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Kreis Günzburg

22.06.2017

Jetzt gibt es Heimatgeschichte zum Hören

Besucher können die Dauerausstellung im Heimatmuseum in Krumbach jetzt auf eine ganz neue Weise wahrnehmen. Museumsleiterin Anita Roth freut sich auf die 20 neuen Audioguides, die im Museum zur Verfügung stehen.
Bild: Peter Bauer

Den Besuchern in Krumbach stehen im Museum ab Freitag Audioguides zur Verfügung. Dabei spielt der im vergangenen Jahr verstorbene Schauspieler Robert Naegele eine besondere Rolle.

Das Finale ist gewissermaßen ihm vorbehalten. Station Nr. 25. Robert Naegele spricht „Hei, Grüaß Di Gott, Ländle“ von Mundartdichter Hyazinth Wäckerle (1836 bis 1896). „Es ist schon ungewöhnlich, jetzt seine Stimme zu hören“, sagt Museumsleiterin Anita Roth. Naegele, Schauspieler, Schriftsteller und Hörspielautor, hat viele Jahre auch für den Bayerischen Rundfunk gearbeitet, er war dort gewissermaßen der „Schwabe vom Dienst“. Er spielte in zahlreichen Filmen und Fernsehserien (unter anderem die Krimireihe Derrick).

Doch der am 23. Juni 1925 in Nattenhausen geborene Naegele hat die Bindung zu seiner Heimat nie verloren. Immer wieder trat er im Mittelschwäbischen Heimatmuseum auf. Und der am 9. Januar 2016 verstorbene Naegele hat dem Mittelschwäbischen Heimatmuseum ein ungewöhnliches „Barvermächtnis“ hinterlassen. „Im unteren fünfstelligen Bereich“, wie Museumsleiterin Anita Roth erklärt. Dank dieser Summe stehen jetzt im Museum 20 neue Audioguides zur Verfügung. Brauchtum, Geschichte, Tradition, Kunst: Dank der Audioguides können Besucher jetzt die ganze faszinierende Welt der Dauerausstellung im Heimatmuseum hörend erleben.

Professionelle Sprecher lesen die Texte

Am Freitag, 23. Juni, zwischen 14 und 17 Uhr möchte Anita Roth die Audioguides erstmals Besuchern vorstellen. „Es war mir wichtig, das an diesem Tag zu machen. Es ist der Geburtstag von Robert Naegele“, sagt Anita Roth.

Beim Projekt Audioguide hat sie eng mit der Berliner Spezialfirma Acoustiguide zusammengearbeitet. Zuvor war sie immer wieder in Museen in Stuttgart oder Augsburg unterwegs und hat verschiedene Geräte selbst getestet. Warum eine Spezialfirma? Roth sagt, dass dank der Firma professionelle Sprecher zur Verfügung standen.

Zudem kam es maßgeblich darauf an, aus einer Fülle an Informationen das Wesentliche herauszufiltern und in einen kompakten, prägnanten und vor allem angenehm hörbaren Text zu verwandeln. Griffig erklärt werden bei 25 Stationen (jeweils ein bis zweieinhalb Minuten pro Station) wesentliche Bereiche des Museums wie etwa der Nazarenersaal, die heimische Postgeschichte, die Ausstellung zum Thema Flucht und Vertreibung oder auch verschiedene Gegenstände wie Bauerschrank, Wachspresse, Stockofen oder auch ein Begriff wie Bachene. Bei der Herstellung von Bachenen-Krippen wird Ton in sogenannte Models (Negativformen) gepresst. „Aber erklären Sie mal einem Norddeutschen, wie er das Wort Bachene aussprechen soll“, sagt Museumsleiterin Roth mit einem hintersinnigen Lächeln. So gab es gerade bei diversen schwäbischen Bergriffen immer wieder Abstimmungsbedarf bei der Zusammenstellung der Texte für die Audioguides.

„Ganz gut drin“ im Schwäbischen

Inzwischen ist die 1977 in Ilmenau/Thüringen geborene Anita Roth aber im Schwäbischen schon „ganz gut drin“. Seit mittlerweile gut fünf Jahren ist Museumsleiterin in Krumbach. Wer das Programm des Audioguides startet, hört im Wechsel eine Frauen- und eine Herrenstimme. Das macht das Zuhören abwechslungsreicher. Anita Roth hofft, dass dank der neuen Audioguides möglichst viele eintauchen in die faszinierende Welt des Museums und sich auf diese ungewöhnliche Zeitreise begeben. Auf ihre Weise zeitlos ist die Stimme Robert Naegeles. Der Freitag im Museum – das ist auch „sein“ Tag.

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