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Historie

20.12.2013

Keine Zweifel an Günzburgs Geschichte

So viel scheint sicher. Die Römer gründeten in den Jahren 77/78 eine Militärsiedlung in Günzburg.
Bild: Weizenegger

Die Stadt feierte 1977 zu Recht das erste Guntiafest, das an die Gründung der Römer-Siedlung erinnerte

Landkreis Für Augsburg ist ein Traum geplatzt: „Augusta vindelicum“, wie es die Römer nannten, ist offensichtlich nicht die zweitälteste Stadt Deutschlands nach Trier. Wissenschaftler sagen nun, dass es Augsburg erst seit läppischen 1998 Jahren gibt (wir berichteten). Die pompöse 2000-Jahr-Feier anno 1985 wäre demnach ein großer Irrtum gewesen. Nun ja, Günzburg schmückt sich ebenfalls mit seiner Römer-Geschichte. Und 1977 wurde ja zur Gründung der einstigen Militärsiedlung vor 1900 Jahren das erste Guntiafest gefeiert. Stadtarchivar Walter Grabert ist sich sicher, dass da alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Wenngleich, tausendprozentig sicher könne man da auch nicht sein. Grabert sagt: „Gontia wurde in der zweiten Jahreshälfte 77 oder in der ersten Jahreshälfte 78 nach Christus gegründet.“ Dies hänge von den Ehrentiteln der römischen Kaiser ab, die zum 1. Juli eines Jahres verliehen wurden. Das Jahr gehe aus einer Bauinschrift des römischen Castells hervor, die bruchstückhaft erhalten ist, so Grabert. Und die nenne den Kaiser Vespasian. Dass der Beginn der Römer-Siedlung in Günzburg in die Jahre 77/78 zurückdatiere, sei ziemlich sicher.

Professor Dr. Wolfgang Czysz von der Außenstelle Thierhaupten des Landesamts für Denkmalpflege bestätigt dies. „In Günzburg ist die älteste Siedlung im Landkreis, die genau datiert ist“, sagt Czysz. Besiedelt sei der Platz, an dem die Günz in die Donau mündet, bereits seit der Steinzeit – etwa 5000 vor Christus. Eine Stadt war Günzburg erst im Mittelalter. „Spätestens 1328 hatte Günzburg Stadtrecht“, weiß Grabert. Die erste urkundliche Erwähnung sei im Jahr 1065. Bei anderen Landkreisstädten sieht es so aus:

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lLeipheim: Um 550 nach Christus gründeten Alemannen den Ort. 1063 siegelt Ritter Gumprecht de Liebheim eine Schenkungsurkunde und 70 Jahre später ein Adelbero von Libheim die Übertragungsurkunde eines Gutes an die Abtei St. Ulrich und Afra in Augsburg. Demnach stand Mitte des 11. Jahrhunderts in Leipheim eine Burg.

l Burgau ist 1147 erstmals urkundlich erwähnt, und zwar im Traditionsbuch des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg. Dort ist von den „Herren von Burgau“ die Rede.

lIchenhausen, seit 100 Jahren Stadt, steht 1032 erstmals in den Urkunden. Berichtet wird über einen Mangold von Ichenhausen.

lThannhausen: Der Stadtbereich ist um 400 n. Chr. besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung datiert ins Jahr 1109 zurück. Erwähnt wird ein Adel von Taginhusen.

lKrumbach: Funde aus der Hallstattzeit (800 v. Chr.) sind die ältesten Zeugnisse der Gebietsbesiedlung in Krumbach. Aus dem Jahre 1156 stammt, wie auf der Web-Seite der Stadt zu lesen ist, die erste urkundliche Erwähnung Krumbachs.

Zurück zu Gontia, wie Günzburg in der Römerzeit hieß. Dort könnte man demnach 2027 ein richtiges Jubiläum, das 1950-Jährige, feiern. Archivar Grabert ist jetzt schon bange, dass dies zu einem Bierfest verkommen könnte. „Aber wir haben ja noch Zeit zur Vorbereitung“, sagt der Historiker.

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