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Attentat

22.11.2013

John F. Kennedy auf der Spur

In Scheppach erinnert die John-F.-Kennedy-Straße an den US-Präsidenten.
Bild: Foto: Bernhard Weizenegger

Im Landkreis erinnert nur eine Straße in Scheppach an den US-Präsidenten, der vor 50 Jahren erschossen wurde.

Die Bilder haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. John F. Kennedy wird am 22. November 1963 um 12.30 Uhr in Dallas erschossen. Der frühere Günzburger Oberbürgermeister Dr. Rudolf Köppler, der damals in Erlangen Jura studierte, saß zur Zeit des Attentats mit seiner Frau Ingelore im Kino. Nach der Vorführung hörte der gebürtige Berliner von den tödlichen Schüssen im Radio. Köppler konnte die Nachricht vom Tod des US-Präsidenten nicht fassen. „Ich dachte, ich bin in einem schrecklichen Hörspiel gelandet“, sagt der heute 77-Jährige im Rückblick. Für ihn sei es unvorstellbar gewesen, dass ein geschützter Mann wie Kennedy einem Attentat zum Opfer fallen könnte.

Köppler ist heute noch ein Fan des US-Präsidenten, der durch seinen frühen, tragischen Tod zum Mythos wurde. „Er war einer der beiden Hoffnungsträger für eine bessere Welt.“ Der andere sei Papst Johannes XXIII. gewesen. Mehr als 100000 Berliner hätten einen Trauerzug für den US-Präsidenten gebildet. „Wir haben einen Freund verloren“ stand auf Transparenten. Mit den Worten „Ich bin ein Berliner“ habe sich Kennedy einen Platz in den Herzen der Bewohner der damals geteilten Stadt gesichert. Der US-Präsident habe zwei Jahre nach dem Bau der Mauer Sicherheit für die weitere Existenz West-Berlins gegeben, sagt Köppler, der 1970 zum Günzburger Oberbürgermeister gewählt wurde: „Für die Berliner war Kennedy ein Idol.“

Der Alt-OB neigt nicht zu gefühlsmäßigem Überschwang. „Dieses Attentat hat mich aber erschüttert und tief bewegt.“ Er habe mit dem Tode Kennedys eine Hoffnung schwinden sehen. Auch in vielen Kommunen in der Bundesrepublik Deutschland wurden Straßen und Plätze nach dem US-Präsidenten benannt. Als für das Günzburger Dossenberger-Gymnasium (der Neubau wurde im April 1970 eröffnet) ein Name gesucht wurde, habe es auch den Vorschlag gegeben, es nach John F. Kennedy zu benennen, weiß Köppler. Als Oberbürgermeister habe er allerdings keinen Anlauf mehr unternommen, eine Straße dem ermordeten amerikanischen Präsidenten zu widmen. Da sei der Abstand zum Attentat bereits zu groß gewesen.

Spuren, die an John F. Kennedy erinnern, gibt es im Landkreis Günzburg kaum. Allein in Jettingen-Scheppach ist eine Straße im Gewerbegebiet nach dem US-Präsidenten benannt. „Das war ein Wunsch der Firma Robatherm“, teilt Bürgermeister Hans Reichhart auf Anfrage mit. Firmenchef Albert Baumeister habe diese Anregung gegeben. Robatherm sei der einzige Anlieger, und der Marktgemeinderat habe dem Wunsch gerne entsprochen, sagt Reichhart. Der Rathauschef war elf, als er vom tragischen Tod Kennedys erfuhr. „Wir sind dann nicht mehr vom Fernseher weggegangen.“ In der Kubakrise habe der US-Präsident Standhaftigkeit bewiesen. „Erst das Attentat hat den Mythos begründet“, meint Reichhart. Er warnt davor, Kennedy nur als „Strahlemann“ zu sehen.

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