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Kammeltal

22.11.2019

Kammeltal eignet sich sogar als Kurgebiet

Im neuen Regionalplan wird Kammeltal – hier zu sehen der Ortsteil Wettenhausen – als Gebiet mit „besonders landwirtschaftlicher Vielfalt, Eigenart und Schönheit“ gelobt.
Foto: Bernhard Weizenegger

Der neue Regionalplan schwärmt von der Gemeinde Kammeltal in den höchsten Tönen. Was das bedeutet.

Ginge es rein ums Marketing, hätte Kammeltal gute Karten: Zumindest geht das aus einer Beschreibung im neuen Regionalplan hervor. Der beschreibt die Gemeinde so positiv, dass sich Bürgermeister Matthias Kiermasz Gedanken macht, wie sich das wirkungsvoll verwenden lässt. Andere Bestandteile des Regionalplanes wie Windkraft-Vorrangflächen haben Nachfragen ausgelöst.

In wenigen Tagen wird die Fortschreibung des Regionalplans des Regionalverbands Donau-Iller, zu dem der Landkreis Günzburg gehört, im Günzburger Forum am Hofgarten öffentlich präsentiert. Die Unterlagen sind im Internet unter www.rvdi/regionalplan/fortschreibung abrufbar, wie der Bürgermeister den Gemeinderat informierte. Deshalb wurde auch auf eine umfassende schriftliche Vorlage verzichtet. Die Pläne können zudem im Rathaus bis 17. Januar 2020 eingesehen werden.

Die Gemeinde Kammeltal punktet bei der "Erholung"

Unter dem Punkt „Erholung“ wird Kammeltal als Gebiet mit „besonders landwirtschaftlicher Vielfalt, Eigenart und Schönheit“ mit besonderer Eignung für landschaftsgebundene Naherholung beschrieben. Und sogar für die Kurerholung mit besonderer Ausstattung an erholungsrelevanter Infrastruktur und kulturhistorischen Zeugnissen als Vorbehaltsgebiete für Erholung wird Kammeltal eingestuft und so in der Raumnutzungskarte dargestellt.

„Wir werden nicht gleich Kurtaxe erheben können“, meinte der über diese Beschreibung sichtlich erfreute Bürgermeister, aber darüber hinaus sei Kammeltal auch als Siedlungsbereich geeignet: „Wir dürfen mehr Siedlungsflächen anbieten“, so könne der Siedlungsdruck von Nachbargemeinden aufgefangen werden. Da es aber derzeit eher schwierig sei, geeignete Flächen zu bekommen, werde sich der Gemeinderat deshalb nach der Kommunalwahl mit dem Flächennutzungsplan befassen.

Nachfragen gab es zum Thema Windkraft

Kiermasz erwähnte die Kritik vom Kreisheimatpfleger am neuen Baugebiet im Ortsteil Goldbach, das als nicht bedarfsgerecht bezeichnet wurde, aber mittlerweile so gut wie ausgebucht ist. Deshalb sei es sinnvoll, geeignete Siedlungsflächen zu finden. Das Thema Windkraft im neuen Regionalplan veranlasste Zweiten Bürgermeister Johann Anwander zur Nachfrage, ob die Gemeinde auf die Vorranggebiete Einfluss habe. Bisher sei nicht bekannt, ob sich Vorranggebiete auf den Regionalplan auswirken, sagte Bürgermeister Kiermasz, bisher seien lediglich Positiv- und Negativgebiete eingetragen. Wenn der Gesetzgeber in dieser Sache etwas ändere, müsse sich der Regionalverband damit befassen.

Die ursprünglich als Vorranggebiete bezeichneten Flächen in Behlingen und Ellzee, wie Anwander ergänzte, seien aus fachlicher Sicht ungeeignet, ebenso wie solche zwischen Hammerstetten und Burgau (Beerenberg), sie seien inzwischen rausgenommen, so Kiermasz. Gleiches gelte für einen schon mal in Erwägung gezogenen zusätzlichen Autobahnanschluss Knöringen, der auf Wunsch des Bürgermeisters nicht mehr verfolgt werde.

ICE-Trasse soll die Gemeinde Kammeltal nicht durchqueren

Ratsmitglied Johannes Schwarz legte Wert darauf, dass die ICE-Trasse der geplanten Neubaustrecke Augsburg–Ulm nicht den Gemeindebereich durchquere. Im Regionalplan fehlt sie, sei aber im Bundesverkehrswegeplan als mehrfach beschriebene „Wurst“ enthalten: „Man muss aber wachsam bleiben“, so Kiermasz, die komplette Ablehnung könne im Regionalplan derzeit nicht erfolgen.

Lesen Sie dazu auch: Jetzt wird über den Regionalplan diskutiert

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