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Jubiläum

08.06.2016

Jeder hat seine Rolle gern gespielt

Seit 60 Jahren sind Josefa und Rudolf Thoma miteinander verheiratet. Während der heute 81-jährige gebürtige Hochwanger mit vielen Ehrenämtern in der Öffentlichkeit bekannt war und ist, blieb seine Frau Josefa (78) meistens im Hintergrund und hielt ihm den Rücken frei.
Bild: Irmgard Lorenz

Josefa und Rudolf Thoma feiern in Hochwang Diamantene Hochzeit

Seit 60 Jahren sind sie nicht nur Eheleute, sondern auch ein gutes Team, in dem man sich aufeinander verlassen und mit vereinter Kraft viel erreichen kann: Josefa und Rudolf Thoma in Hochwang, die heute Diamantene Hochzeit feiern. Während Rudolf Thoma über viele Jahre hinweg zahllose Ehrenämter hatte und hat, sorgte Ehefrau Josefa dafür, dass die fünf Kinder nicht zu kurz kamen.

Heute gehören außerdem neun Enkel und zwei Urenkel (drei und fünf Jahre alt) zur Familie. Eine Selbstverständlichkeit war es dem heute 81-Jährigen gebürtigen Hochwanger, seine Tatkraft in den örtlichen Vereinen und weit darüber hinaus einzubringen. Feuerwehr, Partnerschaftsverein, Obst-und Gartenbauverein, Arbeiterwohlfahrt, Förderverein Kultur und Naherholung, Heimat- und Volkstrachtenverein sind nur einige davon – alle aufzuzählen sprengt den Rahmen. Das gilt auch für seine Auszeichnungen und Ehrungen. Genannt seien hier nur drei: das Bundesverdienstkreuz am Bande, die Silberne und Goldene Bürgermedaille der Stadt Ichenhausen und der Umweltpreis des Landkreises.

36 Jahre, davon auch viele Jahre als Umweltreferent, war Thoma im Stadtrat Ichenhausen, Fraktionsmitglied der SPD. Über die Stadtgrenzen hinaus war er als Naturschutzwächter, als Biberberater und als „Storchenvater“ bekannt und geschätzt. Und dann war da noch eine Leidenschaft, die Rudolf Thoma mit seiner Ehefrau Josefa teilte: das Theaterspiel. Allerdings war es auch hier so wie im Leben des Ehepaars: Rudolf hatte die Hauptrollen, beispielsweise als Abt im Stück „Die Helferin vom Wannenberg“, Josefa übernahm kleinere Rollen und stand nicht so weit vorn im Rampenlicht.

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Auf die Frage, wie denn das Leben mit fünf Kindern und einem so vielfach engagierten Familienvater funktionieren konnte, lacht die 78-Jährige kurz und sagt: „Mit viel Verzicht.“ Und den stellte die gebürtige Großkötzerin nie in Frage. Sie war noch ein Schulmädchen, als sie 1951 als Kindsmagd zu einer Hochwanger Familie geschickt wurde. Beim Schlittenfahren am Klinglesberg hat sich das spätere Ehepaar Thoma kennengelernt.

Eine große Hochzeit wurde gefeiert in der ehemaligen Gastwirtschaft Heinle in Hochwang, so viele Gäste kamen, dass man den Saal vorsichtshalber von unten mit Bolzen abstützte, erinnert sich der Jubilar. Rudolf Thoma lernte das Maurerhandwerk, das er aber nach einigen Jahren wegen eines schweren Arbeitsunfalls aufgeben musste. Er sattelte um und ging zur Bahn. Josefa trug ebenfalls zum Einkommen bei, auch als das erste Kind schon auf der Welt war. Jeden Morgen schob Josefa Thoma den Kinderwagen nach Ichenhausen, wo sie in einer Strickerei beschäftigt war, mittags radelte sie heim, um ein paar Hausarbeiten zu verrichten. Abends ging es mit dem Kinderwagen wieder zu Fuß zurück nach Hochwang. Dort hat sich das Ehepaar ein Haus gebaut. Noch immer sind die Eheleute stolz auf das, was sie geschaffen haben und liebevoll pflegen.

Dass Josefa und Rudolf Thoma trotz schwerer Zeiten und mancher Krankheit die Diamantene Hochzeit miteinander erleben dürfen, ist für die ganze Familie ebenfalls ein guter Grund zur Freude und zum Feiern.

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