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Burgau

12.02.2018

Kinderbrotspeisung light, ein Rathaus-Überfall und ein Party-Zug

Die Burgavia samt Markgrafenpaar, Stadtsoldaten, Handschuhmacher und Trommler-Albert zogen am Morgen durch die Stadt. Die Burgavia tanzte auf der Stadtstraße.
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Die Burgavia samt Markgrafenpaar, Stadtsoldaten, Handschuhmacher und Trommler-Albert zogen am Morgen durch die Stadt. Die Burgavia tanzte auf der Stadtstraße.
Bild: Bernhard Weizenegger

Am Rosenmontag wird in Burgau auch am Morgen gefeiert. Und am Nachmittag greift manche Gruppe sogar aktuelle Themen auf.

Eigentlich ist die Kinderbrotspeisung ja in diesem Jahr bereits am Rußigen Freitag über die Bühne gegangen, weil inzwischen zu wenige Kinder am Rosenmontag diesen Brauch mit Leben gefüllt hatten. Doch auf den Faschingsumzug wollten die Burgavia, die Handschuhmacher und die Stadtsoldaten diesen Burgauer Feiertag nicht reduziert wissen. Also organisierten sie ein Faschingstreiben im Bereich der Stadtstraße und veranstalteten mit dem Trommler-Albert eine Art Kinderbrotspeisung light.

Einige Stadtsoldaten zeigten auf ihren Hellebarden eine klare Haltung. Auf kleinen Zetteln stand: „PRO Kinderbrotspeisung am Rosenmontag!! Der Rosenmontag, der darf nicht sterben, der Rosenmontag, ist Tradition, den Rosenmontag woll’n wir behalten, den Rosenmontag gibt’s lange schon.“ Bereits am Morgen zogen die am Faschingstreiben Beteiligten durch die Stadt, ein paar Geschäfts- und Privatleute warfen Bonbons, ein paar Kinder sammelten sie auf, die Burgavia tanzte. Zumindest ein paar Läden hatten geöffnet und ein paar Passanten verfolgten den Spaß.

Am Nachmittag waren es nicht nur ein paar, sondern wie gewohnt viele, die sich den Rosenmontagszug ansahen. Fast 100 Nummern lang war er dieses Jahr, und bei gutem Wetter, aber kalten Temperaturen jubelten die Zuschauer den Gruppen zu. Zahlreiche Wagen beschallten die Straßen mit ihrer Musik, die Bässe wummerten, ein langer Party-Zug schlängelte sich durch das Zentrum. Während viele, die am Straßenrand standen, Uniformen trugen und bei Polizei und Bundeswehr sowie amerikanischen Streitkräften die Hoffnung wecken dürften, dass die Bewerberzahlen angesichts dessen in die Höhe schnellen, waren im Umzug etwa Piraten, Indianer oder Zwerge unterwegs. Aber auch Baywatch-Lebensretter der Faschingsfreunde Offenwanger, Football-Spieler oder Hexenjäger waren dabei. Zudem griff eine Narren-Gruppe das Thema Bienensterben auf, die Gruppe Kochgasse nahm das Burgauer Faschings-Theater aufs Korn und bei der Neumünster Weltfriedenskonferenz war Donald Trump dabei. Der schwenkte eine Nordkorea-Fahne und trug dazu ein unübersehbar großes Peace-Zeichen um den Hals.

Mehr Bilder vom Umzug finden Sie hier.

UPDATE vom 13. Februar 2018: Michael Fritz betont, dass die Aktion mit den Zetteln auf den Hellebarden nicht von der Stadtwache ausgegangen sei, sondern die Zettel von einer Gruppe verteilt wurden. Horst Tippel von den Stadtsoldaten sagt, sie hätten sich Kritik anhören müssen, weil mancher dachte, die Aktion sei von ihnen ausgegangen. Elisabeth Jakisch von der Gruppe Kochstraße bestätigt, dass die Zettel von dieser stammen.

Und nicht nur das: Überfallartig habe man Bürgermeister Konrad Barm das Anliegen im Rathaus persönlich vorgesungen, seiner Frau einen der Zettel gegeben und sei dann gegangen. Im Laufe des Tags habe sich der Reim verselbstständigt, auch andere Gruppen hätten ihn gesungen. Wenn die Kinderbrotspeisung künftig am Rußigen Freitag als Schulveranstaltung weitergeführt wird, sollte es aber am Rosenmontag, wie heuer, zumindest eine Light-Version geben. Dann müssten Bürger und Geschäftsleute jedoch transparent informiert werden, sagt sie gegenüber der GZ.

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