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Leipheim

21.05.2015

Jetzt gibt es eine Lösung fürs Haus 114

Lange Gänge und viele Räume: Leipheimer Vereine können nun Teile des Gebäudes 114 auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände pachten und einrichten.
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Lange Gänge und viele Räume: Leipheimer Vereine können nun Teile des Gebäudes 114 auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände pachten und einrichten.
Bild: Manuela Antosch

Die Stadt bietet den Vereinen einen Pachtvertrag und einen Baukostenzuschuss an. Sie brauchen aber eine Baugenehmigung.

Vertreter der Stadt und der Vereine haben jahrelang geplant und verworfen, gerechnet und diskutiert. Oft waren sie unterschiedlicher Meinung. Jetzt gibt es eine Lösung für das Haus 114 auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände. Ursprünglich sollte es abgerissen werden, nun sollen Vereine und das städtische Jugendhaus einziehen.

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend folgende Vorgehensweise beschlossen: Vereine können für Teile des Gebäudes einen Pachtvertrag über 30 Jahre abschließen. Für die Renovierungs- und Umbauarbeiten bekommen sie einen zehnprozentigen Baukostenzuschuss von der Stadt. Nach Vertragsabschluss kümmert sich dann die Stadt um die Gas-, Wasser- und Stromanschlüsse bis zum Gebäude. Um das Innere müssen sich die Pächter selbst kümmern.

Es gibt allerdings eine Voraussetzung: Die Vereine brauchen einen offiziellen Bauantrag. Denn durch die öffentliche Diskussion ist das Landratsamt darauf gekommen, dass es für das Gebäude seit dem Ende der militärischen Nutzung keine Baugenehmigung gibt. „Das Landratsamt hat das schon eingefordert“, sagte Bürgermeister Christian Konrad in der Stadtratssitzung. Das heißt: Die Vereine müssen einen Architekten beauftragen und den Bauantrag stellen. Das gilt nicht nur für die Gruppen, die einziehen wollen, sondern auch für die, die sich schon eingerichtet haben. Zum Beispiel die Boxer des VfL Leipheim.

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In ihren Trainingsräumen im Westflügel kann man erahnen, was einmal aus dem Haus 114 werden kann: Es sind helle, großzügige und einladende Räume. Der Rest des Gebäudes sieht dagegen noch recht trostlos aus. Die langen Gänge sind dunkel und verstaubt. In vielen Zimmern ist der Boden kaputt, weil Wasser aus den Heizkörpern gelaufen ist. Sanitäre Anlagen gibt es zu wenig, die vorhandenen sind alt.

Mit dem Beschluss des Stadtrats könnte nun bald Leben einziehen. Bürgermeister Konrad geht davon aus, dass die ersten Vereine im Sommer loslegen können. „Sie müssen jetzt den Bauantrag stellen und nebenher können wir den Pachtvertrag ausarbeiten.“ Strom, Gas und Wasser könnten schnell verfügbar sein, sagt Konrad: „Was die Anschlüsse betrifft sind wir marschbereit.“

In den vergangenen Wochen hatten zwei Vereine Anträge gestellt: die Paradise Divers und der VfL, der nicht nur mit seinen Boxern, sondern auch mit der Abteilung Schach, einem Fitnessraum und der Geschäftsstelle einziehen will. Der Sportverein wollte den West- und Südflügel eigentlich im Erbbaurecht übernehmen. Das sei aber viel schwieriger zu handhaben als eine Verpachtung, machten Konrad und Kämmerer Egon Remmele in der Sitzung klar. Ein Erbbaurecht muss nämlich im Grundbuch eingetragen werden, jede Änderung muss ein Notar vornehmen. Das kostet und ist aufwändig. „Und Fragen zu gemeinschaftlichen Duschen und Toiletten, Außenanlagen und Winterdienst müssten jetzt schon im Vertrag geregelt werden“, sagte Konrad. Auch eine Grundstücksvermessung sei nötig.

Ein Pachtvertrag bringe keine Nachteile für die Vereine, versicherten die Vertreter der Stadt. Das funktioniere schon bei mehreren Vereinen sehr gut und durch die lange Laufzeit können sie auch damit Zuschüsse beantragen. Wer welchen Teil des Gebäudes pachten will, da müssten sich die Vereine allerdings untereinander einig werden, sagte Konrad.

Der überwiegende Teil der Stadträte begrüßte den Vorschlag und zeigte sich erleichtert, dass es nun eine Entscheidung gibt. Dritter Bürgermeister Hansjörg Reiff (CSU) war sogar richtig euphorisch: „Das ist eine Riesenchance, etwas ganz Großes für die Vereine und die Bürger zu schaffen.“ Nur Willi Riedel (SPD) meinte: „Der Optimismus hat mich beim Haus 114 verlassen.“ Er befürchtete, dass beim Brandschutz hohe Kosten auf die Nutzer zukommen werden, sagte aber auch: „Ich wäre heilfroh, wenn das so läuft.“ Jetzt müssen die Vereine entscheiden, ob sie unter diesen Voraussetzungen einziehen wollen.

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