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Wettenhausen

30.07.2016

Kindergarten soll im Kloster bleiben

Der Kneipp-Kindergarten bleibt auf dem Klostergelände in Wettenhausen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Entscheidung im Kammeltaler Gemeinderat über eine Sanierung oder einen Neubau fiel sehr knapp aus.

Der Kneipp-Kindergarten im Wettenhauser Dominikanerinnen-Kloster soll am Standort erhalten werden. Das ist das Ergebnis einer Grundsatzentscheidung im Kammeltaler Gemeinderat. Sie fiel mit neun zu acht Stimmen denkbar knapp aus.

Der Beschluss am Dienstagabend stand sogar auf der Kippe. Gemeinderat Robert Paulheim hatte die mögliche Befangenheit von Bürgermeister Matthias Kiermasz angesprochen, der dem Förderverein des Klosters angehört. Auf den Hinweis antwortete Kiermasz: „Ich kann mich gern raushalten.“ Darauf schaltete sich Zweiter Bürgermeister Johann Anwander ein: Dann könne nie mehr abgestimmt werden, weil irgendjemand in einem Verein sei. Rechtlich sei die Zugehörigkeit wohl kein Problem meinte Kiermasz. „Ein deutliches Signal ist das nicht“, kommentierte er das knappe Abstimmungsergebnis.

Das Gremium hatte sich schon einmal mit der Zukunft des Kindergartens befasst – allerdings zur Enttäuschung zahlreicher Zuhörer in nicht öffentlicher Sitzung. Diesmal waren erneut zahlreiche Besucher zur Gemeinderatssitzung in der früheren Schule gekommen. Zwischenzeitlich hatte der Rat ein Gespräch mit der Entwicklungs GmbH des Klosters, um den neuesten Sachstand der Sanierungsplanung für das riesige Areal zu erfahren. Vor diesem Hintergrund sollte nun geklärt werden, ob der Kindergarten in einem separatem Gebäude des Klosters saniert wird oder ob die Gemeinde einen kompletten Neubau auf eigenem Grund erstellt.

„Es besteht Handlungsbedarf“ 

„Handlungsbedarf besteht auf jeden Fall“, sagte Bürgermeister Kiermasz. Eine erste Kostenschätzung für einen zweigruppigen Kindergarten an der Grundschule liegt bei 1,4 Millionen Euro. Einen Verbleib der Einrichtung auf dem Klostergelände lasse laut Entwicklungsgesellschaft nach jetzigem Stand keine massiven Konflikte mit der künftigen Nutzung des historischen Bauwerks erwarten, sei es beispielsweise als Hotelanlage oder ähnlichem. Auf jeden Fall aber werde der Erhalt des Kindergartens als „sehr begrüßenswerter Bestandteil des Zukunftskonzepts“ eingestuft.

Das dreistöckige Kindergarten-Gebäude ist sanierungsfähig, wie erste Untersuchung des Architekten ergeben hätten. In Abstimmung mit Fachkräften gelte es, ein Kindergartenkonzept im historischen Bauwerk umzusetzen. Mit dem Erhalt könne die Gemeinde „einen Baustein“ für das Zukunftskonzept beisteuern. Andererseits gebe es, so der Bürgermeister, auch gute Gründe für einen Neubau auf eigenem Grund. „Das wäre für eine in unserem Sinne gewünschte Entwicklung auf dem Klosterareal jedoch fatal“, meinte Kiermasz. Im Landkreis, Bezirk, Land und sogar im Bund gebe es durchaus die Bereitschaft für eine mögliche Unterstützung zum Erhalt der Klosteranlage. Warum aber sollte geholfen werden, wenn sich die Gemeinde schon schwer tue? „Eine örtliche Beteiligung muss dabei sein“, sagte Kiermasz und verwies auf die Beteiligung aller Kommunen bei den Kloster-Sanierungen in Schwaben. Verständlicherweise müsse eine Kostenobergrenze gesetzt werden, „sonst kippt so ein Projekt“. Mit der Entwicklungs GmbH müssten langfristig Vereinbarungen getroffen werden, die Nutzungen ausschlössen, die sich nicht mit einem Kindergarten vertragen würden, betonte der Bürgermeister.

Kosten können nur schwer eingeschätzt werden 

Im Gemeinderat fanden sich einige Befürworter der Sanierung wie Mathias Englet, Johann Anwander und Marlene Späth – aber auch Stimmen, die das Projekt ablehnten. Investitionen in ein fremdes und altes Gebäude empfand Rat Robert Paulheim als falsch, er plädierte für einen neuen ebenerdigen Bau auf grüner Wiese. Es gibt gute Gründe für Neubau aber auch für „drin bleiben“, wog Anwander ab. Wenn der Kindergarten bleibe, müsse die Obergrenze bei den Neubaukosten liegen. Die Kosten seien nur schwer einzuschätzen, mahnte Markus Schweimeier und mit dem Kindergarten werde nur ein Bruchteil für den Erhalt des Klosters geleistet. Dem widersprach der Bürgermeister: „Der Beitrag ist schon erheblich.“ Die Kostensicherheit müsse gewährleistet sein. Paulheim kritisierte, dass von Seiten des Klosters keine Investitionsbereitschaft zugunsten des Kindergartens komme: „Das gefällt mir nicht.“ Er müsse die Investition den Bürgern gegenüber vertreten und könne ihnen diese nicht antun. Den Bedenken, dass die Sanierungskosten aus dem Ruder laufen könnten, antwortete Kiermasz, dass die Regierung von Schwaben die Ausgaben wegen der Fördermittel sehr genau ansehe. Acht Räte ließen sich von dem Kindergarten-Projekt im Kloster nicht überzeugen: Sie stimmten dagegen.

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