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Politik

18.07.2013

Jaser heuert bei Alternative für Deutschland an

Bild: Foto: Jaser

Der Landtagskandidat der Piraten verabschiedet sich. Er will jetzt für die AfD in den Bundestag.

Der frühere FDP-Kreisvorsitzende Dietrich Jaser sorgt weiter für Wirbel. Nach seinem Austritt bei den Liberalen hatte sich der Jurist im Sommer des vergangenen Jahres als Direktkandidat der Piraten für die Bayerische Landtagswahl am 15. September nominieren lassen. Jasers Gastspiel bei den Piraten ist aber bereits wieder beendet. Der 51-Jährige wechselte zur Alternative für Deutschland (AfD), die inzwischen in den Landkreisen Günzburg und Neu-Ulm Kreisverbände gegründet hat. Damit nicht genug: Bei der Bundestagswahl am 22. September wird Jaser im Stimmkreis Neu-Ulm als Direktkandidat der AfD ins Rennen gehen. Er sei bereits bei der Gründungsversammlung der Kreisverbände aufgestellt worden, sagte der Anwalt auf Anfrage.

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Jaser wollte gegenüber unserer Zeitung nicht so recht mit der Sprache heraus. Das Ganze sei „eine schwierige Geschichte“. Der Jurist sagte offen: „Mein Wechsel zu den Piraten war ein Fehlgriff.“ Er sei von der FDP im vergangenen Jahr maßlos enttäuscht gewesen und habe die Illusion gehabt, dass die Piraten eine liberale Alternative seien. Nun habe er bei den Piraten einen „Linksdrall“ festgestellt. Auslöser sei die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger gewesen. In manchen Gesprächen sei er sich vorgekommen wie bei der KPD, sagt Jaser. Auch die Diskussion bei den Piraten, dass Pornos im Schulunterricht gezeigt werden sollen, habe ihn entsetzt. „Da zog ich die Reißleine und trat aus.“

Die AfD passe hundertprozentig zu seinen Vorstellungen, sagt der einstige Landratskandidat der Liberalen. Jaser gefällt die Initiative für mehr direkte Demokratie auf Bundesebene – mit der Einführung von Volksbegehren und Volksentscheiden. Der 51-Jährige ist auch dafür, dass EU-Mitgliedstaaten aus dem Euro-System austreten können.

Jaser heuert bei Alternative für Deutschland an

Die Kreisvorsitzende der Günzburger Piraten, Sylvia Bschorr, ist sich allerdings noch nicht sicher, „ob es mit Dietrich Jasers Rücktritt klappt“. Das werde der Bezirkswahlausschuss am Freitag entscheiden. „Ich finde es bedauerlich, wenn Jaser jetzt meint, ein besseres politisches Zuhause gefunden zu haben“, sagt Bschorr. Es sei aber der feste Wille aller Beteiligten, im Guten voneinander zu scheiden. So etwas habe es wohl noch nie gegeben, dass ein Kandidat kurz vor der Wahl bei einer Partei austrete und gleich für eine andere kandidiere. Der Beschluss des Landesparteitags, dass im Unterricht reifen Schülern auch eine Dokumentation über die Herstellung von Pornofilmen gezeigt werden darf, sei überall völlig verkürzt dargestellt worden, sagt die Piratin. Die Partei sei auch nicht linker geworden. „Wir haben uns auf Kernfragen wie den Datenschutz konzentriert“, sagt Bschorr.

Für die Landtagswahl haben die Piraten Rudolf Ristl als Direktbewerber nachgemeldet. Der Jettinger kandidiert bereits als Erststimmenbewerber im Wahlkreis Neu-Ulm für den Bundestag.

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