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Musikalischer Frühling

26.05.2015

Italienische Nacht in Ichenhausen

Sie begeisterten das Publikum in Ichenhausen: (von links) Giulio Ferré, Barbara Buffy, Brigitte Thoma und Anna-Maria Thoma.
Bild: Emil Neuhäusler

Barbara Buffy, Anna-Maria und Brigitte Thoma begeistern

Sie haben schöne Stimmen und singen mit Begeisterung: die Sopranistinnen Anna-Maria und Brigitte Thoma und die Mezzosopranistin Barbara Buffy. Von Konzert zu Konzert wächst ihre Fangemeinde. Zur „italienischen Nacht“ mit italienischen Canzonen, Duetten, Arien und Evergreens in der Synagoge in Ichenhausen kamen so viele Zuhörer, dass nicht einmal alle Einlass fanden.

Die Aussage „mit Begeisterung“ darf sogar als etwas untertrieben bezeichnet werden. Wenn die drei Künstlerinnen auftreten, geben sie alles. Mimik und Gestik verraten innere Anteilnahme und hohe Konzentration. Die Freude, die sie beim Singen der Lieder ausstrahlen, geht auf die Zuhörer über. Vielleicht trägt zu ihrer Popularität auch bei, dass alle drei ihre Wurzeln in der Region haben. Anna-Maria ist die Tochter von Brigitte Thoma, die in Dinkelscherben aufwuchs. Barbara Buffy wurde in Günzburg geboren. Begleitet werden sie am Flügel vom brillanten Pianisten Giulio Ferré.

Alle drei singen kraftvoll, intensiv und selbstbewusst, wahren jedoch die Balance in der Lautstärke. In Duetten und Terzetten finden sie zu einem harmonischen Klangbild. Sie klingen im Piano wie im Forte angenehm und entlocken ihren Stimmen wie in „’O sole mio“ oder in Mozarts Libretto „Ah guarda, sorella“ spannende Klänge und Vokalmalereien. Auch wenn man die Texte, die fast ausschließlich in italienischer Sprache vorgetragen werden, nicht versteht, hängt man doch an den Lippen der Vortragenden, um verschiedene Stimmungen aufzunehmen.

Allein das Motto des Abends „Italienische Nacht“ dürfte viele Zuhörer angezogen haben. Wer erinnert sich nicht gerne an einen romantischen und warmen Abend am Mittelmeer? Und dazu gehören genau die Lieder, die vorgetragen wurden. Sie handeln von Liebe, Sehnsucht, Trauer, Enttäuschung, sind aber immer voller Hoffnung auf ein Happy End.

Ein romantisches Abendständchen im Mondschein voll Innigkeit und Zärtlichkeit gelang Brigitte Thoma in „La Serenata“. In feinem Dur und Moll flehte sie „Resta nel sogno!“ (Bleib mit mir, geh nicht weg!) und rief ihren Schmerz hinaus in „La mia canzone“. Anna-Maria Thoma steht in „Per pietà, bell’idol mio“ schmachtend vor ihrem schönen Idol. Das Piano im Einspiel zu „Dolente immagine di Fille mia“ lässt bereits Tristes erahnen. Das Timbre in „Il fervido desiderio“ vertiefte die Sehnsucht nach dem Tag, an dem zwei Liebende zusammenkommen. Mit der ergreifenden Arie „O mio babbino caro“ (O mein geliebter Vater“ hatte Barbara Buffy ihren ersten Soloauftritt. In „Quando m’en vo“ kokettiert sie in den Höhen und lässt sich in den abendlichen Straßen von Paris bewundern. Mit Bravorufen wird sie im Libretto „O mio Fernando“ belohnt, ein Song voller Romantik mit einem dramatischen Mittelteil, der ihren vollen Einsatz verlangt. „Ecco l’aurora“, „Fierezza si vaga“ und „Ah guarda, sorella“, verschieden besetzte Duette, gefielen durch temperamentvollen Vortrag.

Über vertraute Evergreens durften sich die Zuhörer in den Terzetten freuen. Mit „Buona sera“ wurde der Abend eröffnet, mit „Tiritomba“ der Frühling herbeige-sehnt, in „’O sole mio“ der sonnige Tag gepriesen, in „Santa Lucia“ das Ende der Dunkelheit und die Wiederkehr des Lichts in Schweden verkündet und mit den „Capri-Fischern“ die ins Meer versinkende rote Sonne bewundert. Neben dem feurigen neapolitanischen „Funiculì, Funiculà“ erklatschten sich die Zuhörer „Ti amo“ als weitere Zugabe mit der Begründung von Brigitte Thoma: „Weil Sie uns lieben, und wir lieben Sie auch!“

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