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Landkreis Günzburg

13.07.2019

Kleinkötz wird größter BRK-Standort im Landkreis

Noch stehen Fahrzeuge des Katastrophenschutzes in einer Halle auf dem Gelände der ehemaligen Münz-Brauerei in Günzburg. Die Nutzung ist dort jedoch nicht langfristig gesichert, zudem ist es ziemlich beengt.
Bild: Christian Kirstges (Archiv)

Plus Das Rote Kreuz verlagert Fahrzeuge von Günzburg auf ein früheres Firmenareal. Auch einige Mitarbeiter werden hier arbeiten. Eigentlich hatte die Hilfsorganisation etwas anderes vor.

Wo noch „Gröger Baustoffe“ am Gelände steht, wird künftig das Rote Kreuz einen neuen Standort haben. Nachdem das Unternehmen an der Kleinkötzer Industriestraße gegenüber von Alko aus Altersgründen kürzlich aufgegeben wurde, hat der BRK-Kreisverband Günzburg einen Großteil des Areals gemietet. Insgesamt geht es hauptsächlich um eine Freifläche von 3000 Quadratmetern, die man sich mit einem Autohändler teilen wird – der den geringeren Platz hat –, eine 1200 Quadratmeter große Halle und 85 Quadratmeter Büros.

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Eigentlich sollte hier auf wesentlich weniger Raum der Rettungswagen betrieben werden, den man einst an die Johanniter verloren hatte – und der nach der jüngsten Ausschreibung dort bleibt (wir berichteten). Doch nun bietet sich der Hilfsorganisation die Möglichkeit, die räumlichen Probleme am beengten Hauptstandort an der Günzburger Parkstraße zumindest teilweise zu überwinden. Flächenmäßig wird die künftige Liegenschaft in Kleinkötz die größte des Kreisverbands sein, wo nicht nur die zwölf Fahrzeuge des Fahrdienstes untergebracht werden sollen, sondern zusätzlich auch neun Wagen des Katastrophenschutzes, vier Anhänger und weiteres Material, das bislang auf dem Gelände der ehemaligen Münz-Brauerei in Günzburg steht. (Lesen Sie dazu: Im Ernstfall wird das Hotel zum Notquartier )

Standort an der Parkstraße soll entlastet werden

Da die Kündigungsfrist dort recht kurz und in der Schwebe sei, wie lange man dort angesichts anderweitiger Pläne der Eigentümer noch bleiben kann, komme das sehr gelegen, erklärt Kreisgeschäftsführer Daniel Freuding im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch die Blutspendelogistik soll künftig in Kötz untergebracht werden. Ein genaues Konzept für den neuen Standort muss noch entwickelt werden, doch die Herrichtung der Infrastruktur und der Umzug sollen schnellstmöglich vonstatten gehen.

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Der Fahrdienst beschäftigt derzeit 40 Mitarbeiter inklusive Ehrenamtlern und geringfügig Beschäftigten plus vier Disponenten, die dann künftig in Kleinkötz tätig sein werden. Das soll nicht nur die Enge an der Parkstraße lindern, sondern auch den dortigen Anwohnern zugutekommen, weil die Mitarbeiter dann nicht mehr in den umliegenden Straßen parken. Auf dem künftigen Gelände gibt es eben nicht nur für dienstliche, sondern auch für die privaten Autos genug Platz – ein Vorteil, der auch dem Katastrophenschutz zugutekommt. Zum einen kann Material besser als anderswo auf- und abgebaut werden, zum anderen bietet es genug Raum zum Üben und für den Fall eines Alarms auch ausreichend Stellfläche für Privatfahrzeuge der Ehrenamtlichen.

Über 4200 Quadratmeter Nutzfläche stehen dem Kreisverband des Roten Kreuzes ab September in Kleinkötz zur Verfügung.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Standort Günzburg soll nicht geschwächt werden

Die Halle kann bis auf wenige Umbauten direkt genutzt, die Telefon- und Internetanbindung für den Fahrdienst muss noch eingerichtet werden. Mit dabei sind eine Wasch- und Wartungshalle. Möglicherweise könnten auch Fahrzeuge des Katastrophenschutzes aus Krumbach nach Kleinkötz verlegt werden, das müsse aber genauso geklärt werden wie die Option, Flächen dem Landkreis zur Verfügung zu stellen, die er vielleicht für die Feuerwehren brauchen könnte. Gespräche dazu sollen noch geführt werden. Auch gäbe es genug Platz für eine mögliche Expansion des Fahrdienstes.

Wie ein konkretes Konzept fehlt auch noch ein Name für die neue Liegenschaft. Sobald alles geklärt ist, will das Rote Kreuz auf die Kommune und den Landkreis zugehen und die Pläne vorstellen. Klar ist jedoch, betont BRK-Kreisvorsitzender Matthias Kiermasz: „Wir wollen damit den Standort Günzburg nicht schwächen.“ Aber die dortigen beengten Verhältnisse machten nun einmal eine Veränderung nötig.

Ein Zukunftsthema wird auch die Rettungswache sein, wo die räumlichen Bedingungen ebenfalls nicht optimal sind. Ob sich durch den Umzug des Fahrdienstes daran etwas ändern lässt oder ein Neubau auf der grünen Wiese her muss, lässt sich noch nicht sagen, zumal nach den Worten von Geschäftsführer Freuding nur eine Verlagerung in einem Zwei-Kilometer-Radius ohne eine Genehmigung des Rettungszweckverbands machbar sei – ein Umzug zum neuen Standort Kötz wäre also nicht einfach möglich.

Konkrete Pläne für die Halle haben (von links) Kreisvorsitzender Matthias Kiermasz, Benjamin Reisch (Liegenschaftsverwaltung), Christoph Gut (Disponent Fahrdienst), Reinhard Höbel (Leiter Fahrdienst) und Kreisgeschäftsführer Daniel Freuding.
Bild: Bernhard Weizenegger

BRK plant eine Art Blaulicht-Stammtisch

So oder so will Freuding die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen, der Polizei und dem Landratsamt stärken, er könnte sich eine Art Blaulicht-Stammtisch vorstellen, bei denen die Beteiligten in ungezwungener Atmosphäre zusammenkommen und sich austauschen können. Letztlich, betont Kiermasz, stehe man bei Ausschreibungen in Konkurrenz etwa zu den Johannitern, aber es komme doch darauf an, dass die Patienten die bestmögliche Hilfe bekommen. Wessen Wappen auf der Jacke aufgenäht ist, sei da zweitrangig. Und wer sich gut kennt, arbeitet im Einsatz besser zusammen.

Vielleicht ist Kötz für einen solchen Stammtisch ja jetzt der perfekte Ort, da mit dem THW, den Johannitern und künftig dem BRK gleich drei Blaulichtorganisationen in einer Gemeinde Standorte haben. Trotz aller finanziellen Schwierigkeiten beim Kreisverband des Roten Kreuzes sei die Anmietung der Liegenschaft auf dem Gelände des seit 1962 bestehenden nun ehemaligen Baustoffhandels jedenfalls „sauber durchfinanziert“, so Kiermasz, auch dank eines „fairen Mietpreises“. So wie es der nicht zurückgewonnene Rettungswagen werden sollte, so solle nun dies für die Trendwende im Kreisverband in einer schwierigen Zeit stehen.

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