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Jettingen-Scheppach

11.02.2018

Jettingen hat jetzt Hans, den Baumeister

Das Komitee, Fähnriche und Hanswurst der Burkhardia haben bei der Fahnenübergabe in Jettingen Bürgermeister Hans Reichhart mit Bauhelm, Hose und Werkzeug ausgerüstet.
Bild: Gertrud Adlassnig

Warum die Burkhardia bei der Fahnenübergabe den Bürgermeister mit Bauhelm, Overall und Werkzeug ausstattet. Und was das Komitee mit der geplanten Sporthalle vor hat.

Nun ist es vollendet: Mit der Herausgabe der Fahne in Jettingen am Sonntag ist der gesamte Landkreis in Narrenhand. Die Machtübernahme gestaltete die Burkhardia in Jettingen zünftig-närrisch und traditionsbewusst. Schlag 12 Uhr eskortieren Blasmusik und Reiter das Komitee, das auf dem Rathausplatz vom Bürgermeister erwartet wurde. Wo andernorts Elferrat und Prinzenpaar den Fasching symbolisieren, präsentiert sich in Jettingen eine feierlich-schräge Gruppe: das Komitee in Frack und Zylinder, der weiße Hanswurst und die Fähnriche, drei junge Männer mit Blumen geschmückten Zylindern und weißen seitlich hochgesteckten Schürzen unterm Frack.

Bürgermeister Hans Reichhart empfing auch an diesem Faschingssonntag die Burkhardia mit einer launigen Rede. Einen politischen Rundschlag eröffnete er mit der Aufforderung, Donald Trump, das Trampeltier, solle gefälligst vor der eigenen Tür kehren. Auch die unendliche Geschichte der Koalitionsbildung und der Ärger mit dem Diesel nahm Reichhart aufs Korn und geißelte die Ingenieure, die wohl gar keinen Verstand hätten und, anstatt Neues zu erfinden, lediglich die Kunden blenden würden. Auch einen Blick in den Ort warf Reichhart und stellte fest, dass der Musikverein 26 Schlagzeuger ausbildet. Er warnte mit Wilhelm Busch: „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.“

Auch Präsident Peter Potsch richtete seinen launigen Blick auf das innerörtliche Geschehen und stellte fest, dass sich die Gemeinde die Ortskernbelebung in Jettingen wohl sparen könne, da alle Ströme nach Scheppach ziehen. Auch die Blasmusik bekam ihr Fett weg, denn deren Sonnenschirme seinen ein wahrer Graus, so alt und von Mäusen zerfressen, dass sie das Pfingstfest in ein historisches Fest verwandeln. Der Leitereinsatz des Bürgermeisters beim Johann-Breher-Musical, wo sich Reichhart in schwindelerregender Höhe dem verklemmten Vorhang angenommen hatte, brachte die Burkhardia auf den Gedanken, den handwerklich geschickten Bürgermeister doch direkt auf den Baustellen einzusetzen. Das könnte die Arbeiten deutlich verbilligen und so Rathausanbau und Turnhalle in erreichbare Nähe bringen. Die notwendige Ausrüstung vom Helm über Overall bis zum Werkzeug wurde ihm gleich auf dem Rathausplatz angelegt.

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Der Hanswurst ließ wie gewohnt wieder hinter die Burkhardia-Kulissen blicken. Auf der Suche nach Zylindern sei der Präsident in China gelandet, verriet er, doch die chinesische Kopfbedeckung sei hart wie aus Beton. Der Hanswurst bestärkte den Markt, eine Dreifachturnhalle zu bauen. Die Burkhardia werde gleich eine Halle ganzjährig für sich reservieren, dann könnte sie es sich sparen, jedes Jahr zu dekorieren, aufzustuhlen und einzudecken. Nach so viel närrischen Reden gab es noch den in Brot gebackenen Rathausschlüssel und eine Runde Schnaps für Komitee und Zuschauer.

Dann wurde es für de Fähnriche Zeit, sich auf den Weg zu machen, denn ihre Aufgabe war es, bis zum Abend zu pfändern, das heißt, unermüdlich für den abendlichen Fähnrichsball zu werben, von Haus zu Haus zu ziehen und möglichst viele Gäste einzuladen.

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