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Leitungen

15.03.2019

Kanäle werden unter die Lupe genommen

Die Gemeinde Bibertal möchte ein Kanalkataster erstellen.

Das Netz in der Gemeinde Bibertal ist etwa 70 Kilometer lang. Jetzt soll ein Kataster erstellt werden. Das sind die Gründe

Rund 70 Kilometer ist das Kanalnetz der Flächengemeinde Bibertal lang. Um es funktionsfähig zu halten, die Sanierung effizient planen zu können und eine transparente Beitrags- und Gebührenkalkulation zu ermöglichen, entschied der Gemeinderat einstimmig, ein qualifiziertes Kanalkataster zu erstellen. Begonnen wird aus praktischen Gründen im Ortsteil Bühl, dort erhofft man sich den größten Effekt.

Bisher ist der Kanalbestand im geografischen Informationssystem (GIS) erfasst. Aufgegliedert nach Ortsteilen sind Lage, Durchmesser und Tiefe erfasst, die 1617 Schächte sind ebenso erfasst wie die durchschnittliche Schachttiefe von 2,5 Metern. Was fehlt, um der Kontrollpflicht, die für Gemeinden und für Privathaushalte gleichermaßen gilt, nachgehen zu können, ist die Befahrung der Leitungen mit einer Videokamera. In Bibertal sind Abwasserdruckleitungen (14 Kilometer), Mischwasser- und Schmutzwasserkanäle (42 Kilometer) sowie Regenwasserkanäle (14 Kilometer) verlegt. „Wir haben in Bibertal keinerlei Befahrungen. Wenn wir jetzt in einem Zug das komplette Netz mit der Kamera anschauen und anschließend auswerten, bekommen wir wahrscheinlich hundert Handlungsfelder, die wir in kurzer Zeit nicht abarbeiten können. Deshalb bin ich dafür in Bühl zu beginnen und dann schrittweise fortzufahren“, sagte Bürgermeister Oliver Preußner.

Die Bestandsdaten wurden noch unter dem damaligen Bürgermeister und heutigen Gemeinderat Wolfgang Beyer erhoben. Das Inspizieren der Kanäle mit der Kamera hat dann aber nie begonnen. „Bibertal ist da in guter Gemeinschaft mit vielen anderen bayerischen Gemeinden“, befand Franz Peter Degen, dessen Ingenieurbüro mit der Erstellung des Kanalkatasters betraut ist. Bürgermeister Oliver Preußner stellt den Zeitplan vor: „Die Befahrung der Kanäle und aller Abzweige bis zu den Kontrollschächten auf Privatgrund sollte 2019 möglich sein. Sie wird rund 75 000 Euro kosten. Ende 2019 bis Anfang 2020 liegen dann die Ergebnisse vor.“

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In der Diskussion mit den Gemeinderäten wurde klar, dass Wert darauf gelegt wird die Kanäle der Neubaugebiete in Bühl nicht mit der Kamera zu befahren. Ingenieur Degen wies darauf hin, dass ein sanierter und damit dichter Kanal zwar kein Schmutzwasser mehr hinauslasse, aber auch kein Fremdwasser mehr hereinlasse.

Beide Effekte seien gewollt, aber nichtsdestotrotz sei Grund- und Niederschlagswasser im Erdreich vorhanden und suche sich bei einem Wegfall der Drainagewirkung eines undichten Kanalnetzes einen neuen Weg. (sawa)

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