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Jettingen-Scheppach

15.01.2020

Jettingen-Scheppach investiert weiter kräftig

Damit in der Gemeinde Jettingen-Scheppach weiter kräftig gebaut werden kann (im Bild das Baugebiet am östlichen Ortsrand), investiert die Verwaltung auch wieder hohe Summen in die Erschließung neuer Baugebiete.
Bild: Bernhard Weizenegger

Das Investitionsprogramm der Marktgemeinde sieht vor, heuer Projekte mit über sieben Millionen Euro anzuschieben. Was geplant ist und wo umgeschichtet wird.

Die Gemeinde Jettingen-Scheppach investiert auch heuer und in den kommenden Jahren weiter kräftig in seine Bauprojekte. Eine doppelt so hohe Summe wie geplant muss überraschend in den Rathauserweiterungsbau fließen, obwohl dieser vor dem Abschluss steht und im Februar eingeweiht werden soll. Wie Kämmerer Matthias Endris in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte, muss die Verwaltung eine Million Euro im Haushalt einplanen, da die Firmen „leider ihre Rechnungen nicht stellen“. Aufkommende Befürchtungen, dass der Bau teurer kommt als gedacht, trat Bürgermeister Hans Reichhart umgehend entgegen: „Wir liegen absolut in der Kostenberechnung.“

Für Reichhart war es das letzte Investitionsprogramm, das er in seiner Funktion als Bürgermeister zusammen mit Verwaltung und Fraktionsvorsitzenden beraten und jetzt absegnen durfte. Nach den Kommunalwahlen wird er sein Amt an einen Nachfolger abgeben. Umso mehr freute sich Reichhart, dass sein Kämmerer noch einmal rekordverdächtige Zahlen vorlegen konnte und betonte: „Man sieht, dass wir absolut in die Zukunft investieren.“ Knapp 7,5 Millionen Euro hat die Gemeinde für dieses Jahr angesetzt, um die Stadtsanierung, den Straßenausbau und die Erschließung von Baugebieten voranzubringen. Reichhart versäumte es nicht, seinem gesamten Gremium „herzlichen Dank“ auszusprechen, „dass Ihr alles so mittragt“.

In diese Bereiche investiert die Gemeinde 2020

  • Rathauserweiterung Ursprünglich waren in der Haushaltsplanung 500000 Euro angesetzt, die müssen nun verdoppelt werden. Laut Bürgermeister Reichhart stehen noch Rechnungen in Höhe von fast 800000 Euro aus. Die Summe einfach vom vergangenen in das neue Jahr umzubuchen, wie es Helmut Feuchtmayr (Freie Wähler) vorschlug, sei nicht möglich. Weitere 200000 Euro sind für die Sanierung des bestehenden Rathauses angesetzt. Die höchsten Kosten entstehen bei der Dämmung der Decke.
  • Sporthalle Im Gegenzug wird beim geplanten Neubau der Sporthalle heuer erst mal etwas zurückgefahren. Statt 1,3 Millionen Euro werden nur 800000 Euro angesetzt. „Wir müssen realistisch bleiben. Es wird kaum möglich sein, noch mehr zu investieren“, betonte der Kämmerer. Dafür werden in den nächsten Haushaltsjahren 5,7 Millionen Euro für das Projekt vorgehalten.
  • Kindergarten/Schulen Eine Million Euro fließt allein in den Anbau des Kindergartens Johann Breher. Bürgermeister Reichhart hofft auf eine vorzeitige Freigabe. An der Mittelschule muss die Küche im Turnraum komplett saniert werden, außerdem ist ein neuer Pausenverkauf angedacht. 68000 Euro sind einkalkuliert.
Die Gemeinde Jettingen-Scheppach investiert viel Geld in die Sanierung der Siemensstraße.
Bild: Bernhard Weizenegger
  • Stadtsanierung 660000 Euro sind eingeplant, um dem Platz vor dem Rathaus und dessen Umfeld neu zu gestalten. In der nächsten Gemeinderatssitzung im Februar soll das Konzept sowie eine Kostenberechnung präsentiert werden, versprach Reichhart.
  • Feuerwehren Viel Geld steckt die Gemeinde auch wieder in die Feuerwehren. 130000 Euro sind vorgesehen für Bekleidung, Digitalfunkempfänger und Sprungpolster.
  • Straßen/Radwege 300000 Euro werden in den Straßenausbau gepumpt. Nachdem das Mammutprojekt, der Ausbau Hinterer Berg, abgeschlossen ist, geht es jetzt um die Realisierung mehrerer kleinerer Projekte: Sanierung der Siemensstraße, der Ortsverbindungsstraße Burgau und Bau einer Querungshilfe in Schönenberg.
  • Pendlerparkplatz am Bahnhof Heuer muss in erster Linie die Planung vorangebracht werden (100000 Euro), nächstes Jahr geht es dann in die Vollen (500000 Euro).
  • Breitbanderschließung Heuer und nächstes Jahr fließen jeweils 290000 Euro in die Breitbanderschließung, die letzten weißen Flecken in der Gemeinde sollen beseitigt werden. Laut Bürgermeister kann die Kommune aber auch mit relativ hohen Zuwendungen rechnen. Viele Bürger könnten davon profitieren.
Am Friedhof in Jettingen bröckelt die Mauer. Die Gemeinde muss viel Geld in die Sicherung und Sanierung investieren.
Bild: Bernhard Weizenegger
  • Friedhof Mit Kosten von etwa 120000 Euro rechnet die Gemeinde bei der Sanierung der Friedhofsmauer. In den Augen Reichharts sollte die Mauer erhalten bleiben, da sie wunderbar in das Ensemble passe. Sie sei aber so schief, dass man um eine Erneuerung nicht herumkomme. Diese Kosten werden aber „auf keinen Fall“ auf die Gebühren umgelegt, so Reichhart.
  • Baugebiete An der Espachstraße und am Alfred-Delp-Weg sollen weitere Baugebiete erschlossen werden. Kostenpunkt: 300000 Euro. Für Kanalbaumaßnahmen, die vor allem auch in den Baugebieten erforderlich sind, plant die Gemeinde 400000 Euro ein.
  • Grundstücke Beim Erwerb von Grundstücken, sei es von unbebauten oder bebauten, will die Gemeinde keinen Stillstand. Insgesamt 800000 Euro sind dafür vorgesehen. Insbesondere bei der fortschreitenden Stadtsanierung könnte es wichtig sein, dass die Gemeinde bereits bebaute Plätze erwirbt.
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