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Kreis Günzburg

28.07.2017

Jugendliche „fit“ machen für die Demokratie

Am Freitag, 15. September, können Jugendliche unter 18 Jahren zwischen 8 und 15 Uhr gewissermaßen zur Probe wählen.
Bild: Marcus Merk (Archivfoto)

Im Landkreis Günzburg können Jugendliche unter 18 Jahren vor der Bundestagswahl zur Probe abstimmen.

Interesse an „Politik“? Auch bei ihr habe sich das erst allmählich entwickelt, denkt Birgit Baumann zurück. Aber als es dann um die Gestaltung eines Jugendzentrums ging, habe sie sehr schnell gespürt, wie wichtig „Politik“ sei. Im Krumbacher Jugendzentrum (Juze) war sie immer gerne – und dann war sie jahrelang im Vorstand des Juze-Vereins. Ein neues Jugendzentrum? Wenn das zum Thema wird, braucht man „die Politik“. Die 28-Jährige ist heute Quartiersmanagerin und Jugendpflegerin der Stadt Krumbach. Bei dieser Tätigkeit gibt es viele Schnittstellen zur Kommunalpolitik. Im Krumbacher Jugendzentrum ist Birgit Baumann nach wie vor oft, doch in einer ganz anderen Rolle als früher. Jugendliche mit den demokratischen Spielregeln vertraut zu machen, sie gewissermaßen auch „fit“ zu machen für die Demokratie – das sieht sie als eine ihrer wesentlichen Aufgaben. Dazu gehört auch das Projekt U-18-Wahl, das im gesamten Landkreis Günzburg stattfinden wird.

Am Freitag, 15. September, können Jugendliche unter 18 Jahren zwischen 8 und 15 Uhr gewissermaßen zur Probe wählen. Wenige Tage später findet dann die „richtige“ Bundestagswahl statt. Das Projekt U-18-Wahl gibt es seit 1996, damals fand die Premiere in Berlin statt. Im Vorfeld der Bundestagswahl wird es bundesweit wohl rund 900 Orte geben, an denen Jugendliche zur Probe wählen können. Nach Angaben des Kreisjugendrings sind unter anderem die Mittelschule Burgau, die Maria-Theresia-Mittelschule Günzburg, die Grund- und Mittelschule Wasserburg und die Mittelschule Leipheim mit dabei.

Während die meisten beteiligten Schulen im Landkreis die Wahlen vor Ort durchführen, bildet Krumbach mit dem Juze als zentralem „Wahllokal“ eine Ausnahme. Der Krumbacher Jugendreferent Maximilian Behrends geht davon aus, dass sich an dem Projekt allein in Krumbach rund 500 Schüler beteiligen: drei Klassen des Simpert-Kraemer-Gymnasiums, sechs Klassen der Mittelschule, vier Klassen der Realschule und vier Klassen der Fachakademie für Sozialpädagogik. Die Schüler werden am Tag der Probewahl mit Bussen zum Jugendzentrum gebracht. Auch die Berufsschule in Krumbach ist dabei, wählt aber an diesem 15. September in eigenen Räumen.

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Die Veränderung der Medienwelt verändert die Wahrnehmung

Träger des Projekts U-18-Wahl sind unter anderem der Bundesjugendring und das Deutsche Kinderhilfswerk. Gefördert wird die Aktion vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Bundeszentrale für politische Bildung. Auf der Internetseite des Projekts, aber auch beispielsweise bei der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es jede Menge Infos rund um das Thema Bundestagswahl. In den teilnehmenden Klassen wird das Thema verstärkt im Vordergrund stehen.

Der 31-jährige Maximilian Behrends unterrichtet seit 2011 an der Mittelschule Krumbach. Dabei spürt er, wie die rasante Veränderung der Medienwelt auch die politische Wahrnehmung von Jugendlichen verändert hat. Die viel zitierte „politische Bildung“ hat sich inzwischen darauf eingestellt, mit Videos, mit „einfacher Sprache“, mit eigener Präsenz in sozialen Medien und und und. Bei Behrends gibt es im Unterricht jeden Morgen die „Tagesschau in 100 Sekunden“ zu sehen. Die Schüler schreiben sich dann drei Nachrichten auf, die für sie wichtig sind, danach wird diskutiert. Politische Bildung im althergebrachten „Paukerstil“, das ist heute chancenlos.

Birgit Baumann spürt, dass es schwieriger geworden ist, Jugendliche dazu zu bringen, sich zu engagieren. Warum lässt das Interesse der Jugendlichen an Politik nach? Behrends ist sich sicher, dass nicht nur Entwicklungen der Medienlandschaft dafür verantwortlich sind. Er verweist darauf, dass von den 61,6 Millionen Wahlberechtigten 56,1 Prozent über 50 Jahre alt sind. Nur 15,4 Prozent sind unter 30 Jahre alt, lediglich 4,8 Prozent sind Erstwähler. Angesichts dieser Zahlenverhältnisse würden Jugendthemen in der Politik nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Jugendlichen würden dies spüren, sie würden sich offensichtlich von der Politik vernachlässigt fühlen. Aber es sei keine Lösung, den Kopf in den Sand zu stecken. Auch in diesem Sinn möchten die Organisatoren der U-18-Wahl wie die Krumbacher Birgit Baumann und Maximilian Behrends ein Zeichen setzen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

31.07.2017

Bei der linksversifften Bildungspolitik kann das nichts Objektives werden. In der Schulen wird permanent von Klimawandel und Umweltverschmutzung gepredigt, die radikalen Religionen werden verharmlost und konservative Parteien werden bestenfalls "nicht erwähnt", eher aber als Populisten und Rechte gebrandmarkt. Und das nicht zuletzt, weil man im Deutschland des Jahres 2017 seine politische Überzeugung nicht mehr laut kundtun darf. Man muss hier angst um seinen Arbeitsplatz haben, wenn diese Einstellung nicht dem Gutmenschen-Mainstream entspricht. Dank dem Netzdurchdringungsgesetz wurde das Recht auf freie Meinungsäußerung quasi abgeschafft. Und im September gehen die Schafe wieder brav CSU wählen. Eine Partei, deren Vorsitzender nie mehr als leere Versprechnungen macht. Die Neusten sind : NACH der Wahl wird über eine Obergrenze bei den "Flüchtlingen" verhandelt....und NACH der Wahl kommt die Homoehe auf den Prüfstand. Letzteres könnte meine Meinung nach swo bleiben, wie es kürzlich beschlossen wurde.

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31.07.2017

Für Sie ist offenbar schon die CSU linksversifft. Und die ist in den Medien wahrlich nicht unterrepräsentiert. Drehen Sie mal den Kopf nach rechts - da ist nur noch die Wand.

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