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22.06.2009

Ins Gewissen geredet

Leipheim/Günzburg (kai) - Mit einer bemerkenswerten Rede dankte Ernst Prost für die Verleihung des Kultur- und Heimatpreises der Volksbank-Stiftung. Kauf und Sanierung des Leipheimer Schlosses seien ihm nur dank der Arbeit der 450 Beschäftigten seiner Firma "Liqui Moly" möglich gewesen. "Erst sie haben das Geld erwirtschaftet."

Nach seiner Philosophie - Prost ist gelernter Kfz-Mechaniker - seien die Mitarbeiter nicht Angestellte oder Arbeiter, sondern "Mitunternehmer". Es sei gegen seine Ehre, nach guten Jahren mit guten Gewinnen in schlechten Zeiten diese "Mitunternehmer" zu entlassen. "Lieber verkaufe ich wieder das Schloss", sagte Ernst Prost unlängst in einem Interview. In Günzburg erklärte er "zur Beruhigung", es gebe weder Entlassungen noch einen Verkauf.

Vielfach sei er ausgelacht worden, weil er das Schloss kaufte und obendrein für zwei Millionen Euro sanierte. Denen, die gelacht haben, hätten "Anlageverräter" der Banken amerikanische und andere "Schrottpapiere" angedreht. Während diese Papiere inzwischen "nur noch Konfetti wert" seien, habe er weiterhin sein Schloss, erklärte Prost. Gegen sein Verständnis von Unternehmertum sei es auch, die gute Infrastruktur Deutschlands oder die guten Bildungsmöglichkeiten für seine Kinder und Enkel zu nutzen und derweil Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.

Die Kluft zwischen Arm und Reich wachse in Deutschland dramatisch, sagte Prost weiter. "Ich wünsche mir mehr Gerechtigkeit." Deshalb spendete er die mit dem Preis verbundenen 5000 Euro an die Günzburger Tafel der Caritas. Dort würden Menschen versorgt, bei denen es nicht "um Champagner und Kaviar" gehe, sondern darum, etwas zum Essen zu bekommen.

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