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Waldstetten

26.05.2020

Jetzt sind freie Dachformen in Waldstetter Baugebiet möglich

Jetzt sind freie Dachformen im neuen Waldstetter Baugebiet zulässig.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Der Waldstetter Marktgemeinderat kippt die Festlegungen für Gebäude wegen neuer Vorgaben aus dem Landratsamt. Was nun gilt.

In Bebauungsplänen wird üblicherweise vorgeschrieben, wie Häuser aussehen dürfen. Das hat nicht selten umfangreiche Änderungswünsche von Bauherrn zur Folge. Denen kann dann mit Befreiungen entsprochen werden. Das Landratsamt will diese Praxis offenbar nicht mehr mitmachen. Der Marktrat Waldstetten hat deshalb für ein neues Baugebiet großzügige Dachvarianten zugelassen.

Die Problematik taucht immer wieder bei Bauanträgen auf: Weil ein Projekt von den Vorgaben des örtlichen Bebauungsplans abweicht, sollen Befreiungen erteilt werden, zum Beispiel für die Größe eines Gebäudes oder dessen Dachausführung. In Waldstetten ist für das neue Baugebiet „Oberer Wurfbrunnen“ im Norden des Ortes solch ein Änderungswunsch kurzfristig reingekommen, wie Bürgermeister Michael Kusch in der Sitzung des Marktrates informierte. Hatte die vorherige wegen der Corona-Krise noch in der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses stattgefunden, so ging es nun im Schulungsraum wieder deutlich beengter zu.

Der Bebauungsplan wird nun geändert

Der Antrag betraf die Dachformen, wie Michael Unterholzner von der Verwaltungsgemeinschaft Ichenhausen, zu der Waldstetten gehört, erläuterte. Um dem Wunsch des Antragstellers zu entsprechen, wird nun der Bebauungsplan komplett geändert. Laut Bürgermeister sei dies notwendig, weil keine Befreiungen mehr erteilt werden könnten, da das Landratsamt diesen großzügigen Änderungen nicht mehr zustimme, möglicherweise weil dort jetzt andere Vorgaben gelten. Künftig werden im neuen Baugebiet alle Dachvarianten mit Neigungen zwischen 22 und 48 Grad, also beispielsweise Walmdächer, erlaubt. Eine Hauptfirstrichtung wird nicht mehr vorgeschrieben, die Kniestockhöhe gestrichen und die Firsthöhe auf maximal neun Meter beschränkt. Diesen Änderungen stimmte der Marktrat zu.

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Dank sprudelnder Gewerbesteuer fällt die Jahresrechnung von Waldstetten für 2019 deutlich positiver aus, als ursprünglich im Haushalt angesetzt. Der Gesamtetat beträgt laut Aufstellung von VG-Kämmerer Michael Fritz 5,65 statt 2,94 Millionen Euro. Der Hauptanteil entfällt dabei auf die um fast 1,5 Millionen höhere Gewerbesteuer, so Fritz, die eine erheblich gestiegene Zuführungsrate zum Vermögenshaushalt ermöglicht. Die über- beziehungsweise außerplanmäßigen Ausgaben im vergangenen Haushaltsjahr betragen insgesamt rund 467000 Euro in den beiden Etats Verwaltung und Vermögen. Sie kommen zusammen unter anderem durch höhere Umlagen der Gewerbesteuer, für den Landkreis und die Verwaltungsgemeinschaft, bei Ausgaben für Zweckverbände und für den Geh- und Radweg Waldstetten – Oxenbronn. Die Ausgaben sind durch Mehreinnahmen beziehungsweise Minderausgaben gedeckt.

Können Haushaltspläne synchronisiert werden?

Wegen der in Waldstetten nachträglich anfallenden Beträge für Zweckverbände wie Abwasser oder Schulen fragte Freie-Wähler-Rat Mathias Mader, ob eine Synchronisierung der Haushaltspläne innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft (VG) möglich sei. Angesichts von Aufstellungen für acht Doppelhaushalte innerhalb der VG Ichenhausen sei dies organisatorisch schwer realisierbar, sagte Kämmerer Fritz.

Eine Synchronisierung führe an anderen Stellen zu Verwerfungen, zumal Defizite im Folgejahr ausgeglichen würden. In den vergangenen 25 Jahren habe sich diese Haushaltsaufstellung bewährt und eine Änderung sei wenig sinnvoll. Der Marktrat genehmigte außerdem Haushaltsreste in Höhe von circa 535800 Euro aus 2019. Sie fielen an durch geringere Ausgaben unter anderem von nicht erfolgten Baumaßnahmen. (wk)

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