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Rettenbach

17.11.2020

Kritik an Funkmast-Plänen zwischen Rettenbach und Harthausen

An der Kuppe zwischen Harthausen und Rettenbach könnte bald ein Funkmast stehen. Bei einer Bürgerin stößt das auf Unverständnis.
Bild: Peter Wieser

Plus Die Entscheidung des Gemeinderats Rettenbach stößt bei einer Bürgerin auf Unverständnis: „Man hätten einbezogen werden müssen“. Was die Bürgermeisterin dazu sagt.

Bereits in den Jahren 2014 und 2018 hatte sich der Rettenbacher Gemeinderat mit einem Standort für einen Mobilfunkmasten beschäftigt. Auch der gemeindliche Bauhof sowie der Schlauchturm des Feuerwehrhauses waren im Gespräch gewesen. Aus technischen Gründen waren diese Möglichkeiten jedoch wieder verworfen worden. In der Sitzung im Juli hatte der Gemeinderat dann dem Bauantrag der Telekom zur Errichtung eines 40 Meter hohen Stahlgittermasten bei der Kuppe zwischen Rettenbach und Harthausen mit 10:2 Stimmen das gemeindliche Einvernehmen erteilt (wir berichteten) – was nun auf Kritik stößt.

„Der Handyempfang in Harthausen ist schon schlecht“, sagt Marianne Ertle. Dass man etwas brauche, das stehe außer Frage, aber nicht an diesem Standort. Die Harthauserin moniert auch, dass die Gemeinde nicht über das Vorhaben der Telekom informiert habe. „Das gehört vor der Sitzung publiziert und mit den Bürgern abgesprochen“, betont sie. „Niemand hat davon gewusst, dass so etwas in Frage kommen könnte.“ Seitens der Telekom sei offensichtlich auch nicht nach einem anderen Standort gefragt worden, beispielsweise beim Remsharter Berg. Der Wald auf der Anhöhe in Richtung Remshart würde einen solchen Masten kaschieren und er könnte ebenfalls ein geeigneter Standort sein, findet die Frau.

Bürgerin: "So ein Funkmast steht ein Leben lang"

Man habe schon das Problem mit der Beschallung durch die Autobahn, jetzt bekomme man noch einen Funkmasten vorgesetzt – für die dortigen Baugrundstücke und für den Blick nach Rettenbach sei das nicht unbedingt gewinnbringend. „So ein 40 Meter hoher Funkmast steht ein Leben lang.“ Sie verweist auf frühere Schreiben des Landratsamts: Die Sichtachse zwischen dem Harthauser Schloss und der Kirche St. Ulrich in Rettenbach dürfe nicht beeinträchtigt werden, heiße es.

„Die Gemeinde Rettenbach möchte im Gemeindegebiet ganz konkret die Mobilfunkverbindung verbessern“, erklärt Bürgermeisterin Sandra Dietrich-Kast. Speziell von Bürgern aus Harthausen sei in der Vergangenheit der Wunsch nach einer Verbesserung an sie herangetragen worden. Dass die Gemeinde nicht informiert habe, will sie so nicht gelten lassen: Das Thema sei immer in öffentlicher Sitzung behandelt und dabei sei ganz offen das Für und Wider abgewogen worden. Zudem werde vor einer Sitzung immer im Gemeindeblatt auf die einzelnen Tagesordnungspunkte hingewiesen, die Sitzungsprotokolle würden auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht.

Bürgermeisterin: Die Sichtachse soll frei bleiben

Die Standortsuche für einen bestmöglichen Empfang führe der Bauherr durch, in diesem Fall die Telekom, und man habe dazu sehr wohl verschiedene Alternativen im Gemeinderat diskutiert. Bauhof und Feuerwehrhaus hätten sich jedoch als nicht geeignet erwiesen. Mit den Autos sei das nicht anders: „Fahren will jeder, den Lärm will keiner. Jeder will einen guten Handyempfang, einen Funkmasten will ebenfalls keiner in der Nachbarschaft.“

Der Gesetzgeber regle beim Geräuschpegel und beim Funk die Grenzwerte, daran werde sich auch die Telekom halten müssen. Dass die Blickbeziehung zum Schloss frei bleibt, sei im Flächennutzungsplan vermerkt. Das Landratsamt, dem der Bauantrag derzeit zur Prüfung vorliege, werde als Genehmigungsbehörde über diesen entscheiden.

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