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Kötz

10.05.2019

Jetzt bleibt die Mittagsbetreuung doch

In Kötz ist jetzt die Mittagsbetreuung wieder Thema gewesen.
Bild: Christian Kirstges (Symbolbild)

Nach heftigem Protest gegen die Abschaffung lenkt die Gemeinde Kötz doch ein. Allerdings könnten die Plätze knapp werden.

Aus dem, was Bürgermeister Ernst Walter vor knapp zwei Monaten noch als „Notnagel“ bezeichnet hatte, soll jetzt doch eine feste Einrichtung werden. Die Gemeinde Kötz baut zwar ein eigenes Haus für einen Kinderhort am Großkötzer Schlossplatz und gibt dennoch die derzeit mit 15 Kindern ausgebuchte Mittagsbetreuung nicht auf. Es soll also weiterhin beide Betreuungsangebote parallel geben. Die Gemeinderäte haben jetzt die Elternbeiträge für Mittagsbetreuung und Kinderhort beschlossen.

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Unverändert bleiben soll die Zahl der 15 Plätze in der Mittagsbetreuung. Auf die Frage von Gemeinderat Werner Wöhrle nach der Zahl der Anmeldungen für das Schuljahr 2019/2020 antwortete der Bürgermeister knapp: „Mehr als 15.“ Werner Wöhrle hakte nach und so erfuhren die Ratsmitglieder in der öffentlichen Sitzung am Dienstag, dass im Rathaus derzeit 29 „Absichtserklärungen“ von Eltern vorliegen, die ihr Grundschulkind in die Mittagsbetreuung schicken wollen.

Eine Auswahl nach sozialen Kriterien

Es könnten noch mehr werden, Anmeldeschluss ist am 29. Mai. Ob bei mehr Anmeldungen als Plätzen in der Mittagsbetreuung die Plätze per Los vergeben werden, wollte Zweiter Bürgermeister Reinhard Uhl wissen. Bei mehr als 15 Anmeldungen für die Mittagsbetreuung werde die Johanniter-Unfall-Hilfe als künftiger Träger nach sozialen Kriterien auswählen, sagte Bürgermeister Walter.

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Bei einem Informations- und Ausspracheabend mit den Johannitern im März hatte es Aufregung unter den Eltern gegeben, weil die Mittagsbetreuung in Kötz eigentlich aufgegeben werde und alle Kinder mit Betreuungsbedarf in den Hort geschickt werden sollten. An diesem Plan hatten etliche Eltern energisch Kritik geäußert, denn im Hort können die Kinder erst ab 15.45 Uhr abgeholt werden. „Wir haben nicht gesagt, dass wir unsere Kinder jeden Tag bis halb vier loshaben wollen“, hatte eine Mutter im März gesagt.

Das Defizit soll bei gut 10000 Euro bleiben

Letztlich hatte sich Bürgermeister Walter bei diesem Informationsabend dann bereit erklärt, mit einer Umfrage den Betreuungsbedarf der Kötzer Familien zu erfassen. Von dieser Umfrage wurde in der Gemeinderatssitzung am Dienstag nicht gesprochen, Thema waren aber die künftigen Elterngebühren für die Mittagsbetreuung, die pro Tag um 50 Prozent angehoben werden. Bislang haben die Eltern für die Mittagsbetreuung an einem Wochentag zehn Euro Monatsgebühr bezahlt, ab dem neuen Schuljahr sollen es dann auf einstimmigen Ratsbeschluss 15 Euro sein.

Das Angebot werde jährliche Kosten von 18000 bis 20000 Euro verursachen, hieß es in der Sitzung, bei einem Zuschuss von 3323 Euro von der Regierung von Schwaben ergebe sich ein Fehlbetrag zwischen 14000 und 15000 Euro. Ziel sei es, das Defizit im Bereich von 10000 Euro zu halten, dementsprechend habe man die Elternbeiträge kalkuliert. „Die Vorschläge kommen von den Johannitern“, sagte Walter auf Nachfrage aus dem Gremium, die Beitragspflicht gelte auch in den Ferien.

Die Verpflegungskosten sind in den Gebühren noch nicht enthalten

Auch die von der Johanniter-Unfall-Hilfe vorgeschlagenen Gebühren für den Hort, der ab dem neuen Schuljahr ebenfalls unter Trägerschaft der Johanniter laufen soll, haben die Kötzer Räte einstimmig beschlossen. Für die Mindestbuchungszeit von zwei Stunden täglich zahlen die Eltern monatlich 75 Euro. In diesem Fall müssten die Kinder aber bis 14 Uhr die Mittagsbetreuung besuchen und dann erst in den Hort gehen, der laut Bürgermeister bis maximal 16 Uhr geöffnet haben soll.

Drei Betreuungsstunden im Hort pro Tag kosten monatlich 83 Euro, vier Stunden 91 Euro. In den Ferien wird der Hortbetrieb ausgeweitet, sodass auch Buchungszeiten von fünf Stunden täglich (100 Euro) bis über zehn Stunden (177 Euro) möglich sind. Die Kosten für Verpflegung sind in den Hortgebühren noch nicht enthalten. In der Mittagsbetreuung wird kein Essen angeboten.

Lesen Sie hierzu auch:

Emotionale Diskussion um die Mittagsbetreuung

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