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Günzburg

03.02.2016

Kommentar: Mit Ponyreiten-Petition vergaloppiert

Tierschützer hätten es am liebsten gesehen, wenn auf dem Günzburger Volksfest keine echten Pferde mehr wären.
Bild: Jan Kandzora (Symbolbild)

Das Ponyreiten auf dem Günzburger Volksfest sollte verboten werden. Das wollten zumindest einige Bürger erreichen. Damit haben sie aber keinen Erfolg.

Es war ziemlich leer im Zuhörerraum bei der Sitzung des Günzburger Stadtrats am Montagabend. Werden Baugebiete ausgewiesen, Belange von Senioren beraten oder wichtige Bauprojekte vorgestellt, sitzen die Betroffenen und Interessenten meist auf den Stühlen in dem kleinen Saal, der an den Sitzungssaal angrenzt. Doch das angekündigte Thema Ponyreiten auf dem Volksfest lockte offenbar niemand. Und das, obwohl angeblich 2000 Günzburger den Protest gegen die traditionelle Attraktion auf dem Volksfest mittragen – so hieß es zumindest in dem Schreiben, das der Petent im November bei der Stadtverwaltung einreichte.

Tatsächlich ergibt sich auf der Seite change.org ein anderes Bild – Unterzeichner kommen aus Lübeck, Wuppertal, aus Dänemark, Spanien und Frankreich. Die Unterschriftensammlung via Internet mit weltweiter Reichweite verfälscht das Bild und ist deshalb sicher nicht repräsentativ für die Meinung der Günzburger. Die nämlich nutzen seit 50 Jahren das Angebot der Schaustellerfamilie Schubert und ihrer Tiere mit großer Begeisterung, haben auch die Volksfestreferenten im Stadtrat Elmar Mannes und Christian Neidl, festgestellt.

Ähnlich ins Leere gelaufen sind Tierschützer bereits im vergangenen Jahr mit ihrem Protest gegen die Tierhaltung im Zirkus Krone, der in Günzburg gastiert hat: Während sich auf Facebook dutzende Unterstützer zu Wort meldeten, stand am Ende nur eine Handvoll Protestierender auf dem Volksfestplatz.

Dass Stadtverwaltung und Stadtrat in Günzburg trotz dieser Erfahrungen die Beschwerde ernst genommen haben und sich ausführlich mit dem Für und Wider des Ponyreitens auf dem Volksfestplatz befasst haben, ist hoch anzurechnen. Der leere Zuhörerraum am Montagabend hat jedoch gezeigt: Der Initiator ist mit seiner Petition der eigentlichen Günzburger Meinung davongaloppiert.

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