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Projekt

24.07.2017

Klassenzimmer auf dem Reiterhof

Auf einem Reiterhof in Schnuttenbach hatte die zweite Klasse aus Gundremmingen keine Scheu im Umgang mit den Pferden.
Bild: Corina Bobinger/Elternbeirat

Gundremminger Schüler erleben das Thema Pferde hautnah

Auf dem Reiterhof von Britta Stütz in Schnuttenbach herrschte eine besondere Atmosphäre. Die zweite Klasse der Grundschule Gundremmingen nahm dort für eine Woche an einem Projekt teil, bei dem die Kinder das Thema Pferd sowohl theoretisch als auch ganz praktisch kennenlernten.

Die Idee kam Stütz selbst. Neben ihrer Arbeit am Pferdehof, den sie seit 2006 betreibt, absolvierte sie vor einigen Jahren eine Ausbildung zur Hippolini-Reitlehrerin. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein spezieller pädagogischer Ansatz: Kinder im Grundschulalter sollen das Thema Pferd möglichst ganzheitlich erfahren. Außer Grundwissen werden deshalb auch Kompetenzen wie Motorik und Einfühlungsvermögen vermittelt, erklärte Stütz.

Das Projekt der Grundschule ist das erste auf dem Reiterhof, das die Prinzipien des Ansatzes aufgreift. Es bot sich an, weil auch Stütz’ Tochter die zweite Klasse in Gundremmingen besucht. Die Mädchen und Buben erledigten verschiedene Stationen auf dem Gelände weitgehend selbstständig. Vorher schlossen die etwa 20 Schüler mit Stütz eine Art Vertrag, bei dem etwa festgelegt wurde, wo sich die Zweitklässler bewegen dürfen. „Ich bin begeistert, dass das so gut klappt“, sagte Andrea Brenner, eine der betreuenden Lehrerinnen. Viele Stationen bearbeiteten die Kinder in einem Stadel, der mit Bänken und Pult für eine Woche zum Klassenzimmer wurde. Manche Aufgaben unterschieden sich kaum von klassischen Schulübungen. Eine Schülerin etwa malte verschiedene Futterarten eines Pferdes anhand einer Beschreibung.

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Das Fach Deutsch fand auf überraschend sportliche Weise seinen Platz: Drei Buben warfen mit Wörtern beschriftete Bälle in Eimer, welche für verschiedene Wortarten standen.

Mit Verweis auf den fächerübergreifenden Charakter der Woche, erklärte Brenner: „Neben den Tieren und der Umwelt sind auch die Wortarten im Lehrplan der zweiten Klasse verankert. Unser Ziel war es, einen außerschulischen Lernort zu schaffen.“ Nebenan auf dem Reitplatz erlebten die Acht- bis Neunjährigen Pferde hautnah.

Ein Mädchen führte im Schritttempo eines der Tiere am Zügel, während eine Mitschülerin auf dessen Rücken saß. Die Technik soll nicht nur die Koordination verbessern, ebenso wird die Beziehung zu den Tieren gestärkt. „Die Kinder müssen deshalb die Pferde auch sauber machen und herrichten“, sagte Elternbeiratsvorsitzende Corina Bobinger.

Zur Sicherheit ging eine Aufsicht des Reiterhofes stets neben den Schülern. Grund zur Sorge bestand laut Stütz aber nicht: „Meine Islandpferde sind relativ klein. Außerdem sind sie für solche Projekte geschult.“ Nicht nur die Mädchen schienen sich auf dem Reiterhof wohl zu fühlen: „Ich finde den Pferdehof toll“, sagte einer der Buben. Auch Brenner und nicht zuletzt Stütz zogen eine positive Bilanz. Einer Wiederholung des Projekts im kommenden Jahr scheint also nichts im Wege zu stehen.

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