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Gundremmingen

27.02.2016

Jetzt sind die Bürger beim Dorfladen an der Reihe

Damit der geplante Dorfladen in Gundremmingen Wirklichkeit wird, hat sich bereits eine Projektgruppe gebildet. Eine Bürgerbefragung und eine Machbarkeitsstudie soll zeigen, wie und ob das Vorhaben realisiert werden kann.
Bild: Peter Wieser

Die Gundremminger haben sich für ein solches Geschäft in ihrem Ort ausgesprochen. Nun hat es die erste Besprechung gegeben. Dabei wurde einiges auf den Weg gebracht.

Vor wenigen Tagen hatte bei der Informationsveranstaltung im Auwald-Sportzentrum nahezu jeder der Teilnehmer dem Projekt Dorfladen zugestimmt (wir berichteten). Elf Mitglieder aus der Projektgruppe haben am Freitag nun im Gundremminger Rathaus mit Volker Hahn vom Institut für Nahversorgungs Services besprochen, wie sie vorgehen. Hahn, selbst Geschäftsführer eines Dorfladens im fränkischen Heilgersdorf, hat verschiedene solcher Projekte begleitet.

Bürgermeister Tobias Bühler erklärte direkt zu Beginn, er habe einen Anruf eines Wettbewerbers erhalten, bei dem Hahn auf Übelste beschimpft worden sei. Recherchen und Gespräche mit Gemeinden hätten aber ergeben, dass jede wieder mit ihm zusammenarbeiten würde. „Warum sollten sich Bürgermeister anlügen“, meinte Bühler. Auch auf der Internetseite unserer Zeitung schrieb ein Leser unter anderem von „Zombi-Läden“, weil fast niemand mehr in die von Hahn begleiteten Geschäfte gehe, und dass den Geschäftsführer der Mindestlohn nicht interessiere. Bei Nachfragen unserer Zeitung bei zwei Märkten bestätigten sich die Vorwürfe aber nicht.

Warum soll es auch in Gundremmingen einen Dorfladen geben? Um auch älteren Bürgern die Möglichkeit zu geben, im Ort einzukaufen. Sie vermisse die Gemeinschaft, sagte bei dem Termin im Rathaus beispielsweise Irmgard Arlt. Es dürfe nicht alles aus dem Ort verschwinden, meinte auch Marga Hirner. „Es wäre eine Bereicherung für Jung und Alt“, betonte Alexa Kille vor allem auch im Hinblick auf regionale und qualitativ gute Produkte. Am Freitag ging es nicht um den Standort, sondern darum, wie das Projekt gelingen könnte. Wichtig dabei ist zu wissen, wo die Gundremmiger derzeit einkaufen.

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Das Bestehende soll Bestand haben

Ein Beispiel: Das Mehl holen sie in Aislingen, das Gemüse in Gundelfingen, und Fleisch und Wurst kommen aus Offingen oder Baumgarten. So sind 30 Kilometer schnell gefahren. „Es ist nicht wichtig, was wir wollen, sondern was die Bürger wollen“, betonte Hahn. Die Diskussion im Rathaus drehte sich also um Standardsortiment und Sortimentsergänzung, Aktionen, Möglichkeiten der Auswahl der Lieferanten, aber auch um einen Besuch bei bereits bestehenden Dorfläden. Auch die ansässige Bäckerei soll in die Gespräche einbezogen werden. Denn das Bestehende wolle niemand kaputt machen, worauf bei dem Termin etwa Ernst Tauber hinwies.

Zunächst sind nun die Bürger gefragt. Punkt für Punkt wurde ein Fragebogen ausgearbeitet. Unter anderem sind darin Abfragen über das Einkaufsverhalten, Bedürfnisse sowie Wünsche zu Warengruppen und Dienstleistungen enthalten. Weiterer Bestandteil ist das Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit, möglicherweise eigene Produkte oder Dienstleistungen anzubieten und die Bereitschaft einer einmaligen Zeichnung von Anteilsscheinen. Ein bisschen müsse es schon weh tun, meinte Hahn, dafür sei dies aber auch Anreiz, im Dorfladen einzukaufen. Eine Beteiligung von Vereinen und Firmen sei ebenfalls möglich. Verteilt werden soll der Fragebogen in Schnuttenbach, Rieder und Baumgarten. Angedacht sei, dass 25 Prozent des Gewinns in Rücklagen fließen, über den Rest entscheiden die Gesellschafter. „Die Verzinsung ist die steigende Lebensqualität“, betonte Hahn.

Wie hat die Projektgruppe den Termin empfunden? „Es hat gepasst“ und „Es geht schnell voran“, meinte Daniela Seydler. „Warten wir, was die Bevölkerung sagt“, sagte der Zweite Bürgermeister Anton Frey. Eines wurde deutlich: Die Bürger wollen ihrem Dorfladen.

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