kandidaten einer Meinung, speziell zum Thema Bauplätze: Ideen sollten zunächst in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden, später sollte auf den Prüfstand gestellt werden, wie weit man die Ziele erreicht habe, sagte Ramin. Gemeindepolitik müsse im direkten Kontakt mit den Bürgern geschehen, sah es auch Bobinger. Er stehe dazu, frühzeitig und offen auf die Bürger, die von Maßnahmen betroffen seien, zuzugehen und deren Argumente im Gemeinderat zu bereden. Beide waren sich einig: Es gebe innerorts zu viele Leerstände anstelle von Wohnraum und Baumöglichkeiten. Viele junge Bürger, die sich in der Gemeinde engagiert hätten, seien abgewandert und das tue weh.

Der Moderator genießt die Einigkeit der Kandidaten

Fragen von Bürgern beantworteten die Kandidaten ebenfalls sehr gleichlautend: Für den Erhalt des unteren Teils der Treppe an der Dürrlauinger Kirche sollte es eine Lösung geben, ebenso im Hinblick auf den zu grobkörnigen Kies beim Friedhof in Mönstetten. Beide wollen sich auch im Bereich der Jugendarbeit einsetzen, speziell was die Vereine und das Ehrenamt betrifft: nämlich das fördern, was auch im Sinne der Jugend sei.

Bevor Moderator Markus Mader schließlich die Diskussionsveranstaltung am Sonntag schloss, betonte er noch: Er genieße es, wie die beiden Kandidaten zusammenarbeiteten, obwohl sie eigentlich Kontrahenten seien. Jetzt aber liege der Ball bei den Wählern.

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