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Brauch

03.02.2011

Knien, dichten, sägen, scharf essen

Auf die Knie, wenn ihr etwas von uns wollt! 1. Schützenmeister Gerhard Böck, 2. Schützenmeister Helmut Nimsgern und Kassierer Markus Stoll vom Schützenverein Nornheim mussten im Leinheimer Schützenheim kniend auf einem spitzen Holzscheit das extra zum Patenbitten verfasste Gedicht vortragen.
Bild: Foto: Schützenverein Nornheim

Um die Patenschaft zu erneuern, fuhren Nornheimer Schützen nach Leinheim zum „Patenbitten“ und mussten vor 60 Beobachtern einige Aufgaben erfüllen

Nornheim/Leinheim Kürzlich zog eine Abordnung der Nornheimer Schützen zu den Schützen aus Leinheim. Der Grund: Der Schützenverein Nornheim 1911 feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen. Zu dieser Feier wollte man die bis dato bestehende Patenschaft mit dem Schützenverein Leinheim erneuern.

Es sollte jedoch kein gewöhnlicher Akt werden, sondern man wollte nach alter Tradition zum „Patenbitten“ gehen. Dies war früherer der übliche Ablauf, um bei einem befreundeten Verein um eine Patenschaft anzuhalten. Es gibt zahlreiche Berichte und Überlieferungen, die belegen, wie so ein „Patenbitten“ üblicherweise abgelaufen ist. Eines hatten diese Erzählungen stets gemeinsam: Der bittende Verein musste dem künftigen Paten etwas mitbringen und obendrein einige Prüfungen absolvieren, damit die gewünschte Patenschaft zustande kam.

Fast 30 Nornheimer Schützen brachten daher ein Fass Bier und Brotzeit für alle Anwesenden mit. Beim feierlichen Einzug ins Leinheimer Schützenheim mit Tracht und Fahne war der Nornheimer Vorstand schon neugierig, was man ihnen wohl für Aufgaben stellen würde. Zuerst kam aber das „Bitten“: 1. Schützenmeister Gerhard Böck, 2. Schützenmeister Helmut Nimsgern und der Kassierer Markus Stoll mussten den Anwesenden das extra zum Patenbitten verfasste Gedicht vortragen. Das geschah kniend auf einem spitzen Holzscheit. „Zum Glück dauerte es nicht zu lange, denn auf so einem Holzscheit zu knien, ist alles andere als angenehm und wird mit zunehmender Dauer zu einer schmerzhaften Angelegenheit“, berichtete Nimsgern.

Nach der ersten Strophe des Gedichtes mussten einige Vorstandsmitglieder an ihre erste Aufgabe. Diese bestand darin, mit einem „Bobbycar“ auf einem im Saal abgesteckten Parcours möglichst schnell zu sein, dabei auf halbem Weg ein Bier auszutrinken und in der vorgegebenen Zeit zu bleiben. Danach wurde am Holzscheit die zweite Strophe vorgetragen.

Als zweite Aufgabe mussten der 1. und 2. Schützenmeister mit einer Waldsäge einen Baumstamm durchsägen. Diese Aufgabe hatte es in sich: Da kamen die beiden und der zu Stabilisation auf dem Baum sitzende 1. Sportwart Dietmar Wieser ganz schön ins Schwitzen. Nach einer kurzen Erholungspause und in der Hoffnung, dass nun die Patenschaft angenommen wird, wurde die letzte Strophe vorgetragen.

Aber die Leinheimer Schützen hatten sich noch eine letzte Prüfung ausgedacht. Die drei Vorstandsmitglieder bekamen einen Teller voll Spaghetti, scharf mit Chili gewürzt, jedoch ohne Soße, die es zu verspeisen galt. Da wurde den Dreien im wahrsten Sinne des Wortes ganz schön heiß.

Verein ist nun bereit

Nach der Erfüllung dieser letzten Aufgabe und nachdem die Kandidaten erst einmal etwas zum Nachspülen bekommen hatten, erklärte Artur Nistler, der 1. Schützenmeister von Leinheim, dass der Schützenverein Leinheim nun bereit sei, erneut die Patenschaft für den Schützenverein Nornheim zu übernehmen. Für die circa 60 anwesenden Personen war das der Startschuss zum gemütlichen Teil des Abends, bei Bier und Brotzeit. (zg)

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