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Wettenhausen/Ursberg

10.04.2018

Klöster bieten Einblicke

Aus dem mehrere Hundert Jahre alten Holz der Dachbalken im Kloster Wettenhausen hat Franz Hämmerle Kunstwerke geschaffen. Sie stehen im Mittelpunkt einer besonderen Aktion zum Tag der offenen Klöster am 21. April.
Bild: Rebekka Jakob

Was die Franziskanerinnen in Ursberg und die Dominikanerinnen in Wettenhausen planen. Und wo es besonders spannend wird.

Hoffnungsvoll reckt die kleine Bronzefigur die Arme in die Höhe, vor einem weißen Milchglas-Himmel zeigen die Hände wie im Stoßgebet nach oben, den Blick hat der Betende auf das glatt polierte, mit Gold veredelte Holz gerichtet. Was er sich wohl erhofft, was er erbitten mag? Der Betrachter der Skulptur von Franz Hämmerle, die derzeit neben anderen Werken des Holzkünstlers im Kaisersaal des Klosters Wettenhausen zu sehen ist, darf sich selbst in die Figur hineinversetzen. Was die Dominikanerinnen in Wettenhausen erhoffen und erbitten, steckt in der Skulptur selbst: Denn das 300 Jahre alte Holz, aus dem sie gemacht ist, wurde aus dem maroden Dachgestühl des altehrwürdigen Klosters ausgebaut und vom Künstler interpretiert. Beim Tag der offenen Klöster am Samstag, 21. April, soll es eine besondere Rolle spielen.

„Gut. Wir sind da.“ So lautet das Motto des bundesweiten Aktionstags. Schwester Mechthild Steiner hat es für die Wettenhauser Schwestern noch ergänzt: „Gut. Wir sind da. Und wir wollen bleiben.“ Neben der mehr als 150-jährigen Tradition der Dominikanerinnen und der noch weit älteren Klosteranlage von Wettenhausen steht an diesem Tag deshalb auch die Zukunft auf dem Programm. „Bereits am Vorabend findet eine unserer Anbetungsnächte für die fünften und sechsten Klassen des St. Thomas Gymnasiums statt“, sagt die Mathematiklehrerin. „Die Eltern können am Samstag dazu kommen und erleben, wo ihre Kinder die Nacht verbracht haben.“

Natürlich sind dann auch andere Familien und Kinder dazu eingeladen, am Samstagvormittag kindgerechte Einblicke in das Kloster zu bekommen. Astrid Thum vom Kloster-Freundeskreis und Olaf Ude, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit im Kloster, starten um 10 Uhr mit Kinderführungen in verschiedenen Altersgruppen, bevor um 11 Uhr eine Fragerunde bei Keksen und Saft beginnt: „Frag die Schwestern!“ heißt es dann. „Die Kinder können von uns erfahren, wie es denn wirklich ist, im Kloster zu leben“, so Schwester Mechthild Steiner. Wie die Schwestern beten, kann man um 11.45 Uhr beim gemeinsamen Gebet erfahren.

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Ab 13 Uhr gibt es Klosterführungen, die sich mit dem Inneren der Gebäude, aber auch den Außenanlagen, dem Dachstuhl und der Ökonomie beschäftigen. „Wir möchten den Menschen das Haus zeigen, die sich dafür interessieren“, sagt Schwester Mechthild.

Die Einblicke beispielsweise in den Dachstuhl gehen dabei über das Programm einer regulären Führung im Kloster hinaus. „Der Blick dorthin zeigt, wie wichtig die Renovierung ist, damit uns das Dach nicht buchstäblich über dem Kopf zusammenbricht.“

Danach geht es um 14.30 Uhr in den Kaisersaal: Zur Ausstellung „Altes Holz – frischer Geist“ beginnt dort eine Meditation mit musikalischer Umrahmung. Und diese Ausstellung wird auch Schauplatz eines besonderen Experiments: Im Rahmen einer Auktion sollen Skulpturen von Franz Hämmerle verkauft werden – das alte Holz aus dem Dachgestühl kann damit ein Stück zur Finanzierung der notwendigen Renovierung des Hauses beitragen.

„Wir haben uns lange Gedanken gemacht, wie wir möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben können, an der Auktion teilzunehmen – auch wenn sie vielleicht nicht eine der Skulpturen erwerben können“, erklärt Olaf Ude.

Die Idee, die jetzt umgesetzt wird: Eine „Amerikanische Versteigerung“ wird es werden. Anders als bei anderen Auktionen, wo nur derjenige bezahlt, der den Zuschlag bekommt, zahlt bei einer solchen Auktion jeder, der ein Gebot abgibt, ein bisschen. Olaf Ude: „Es wird einen Sockelbetrag geben, den der tatsächliche Käufer bezahlt. Die Auktion selbst geht dann in 50-Euro-Schritten voran, die Gebote werden direkt bar bezahlt. Wer also beispielsweise 50, 100 oder vielleicht sogar 200 Euro spenden möchte, kann sich auf diese Weise beteiligen.“ Dafür sollen die Spender ein kleines Dankeschön erhalten – und auf Wunsch gibt es auch eine Spendenquittung. Alle Spender können damit einen symbolischen Beitrag zum Millionenprojekt leisten, das den ersten Bauabschnitt der Klosterrenovierung darstellt.

Kinder und Erwachsene gleichermaßen wollen auch die Franziskanerinnen der St. Josefskongregation Ursberg mit ihrem Programm zum Tag der offenen Klöster ansprechen. Nach der Eucharistiefeier mit Pater Benedikt Grimm in der Mutterhauskapelle (11 Uhr) ist dort ein einfaches Mittagessen geplant, für das man sich vorher anmelden sollte. Von 14 bis 16 Uhr wird dann das Ziehen von Kerzen mit Bienenwachs gezeigt, um 14 Uhr beginnt eine Klosterrunde für Kinder, um 16 Uhr für Erwachsene.

Nachmittags besteht außerdem die Möglichkeit zur Eucharistischen Anbetung und um 18 Uhr ist die Vesper mit dem Mutterhauskonvent.

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