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Fußball

28.06.2020

Ist ein neuer Ligapokal die mit Abstand beste Lösung?

Immer schön auf Abstand wird aktuell beim Fußball-Landesligisten SC Ichenhausen trainiert. Wegen der Corona-Pandemie ist Körperkontakt beim Training (noch) nicht erlaubt. Doch Coach Oliver Unsöld (rechts) und seine Spieler wollen bereit sein, wenn es im Herbst wieder losgeht.
Bild: Ernst Mayer

Plus Ein neuer Ligapokal soll für Landes- und Bezirksligisten her. Was die Vertreter aus dem Kreis Günzburg dazu sagen.

In Minischritten rückt der Neustart im Amateurfußball näher. Bekanntlich hat der Bayerische Fußballverband (BFV) im Gegensatz zu den meisten anderen Verbänden die laufende Saison nicht abgebrochen. Man will im Herbst wieder starten und hat dafür eigens die Saison 2020/21 gestrichen. Und dabei soll es nicht bleiben.

Nach dem Willen des BFV soll die frei gewordene Zeit auch für einen zweiten Wettbewerb genutzt werden. Für die Regional-, Bayern-, Landes- und Bezirksligen hat die sogenannte Lösungs-Arbeitsgruppe (LAG) „Spielbetrieb Liga und Pokal Erwachsene“ einen Ligapokal ins Spiel gebracht. Während die Gespräche in den höheren Amateurligen diesbezüglich schon relativ weit sind, wird auf Bezirksebene gerade ausgelotet, wie der Vorschlag bei den Vereinen ankommt.

In jedem Bezirk spielen die Ligapokal-Sieger einen Bezirkssieger aus

Die Empfehlung der LAG sieht – analog der Regional-, Bayern- und Landesliga – pro Bezirksliga einen zusätzlichen Ligapokal-Wettbewerb mit Vor-, Zwischen- und Finalrunde vor, der während der spielfreien Zeiten des Ligaspielbetriebs ausgetragen wird und zusätzliche sportliche Anreize bieten soll. In jedem Bezirk spielen die jeweiligen Ligapokal-Sieger zudem einen Bezirkssieger aus, der im Anschluss mit den sechs weiteren Bezirkssiegern in einer Relegationsrunde um insgesamt fünf direkte Aufstiegsplätze in die Landesliga kämpft.

Ist ein neuer Ligapokal die mit Abstand beste Lösung?

Auf die Ergebnisse der regulären Saison hat der Zusatzwettbewerb keinen Einfluss. Sollte eine Mannschaft über den Ligapokal den Aufstieg schaffen, die bereits über die Liga den Sprung in die Landesliga erreicht hat, greift ein Nachrücker-Prinzip. Geht eine Mannschaft, die über die Liga absteigen würde, als Aufsteiger aus dem Ligapokal-Wettbewerb hervor, steigt diese nicht in die Landesliga auf, sondern hält als Belohnung die Klasse.

FC Günzburg hat wieder Trainingsbetrieb aufgenommen

Beim FC Günzburg hat man an dieses neue Format laut Sportvorstand Steffen Hasenfus „noch keinen großen Gedanken verschwendet“. Erst einmal müsse man sehen, ob die reguläre Saison wirklich, wie geplant, am 1. September beginnen kann. Die Günzburger haben in der vergangenen Woche den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen – auch wenn die Corona-Auflagen ein normales Mannschaftstraining bisher nicht erlauben. „Wir müssen jetzt mal sehen, wie effizient das ist. Andere Vereine haben nach ein paar Trainingseinheiten wieder aufgehört. Aber es war einfach schön, dass die Mannschaft mal wieder zusammengekommen ist.“

Zu Beginn, so Hasenfus, habe er die Entscheidung, die Saison unter allen Umständen weiterzuführen, unterstützt. Mittlerweile sehe er aber auch, welche Schwierigkeiten das insbesondere in der Kaderplanung bedeutet. Doch immerhin seien die Voraussetzungen für alle Vereine gleich, sagt der Günzburger.

Landesligisten haben sich über Videokonferenzen ausgetauscht

Ganz konkret hat sich der Abteilungsleiter des SC Ichenhausen, Henning Tatje, mit dem Ligapokal auseinandergesetzt. In diversen Videokonferenzen haben die Landesligisten sich bereits über Details ausgetauscht. Zuletzt habe man noch einmal betont, dass die Beendigung der Saison in der Liga oberste Priorität habe. „Der Ligapokal ist ein Gimmick. Er soll auch auf Freiwilligkeit beruhen. Aber erst müssen wir die Saison zu Ende bringen.“ Der SCI hatte bekanntlich von Anfang an für einen Abbruch der Saison votiert, akzeptiert nun aber die Mehrheitsentscheidung der Vereine im BFV.

Umso wichtiger ist es Tatje, dass Rahmenbedingungen für den Neustart möglichst bald geklärt werden – vor allem, was das Spielen vor Publikum angeht. „Geisterspiele sind für uns schon rein finanziell nicht durchführbar. Momentan leben wir von der Hand in den Mund, Sponsorengelder sind teilweise ausgesetzt, unsere Verhandlungen mit einem neuen Ausrüster liegen auf Eis.“ Momentan vermisse er ein klares Bekenntnis des BFV, dass es keine Geisterspiele im Amateurbereich geben wird, sagt der SCI-Spartenchef.

SC Ichenhausen steht bereit

Daran ändere auch ein neuer Modus nichts, der vielleicht auf den ersten Blick guten Fußball verheiße, aber dann doch angesichts des unsicheren Corona-Infektionsgeschehens auf dünnen Beinen stehe. „Trotzdem steht der SCI bereit, wenn alles klappen sollte. Es soll ja zunächst in regionalen Gruppen gespielt werden. Dann schlagen wir eben Gundelfingen und Egg auch im Ligapokal.“

Auch Karl Dirr vom SC Bubes-heim ist dem Ligapokal nicht abgeneigt. Allerdings plädiert auch der Abteilungsleiter klar dafür, dass der Ligabetrieb im Vordergrund steht. „Insgesamt finde ich, dass der BFV da einen guten Weg geht. Hätte man die Saison abgebrochen und die neue Spielzeit regulär im Herbst begonnen, hätte das unter Umständen zwei Saisons kaputtgemacht.“ Denn Vorsicht sei weiterhin geboten, so Dirr. Das Virus sei nach wie vor da. „Ich bin nicht überzeugt, dass wir im September wieder spielen können. Ruhe haben wir erst, wenn es einen Impfstoff gibt.“

SC Bubesheim will Ende Juli mit dem Trainings starten

Dennoch möchte der SCB Ende Juli mit dem Training starten und hat bereits einige Vorbereitungsspiele vereinbart. Nach der Vertragsauflösung von David Bulik wolle man erst einmal ohne etatmäßigen Trainer weitermachen, sagt Karl Dirr. „Das ist ja auch ein Kostenfaktor. Und mit Simon Zeiser haben wir einen hervorragenden Co-Trainer.“

Zumindest für die Landesligen soll am 10. Juli entschieden werden, wie der Zeitplan zur Wiederaufnahme der Saison (inklusive Ligapokal) aussehen soll. Die Bezirksligen werden folgen. Auf Kreisebene heißt es dagegen: abwarten.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar:

Der BFV tut sich mit dem neuen Ligapokal keinen Gefallen

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