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Ichenhausen

13.11.2018

Katzenhalterin sorgt sich wegen Giftköder

Die Katzenhalterin macht sich auch Sorgen um ihre sieben Wochen alten Kätzchen, schließlich bringt die Mutterkatze ihnen ihre Beute nach Hause.
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Die Katzenhalterin macht sich auch Sorgen um ihre sieben Wochen alten Kätzchen, schließlich bringt die Mutterkatze ihnen ihre Beute nach Hause.
Bild: Philipp Wehrmann

Eine Katze brachte in Rieden einen Schinken mit blauer Substanz darin nach Hause. Die Polizei ermittelt und schickte eine Probe des Stoffs zur Untersuchung an ein Institut.

In Claudia Vogeles Küche stehen einige Näpfe aufgereiht. Sie verbringt viel Zeit mit ihren sechs Katzen. Um halb sieben, jeweils morgens und abends, schlendert eine nach der anderen an ihren Platz. „Da kann man die Uhr nach stellen“, sagt Vogele. Denn dann ist Futterzeit. Roxy, eine der sechs Katzen, hat vor sieben Wochen drei Kätzchen zur Welt gebracht. Seit vergangener Woche macht sich die Frau aus dem Ichenhauser Ortsteil Rieden Sorgen um ihre Haustiere.

Am vergangenen Mittwoch hat Roxy, das Muttertier, etwas mitgebracht, was nicht in den Napf gehört – ein seltsames Stück Schinken, in dem eine dunkelblaue Substanz versteckt war. Vogele ist sich sicher, dass es sich um Gift handelte. Sie brachte das Muttertier und die drei Kätzchen mit Milch zum Erbrechen – weil sie fürchtete, sie könnten Gift verspeist haben. Den Tieren geht es gut. Natürlich könne Tieren etwas passieren, nicht zuletzt würden Katzen häufig Autos zum Opfer fallen. Das sei traurig, aber unvermeidbar. Doch dass jemand Tieren absichtlich Gift unterjubeln wolle, was einen grausamen Tod herbeiführe, das verstehe sie nicht. „Das ist für mich Mord“, sagt die 56-Jährige.

Nach Darstellung der Katzenhalterin ist es nicht der erste Zwischenfall

Es sei nicht das erste Mal, dass einem ihrer Tiere etwas zustoße. Eines war mit einer glatten, geraden Wunde am Kopf nach Hause gekommen. Vogele vermutete einen Autounfall, doch die Tierärzte hätten gesagt, die Wunde stamme von einer Schaufel. Eine andere Katze sei getreten und schlimm verletzt worden, seitdem sei sie menschenscheu. Nur noch Vogeles Tochter habe einen Zugang zu dem Tier. Ein vierjähriger Kater der Familie brach auf der Treppe zum Haus zusammen und starb. Auch damals vermutete sie eine Vergiftung. „Mir reicht es endgültig.“

Vogele hat sich häufig Katzen angenommen, die ausgesetzt oder schlecht behandelt worden waren. „Ich versuche, ihnen ein Paradies zu bieten. Und das ist es auch, wenn nicht diese Köder wären.“ Am Donnerstag, am Abend nach dem Fund, fuhr Vogele nach der Arbeit zur Polizeiinspektion Günzburg und erstatte Anzeige gegen Unbekannt. Zuvor hatte sie die Tierärzte des Veterinärwesens am Landratsamt Günzburg informiert. Ihre Katzen dürfen vorerst nur noch tagsüber nach draußen.

Die Polizei hofft auf Zeugenhinweise

Die Polizei ermittelt wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, sagt Stefan Müller, Leiter der Günzburger Polizeiinspektion. Zu Verfahrensdetails könne er sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Die Polizei hatte um Zeugenhinweise gebeten. „Möglich wäre zum Beispiel, dass jemand Köder gegen Ratten auslegt, und diese an Haustiere gelangten.“ Bisher habe sich niemand gemeldet.

Tiere haben einen geringeren rechtlichen Stellenwert als Menschen. Auf die Frage, wie intensiv die Polizei bei Delikten gegen Tiere ermittle, sagt Müller: „Tiere genießen einen besonderen Schutz im Sinne des Tierschutzgesetzes. Hier ist ein Lebewesen zu Schaden gekommen. Das ist selbstverständlich etwas anderes als eine beschädigte Parkbank.“ Seit 2012 habe es neun Anzeigen im Zusammenhang mit Hunden und Katzen gegeben. In fünf Fällen ging es um Vergiftungen, bei zweien um Tritte, ein Tier war in eine Falle geraten und eines überfahren worden. Für mehr als sechs Jahre sei das überschaubar, sagt Müller. „Von einer Häufung kann keine Rede sein.“

Nun wird die Substanz analysiert

Der Sachbearbeiter habe mit Dr. Franz Schmid, Leiter des Veterinärwesens am Landratsamt, gesprochen. Man gehe davon aus, dass es sich bei der Substanz um Rattengift, Schneckenkorn oder den Düngestoff Blaukorn handle, sagt Müller. Während Rattengift bei Katzen in kleineren Dosen zum Tod führe, sei bei den anderen beiden nur der Verzehr größerer Mengen lebensgefährlich. Die Polizei schicke die Probe an ein Fachinstitut.

Die Polizei bittet um Zeugenhinweise

Die Polizeiinspektion in Günzburg nimmt Hinweise von Zeugen zu dem mutmaßlichen Köder in Rieden unter der Telefonnummer 08221/919-0 entgegen.

Die ursprüngliche Meldung der Polizei zu dem Fall lesen Sie hier .

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