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Landkreis Günzburg

23.11.2017

Jugendliche werden nicht fallengelassen

Kinder und Jugendliche in einer schwierigen Lebensphase lässt der Landkreis Günzburg nicht fallen, sondern versucht sie zu begleiten. Das lässt sich der Kreis auch einiges kosten.
Bild: Alexander Kaya

Bei den Ausgaben für zu betreuende Kinder und Jugendliche ist der Landkreis spitze. Welches Angebot besonders teuer kommt und was ausgebaut werden soll.

Neugeborene können sich ihr familiäres und soziales Umfeld nicht aussuchen. Die allermeisten haben Glück, bei einigen Kindern gestaltet sich der Weg ins Leben dagegen schwierig. Nicht selten gelingt er nur mithilfe einer ambulanten Betreuung, der Aufnahme in einer Pflegefamilie oder der stationären Unterbringung in einem Heim. Über die aktuelle Lage im Landkreis berichtete Jugendamtsleiterin Antonia Wieland im Jugendhilfeausschuss des Kreistags.

Etwa 26000 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende leben im Landkreis. Das entspricht gut 21 Prozent der Gesamtbevölkerung. Etwa 27 von 1000 der unter 21-Jährigen waren im Durchschnitt des Vorjahres über das Jugendamt ambulant oder stationär betreut worden. „Tendenz steigend“, wie Antonia Wieland sagte.

Mit seiner Quote von 27:1000 liegt der Landkreis unter dem bundesdeutschen und auch dem schwäbischen Durchschnitt. Mit an der Spitze liegt er dagegen bei den Ausgaben. Was im Jugendhilfeausschuss ausdrücklich gelobt wurde. Das Günzburger Jugendamt, erklärte etwa der Psychologe und Erziehungsberater Artus Geis, gehe im Gegensatz zu vielen anderen Landkreisen „nicht nach Schema F, sondern individuell“ und dabei erfolgreich vor. Unter anderem auch durch eine sozialpädagogische Familienhilfe, die nicht überall angeboten wird. Das koste zwar zunächst mehr Geld, zahle sich auf längere Sicht aber aus, betonte Geis.

Besonders teuer ist die Unterbringung in Heimen. Wo immer möglich, soll der Anteil derer, die in Heimen betreut werden, deshalb wie schon in den vergangenen Jahren weiter gesenkt werden. Derzeit machen Heimkinder etwa die Hälfte der Betreuten aus. „Wir wollen das Pflegekinderwesen weiter ausbauen“, erläuterte Antonia Wieland. Das Jugendamt ist deshalb auf der Suche nach zusätzlichen Pflegefamilien.

Auch, wenn die Begleitung von Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebensphasen viel Geld kostet – das Motto des Landkreises laute auch in diesem Fall: „Jeder soll die Hilfe bekommen, die er benötigt“, erklärte Landrat Hubert Hafner abschließend.

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