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Kirchenaustritte: Ein Teufelskreis für die Kirche auch im Kreis Günzburg

Kirchenaustritte: Ein Teufelskreis für die Kirche auch im Kreis Günzburg
Kommentar Von Christian Kirstges
02.07.2020

Plus Wie soll die Kirche dem Trend entgegenwirken, dass immer mehr Menschen ihr den Rücken kehren? Es scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.

Der Landkreis Günzburg hat gut 127000 Einwohner. Hier gibt es knapp 75000 Mitglieder der katholischen Kirche, und auch eine gewisse Zahl an Protestanten. Da das Evangelisch-Lutherische Dekanat im Gegensatz zum katholischen größer als das Landkreisgebiet ist, lässt es sich nicht so einfach beziffern. Jedenfalls machen die Daten deutlich, dass unsere Region nach wie vor stark kirchlich geprägt ist, wenngleich die Zahl der Austritte spürbar zunimmt.

Die beiden Dekane können über die Gründe nur spekulieren, da Gesprächsangebote nicht angenommen würden, um die Ursachen zu erforschen. Doch beide sagen: Neben überregionalen Themen wie Missbrauchsskandalen ist es vor allem die Leistung der Kirche in der eigenen Umgebung, die maßgeblich beeinflusst, wie sehr sich jemand noch mit ihr identifiziert. Und hier bewegt sie sich gewissermaßen in einem Teufelskreis.

Das Rad der Probleme dreht sich immer weiter

Denn je weniger Menschen noch in ihre Dienste treten wollen und je weniger finanzielle Mittel sie zur Verfügung hat, desto mehr wird die Institution Kirche beim direkten Kontakt sparen müssen. Wenn der Pfarrer sich um immer mehr Gemeinden kümmern muss, das Pfarrbüro nicht mehr im Ort ist und womöglich Kirchen aufgegeben werden, desto mehr entfernt sie sich von denjenigen, für die sie da sein soll – und umso mehr steigt die Gefahr, dass diese weiter die Bindung zu ihr verlieren. Dann fällt die Entscheidung zum Austritt leichter, und das Rad dreht sich weiter.

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Trotz dieser schwierigen Umstände gibt es sie weiterhin, die Geistlichen, die sich mit ganzem Herzen für ihre „Schäfchen“ einsetzen. Doch es gibt auch diejenigen, die nicht mehr genug Kraft dafür haben, und diejenigen, die ohnehin mehr den klerikalen statt den menschlichen Aspekten ihres Berufs zugewandt sind – und damit dazu beitragen, Menschen aus der Kirche zu treiben. Alles in allem ist die Situation somit prekär und wird sich wohl nicht mehr korrigieren lassen. Zumindest nicht in dem Sinne, dass die Institution Kirche noch weiterhin die bleibt, die wir bislang kennen.

Lesen Sie dazu den Bericht:

Kirchenaustritte im Kreis Günzburg: Sind Kirchen noch mehr als Museen?

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