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Landgericht Memmingen

12.07.2019

Kicker kommt nach Auseinandersetzung mit Schiri gnädig davon

Das Landgericht Memmingen ist Berufungsgericht für das Amtsgericht Günzburg.
Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Ein Fußballer hat nach einer Auseinandersetzung auf dem Jettinger Sportplatz Erfolg in der Berufung am Landgericht. Was genau passiert ist.

Eine Auseinandersetzung auf dem Jettinger Sportplatz hat jetzt ein glimpfliches Ende gefunden. Im April 2018 war es bei einer A-Klasse-Partie des VfR Jettingen II gegen die SpVgg Gundremmingen zu einem Konflikt zwischen einem Gundremminger Spieler und dem Schiedsrichter gekommen.

Auslöser war ein Abseitspfiff des Referees gegen Ende der zweiten Halbzeit beim Stand von 1:3. Der davon betroffene Gundremminger Spieler schimpfte über die Entscheidung. Der Unparteiische zückte daraufhin die Gelbe Karte. Dann eskalierte die Situation. Wie es später in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft hieß, maulte der Kicker und beleidigte den Schiri mit Kraftausdrücken. Gelb-rot und Platzverweis folgte. Nach dem Match sei es damals zur weit heftigeren Begegnung zwischen Kicker und Schiedsrichter, die mit einem tätlichen Angriff auf den Unparteiischen endete, der die Polizei alarmierte und wegen Körperverletzung Strafantrag stellte.

Kicker erhielt zunächst einen Strafbefehl über 2000 Euro Geldstrafe

Gegen die Geldstrafe von 2000 Euro, die der Mann daraufhin per Strafbefehl zahlen sollte, legte der Fußballer Widerspruch ein. In der folgenden Verhandlung am Amtsgericht Günzburg im März 2019 kam es dann richtig dick für den heute 29-Jährigen. Nach der Anhörung von sechs Zeugen verhängte Amtsgerichtsdirektor Walter Henle wegen Körperverletzung und Beleidigung eine Geldstrafe von 6000 Euro (120 Tagessätze zu 50 Euro). Besonders sauer aufgestoßen hatte dem Richter damals, dass der Angeklagte sich geweigert hatte, sich beim Schiedsrichter zu entschuldigen.

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Die Berufung gegen dieses Urteil des Amtsgerichts Günzburg wurde nun in dieser Woche am Landgericht Memmingen verhandelt. Verteidiger Thomas Dick brachte, wie auch schon in Günzburg, vor, dass sich die Lage emotional hochgeschaukelt habe. So hatte sich der Schiedsrichter etwa nach dem Spiel auch geweigert, eine Entschuldigung des Angeklagten anzunehmen. „Mein Mandant hatte das Gefühl, dass seine Mannschaft benachteiligt wurde. Aber er hat sich natürlich auch nicht zu 100 Prozent richtig verhalten“, so Dick.

Landgericht folgt Argumentation der Verteidigung

Entscheidend gewesen sei auch, dass trotz des vermeintlichen Schlages, den auch nicht alle Zeugen bestätigen konnten, beim Schiedsrichter so gut wie keine Verletzung zu sehen gewesen war. Das Urteil des Amtsgerichts hielt er für überzogen, so der Rechtsanwalt weiter.

Das sah offenbar auch die Berufungskammer des Landgerichts so. Sie halbierte die Zahl der Tagessätze von 120 auf 60, die Hohe verringerte sie auf 45 Euro. Unterm Strich muss der Mann nun eine Geldstrafe von 2700 Euro zahlen, nur wenig mehr, als im ursprünglichen Strafbefehl stand. Viel wichtiger ist für den nicht mehr aktiven Fußballer aber, dass er damit nicht als vorbestraft gilt.

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