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Kötz/Ichenhausen

24.02.2019

Johanniter ziehen Bilanz ihres Engagements in Kötz

Pfarrer Ernst Sperber segnete zwei neue Einsatzfahrzeuge.
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Pfarrer Ernst Sperber segnete zwei neue Einsatzfahrzeuge.
Bild: Bernhard Weizenegger

Seit April 2015 ist die Hilfsorganisation ehrenamtlich in Kötz aktiv. Das haben die Mitglieder jetzt im Unteren Schloss in Ichenhausen gefeiert.

Seit Herbst 2014 betreiben die Johanniter in Kötz einen Rettungswagen. Das Einsatzmittel war nach dem Gewinn einer entsprechenden Ausschreibung vom vorherigen Standort beim Roten Kreuz in Günzburg abgezogen worden, seither gibt es in der Kreisstadt nur noch einen von zuvor zwei Rettungswagen. Im vergangenen Jahr bekamen die Johanniter dann auch noch den Zuschlag für einen zusätzlichen Krankentransportwagen.

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Nun will die Hilfsorganisation am Standort auf jeden Fall eine Garage als Ersatz für den Carport bauen, sagte Michael Rettenmaier, Mitglied des Vorstands im Regionalverband Schwaben, gegenüber unserer Zeitung. Das Einzige, was noch nicht feststeht, ist die Größe. Denn sie hängt davon ab, ob die Johanniter die Ausschreibung des Rettungswagens erneut gewinnen und somit auch Platz für dieses Fahrzeug brauchen. Das wird sich in wenigen Monaten zeigen. Das ehrenamtliche Engagement der Johanniter in Kötz hingegen gibt es erst seit April 2015.

Heute gibt es 28 Mitglieder und 20 Hunde in der Staffel

Damals wurde die Rettungshundestaffel Schwaben mit acht Mitgliedern und fünf Hunden in Ausbildung gegründet. Auf das, was daraus entstanden ist, haben die Johanniter am Donnerstag bei einer Feier im Rokokosaal des Unteren Schlosses in Ichenhausen geblickt. So wurde die Staffel am 1. März 2016 offiziell bei der Integrierten Leitstelle Donau-Iller in Dienst gestellt, am 1. Mai desselben Jahres gab es den ersten Fund bei einem Rettungshundeeinsatz. Heute gibt es 28 ehrenamtliche Mitglieder, 20 Hunde und fünf geprüfte Teams. Zwischen 20 und 30 Einsätze bei 40 bis 50 Alarmierungen wurden absolviert und in den Rettungshundeeinsätzen gab es zwei Funde. Mehr als 29000 ehrenamtliche Stunden wurden geleistet.

Johanniter ziehen Bilanz ihres Engagements in Kötz

Damit die Johanniter auch weiter mobil sind, wurden nun zwei ältere Fahrzeuge durch einen neuen Transporter mit fünf Hundeboxen und Platz für neun Einsatzkräfte sowie ein Führungsfahrzeug ersetzt. Wie Rettenmaier sagte, sei das Besondere daran, dass die Wagen aus eigener Kraft der Kollegen in Kötz finanziert wurden, beispielsweise durch Spenden und durch die Einnahmen aus dem Sanitätsdienst. Pfarrer Ernst Sperber segnete die Fahrzeuge vor dem Schloss.

„Die Motivation ist das Wir“

Für die Johanniter ist der Teamgeist sehr wichtig, betonte Heiko Feist, Bereitschaftsleiter für den Landkreis Günzburg, in seiner Ansprache. „Die Motivation ist das Wir.“ Und so wurde bei der Feier eine ganze Reihe von Ehrenamtlichen für ihr Engagement ausgezeichnet. Dazu gehören Michaela Saiko, die Leiterin der Rettungshundestaffel, ihr Stellvertreter Peter Braun, Anna Braun, Jessica Imminger, Christoph Wiegard, Daniel Carmagnani, Stefanie Engelhardt, Julia Fritsch sowie Heiko Feist. Noch geehrt wird Hans-Peter Kühling. Die Johanniter sind aber auch auf die Unterstützung von außen angewiesen.

So stehen ihnen beispielsweise die Unternehmer Ferdinand Munk von der Günzburger Steigtechnik und Jürgen Conzelmann mit ihren Familien zur Seite. Munk lässt die Rettungshundestaffel bei sich trainieren und er hat nach eigenen Worten unter anderem bereits mehr als 110000 Autoaufkleber mit dem Hinweis auf die Rettungsgasse verschenkt. Jetzt spendete er 400 Euro für ein geselliges Fest der Ehrenamtlichen. Conzelmann forderte dazu auf, dass die Menschen dem Beispiel der Johanniter folgen und sich lieber engagieren sollten, als bei Unfällen zu gaffen oder sich selbst in Gefahr zu bringen, indem sie etwa in durch Lawinen gefährdete Gebiete fahren. Er sagte zu, ein Fahrzeug der Einsatzkräfte zu bezuschussen.

Auszeichnung für verlässliche Unterstützer

Für das stete Engagement wurden Munk und seine Frau Ruth, Conzelmann sowie Dietmar und seine Frau Ingrid Notz – er ist bei der Bergwacht und unterstützt die Rettungshundestaffel etwa bei Abseilübungen – ausgezeichnet. Lange konnten nicht alle feiern: Um 21.30 Uhr wurde die Hundestaffel alarmiert. In Senden wurde ein zehnjähriges Kind vermisst. Vier Hundeführer mit vier Hunden und vier Helfern machten sich auf den Weg. Doch bereits auf der Anfahrt wurde der Einsatz beendet, da das Kind wieder gefunden worden war. (cki)

Lesen Sie hier: „Die Anfahrt bei Notfällen wird kürzer“

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