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Stadtrat I

14.12.2011

Kinderkrippe statt Außenanlagen

Der Kindergarten St. Elisabeth in Reisensburg soll einen Anbau für eine Kinderkrippe bekommen.
Bild: Foto: Bernhard Weizenegger

Im Frühjahr soll es endlich mit der Erweiterung des Reisensburger Kindergartens St. Elisabeth losgehen. Stadt Günzburg trägt 90 Prozent der Kosten in Höhe von 575000 Euro

Günzburg/Reisensburg Die Stadt Günzburg kommt beim Ausbau der Betreuungsplätze für die Kleinsten voran. Der Stadtrat hat am Montagabend der Erweiterung des Kindergartens St. Elisabeth in Reisensburg um eine Krippengruppe zugestimmt. Gleichzeitig sollen 90 Prozent der Investitionskosten – maximal 517500 Euro – sowie das Betriebskostendefizit analog der bestehenden Regelung übernommen werden. „Wir glauben, dass wir 2013 hundert Prozent des Bedarfs abdecken können“, sagte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Er rechnet, dass bis dahin 85 Plätze für die Kleinsten in Günzburg zur Verfügung stehen.

Flächen vom Bezirk Schwaben

Der Träger, die Katholische Kirchenstiftung St. Sixtus, möchte die 15 neuen Plätze für die unter Dreijährigen in einem Anbau des bestehenden Kindergartens verwirklichen. Als Ausgleich für die wegfallenden Außenanlagen sollen Flächen östlich und südlich des Geländes vom Bezirk Schwaben gepachtet werden. „Die Verhandlungen darüber laufen derzeit“, informierte die Stadtverwaltung.

Kinderkrippe statt Außenanlagen

Die Gesamtkosten inklusive Ausstattung und Außenanlagen belaufen sich nach der Kostenschätzung der Architekten Georg Linder und Partner (Günzburg) auf 575000 Euro. Die Diözese übernimmt zehn Prozent, sodass sich der Anteil der Stadt mit den restlichen 90 Prozent auf 517500 Euro belaufen wird. Bei den ersten Gesprächen Ende 2009, Anfang 2010 habe die Diözese Augsburg die Kosten überschlägig auf 480000 bis 500000 Euro angesetzt, so die Stadtverwaltung.

Das Projekt hätte bereits in diesem Jahr starten sollen. Im Haushalt 2011 wurden deshalb für den ersten Bauabschnitt 225000 Euro eingestellt. In der Finanzplanung ist dieselbe Summe vorgesehen, was insgesamt aber nicht ausreichen wird. „Allerdings wird auch die Förderung aller Voraussicht nach höher ausfallen“, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Stadt könne mit Zuschüssen aus dem Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung“ 2008-2013 von bis zu 340000 Euro rechnen.

„Warum hat es mit der Umsetzung so lange gedauert?“ wollte UWB-Fraktionsvorsitzender Ferdinand Munk wissen. „Wir sind nicht Bauherr“, antwortete OB Jauernig. Die Stadt habe mehrfach darum gebeten, dass der Bauantrag schnell bei ihr eingeht. Das sei jetzt geschehen. Laut OB ist der Baubeginn im Frühjahr 2012 geplant. Die Erweiterung soll dann im Herbst 2012 fertig sein.

Nach der Betriebsvereinbarung für den Kindergarten St. Elisabeth übernimmt die Stadt 90 Prozent des Defizits. Für die Krippengruppe trägt die Kommune den ungedeckten Betriebsaufwand bis zu einem Anstellungsschlüssel von 1:9. Diese Regelung gilt bereits beim evangelischen Kinderhaus.

Dreh- und Angelpunkt, so der Rathauschef, sei der Bedarf der Eltern. „Wir glauben, diesem entgegenzukommen.“ Damit erfülle Günzburg nicht nur die gesetzlichen Vorgaben, sondern strahle auch Attraktivität aus. „Das ist ein ganz guter Schritt in die richtige Richtung“, meinte Margit Munk. Die CSU-Vertreterin bat die Verwaltung darum, einen Überblick über die Kosten zu erstellen, die die Stadt im Bereich Kinderbetreuung aufwendet.

Günzburg komme seinem Ziel Zug um Zug näher, die Versorgungsquote an Krippenplätzen zu erfüllen, meinte Siegfried Ranz (SPD). Die „nicht unerhebliche Überschreitung der Kostenschätzung“ sei vertretbar. Die Stadt sei auch deshalb auf dem richtigen Weg, glaubt Wolfgang Hackel (FW/GBL), weil in Günzburg nahezu Vollbeschäftigung herrsche. Das bedeute, dass viele Mütter, die ein Arbeitsverhältnis haben, froh seien, wenn es Einrichtungen gibt, die ihre Kinder stundenweise betreuen.

Der Stadtrat hat am Montag außerdem einstimmig beschlossen, die Mehrkosten für die Errichtung einer Krippengruppe im evangelischen Kinderhaus Günzburg zu übernehmen. Dabei handelt es sich um etwa 6200 Euro.

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