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Neugründung

21.06.2017

Jetzt hat auch Hellersberg einen Handwerksbetrieb

Freuen sich auf die neue Schreinerei und Polsterei in Hellersberg: Schreinermeister Josef Mayer mit Frau Regina und Raumausstatter-Meister Josef Pfitzmayr.
Bild: Bosch

Josef Mayer betreibt in dem kleinen Örtchen im südlichen Landkreis eine Schreinerei. Warum seine Möbel einzigartig sind

Der Ziemetshauser Ortsteil Hellersberg am Rande der Stauden mit knapp 50 Einwohnern ist nicht unbedingt der beste Standort für einen neuen Gewerbebetrieb. Hinzu kommt die Lage auf dem Berg abseits jeder Durchgangsstraße. Diese Abgeschiedenheit lässt den Jungunternehmer Josef Mayer jedoch kalt. Mit einer modern eingerichteten Schreinerei im ehemaligen Bauernhof der Schwiegereltern setzt er auf Aufträge aus seinem Bekanntenkreis und die Mundpropaganda sowie ein zweites Standbein, die Polsterei.

Seit Oktober 2015 ist er selbstständig und hat sich in dieser Zeit aus der Umgebung einen Auftragsbestand erworben, der ihm Vollbeschäftigung bis ins nächste Jahr garantiert. Jetzt übernimmt zudem der Raumausstatter-Meister Josef Pfitzmayr im gleichen Haus in einer räumlich getrennten Werkstatt die bei der Herstellung von Kleinmöbeln, Sofas und Stühlen anfallenden Polsterer-Arbeiten. Dieser hat deshalb sein bisheriges Fachgeschäft für Raumausstattung in der Thannhauser Bahnhofstraße aufgegeben, will aber unter der Regie von Mayer weiter aktiv sein.

Hellersberg besitzt damit seinen ersten Gewerbebetrieb. Der in Ziemetshausen geborene 43-jährige Schreinermeister war nach der Lehrzeit 22 Jahre in seinem erlernten Beruf tätig und bestand mit 37 Jahren die Meisterprüfung als Jahrgangsbester, was ihm die von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner unterzeichnete Urkunde „Jahresbestmeister der Bayerischen Staatsregierung“ einbrachte. Sein Wissen und Können überzeugte auch die Handwerkskammer für Schwaben in Augsburg und so wurde er als freier Dozent für den Fachbereich Konstruktion an die dortige Ausbildungsstätte für die angehenden Schreinermeister berufen. Dieses „Amt“ will er auch in Zukunft beibehalten. Schwerpunkt seiner künftigen Arbeit wird die Fertigung von Kleinmöbeln sein, wobei das Spektrum von Bad- und Esszimmer-Einrichtungen über Bücher- und Schuhregale bis zu Türen und Schlafzimmerschränken reicht. Mayer: „Sie werden von mir in jeder Stilrichtung speziell nach Kundenwunsch gefertigt und sind damit Unikate, also absolute Handwerksarbeit.“ Selbst für Stühle und Sofas gibt es keinen Lagerbestand – was auch für die Polsterung gilt.

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Damit ist das zweite Standbein des Jungunternehmers, die Raumausstattung, genannt. Hierfür ist Josef Pfitzmayr der Fachmann. Er hat mit seiner Frau Franziska 1992 das Fachgeschäft in der Bahnhofstraße in Thannhausen von seinem Vater übernommen, das 1893 von seinem Urgroßvater gegründet worden war – damals allerdings schräg gegenüber der Pfarrkirche, wo heute das Sparkassengebäude steht. 1983 erfolgte der Umzug in die Bahnhofstraße. Es entwickelte sich ein Fachgeschäft für Raumausstattung, in dem die Kunden in den Bereichen Bodenbeläge, Vorhänge, Jalousien, Wandbekleidung und Polstermöbel eine große Auswahl und zusätzlich viel Fachwissen erwarten konnten.

Vor wenigen Wochen war damit Schluss: Nach einem Räumungsverkauf blieben Laden und Polsterwerkstatt geschlossen. Mit Wehmut blickt Pfitzmayr zurück: „Supermärkte und Internet machten das Ladengeschäft uninteressant, wir hatten keinen Nachfolger und auch unser Alter spielte eine Rolle.“ Deshalb ist er froh, einen Käufer für seinen bisherigen Besitz gefunden zu haben. Dieser will das gesamte Erdgeschoss künftig als Küchenstudio nutzen und in den Obergeschossen Wohnungen einrichten.

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