Newsticker

Bayerns Ministerpräsident Söder sieht Kampf gegen Corona in entscheidender Woche
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Kutschenverbot: Klares Nein aus dem Landratsamt

Entscheidung

17.04.2015

Kutschenverbot: Klares Nein aus dem Landratsamt

Kreisbehörde führt zwei gewichtige Gründe dagegen an

Das Landratsamt will sich nicht vor den Peta-Karren spannen lassen und lehnt ein generelles Kutschenverbot ab, wie es die Tierschützer jüngst gefordert haben. Im Wesentlichen werden dafür zwei Gründe angeführt: Zum einen könne die Kreisbehörde gar kein generelles Verbot verhängen, zum anderen wird kein „gesteigertes Gefahrenpotenzial“ durch Pferdekutschen gesehen.

Wie berichtet, hatte Peta einen Unfall in Goldbach, bei dem zwei Menschen von durchgehenden Pferden verletzt wurden, zum Anlass genommen, ein kreisweites Verbot zu fordern. Unter anderem berief sich die Organisation auf das Beispiel Rothenburg ob der Tauber. Dort sind aus Sicherheitsgründen die Fuhrwerke aus dem Zentrum verbannt worden. Das jedoch lässt sich nach Ansicht von Christoph Lange, Leiter des Bereichs Sicherheit und Ordnung am Günzburger Landratsamt überhaupt nicht vergleichen: Der Pferdebann betrifft lediglich Teile der historischen Altstadt von Rothenburg. Ein generelles Verbot im Kreis sei juristisch nicht zulässig, da es dafür „an der Zuständigkeit des Landratsamtes fehlt“. Wörtlich schreibt er an Peta: „Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, bedarf es lediglich für das gewerbsmäßige Kutschenfahren einer Erlaubnis.“ Diese werde vom Veterinäramt erteilt und sei mit bestimmten Auflagen verbunden. Sämtliche Pferdehaltungen im Landkreis würden durch das Veterinäramt regelmäßig überprüft.

Was das Gefahrenpotenzial von Kutschen betrifft, so sieht Langer keinen Handlungsbedarf. „Das Reiten wie auch das Fahren von Pferdefuhrwerken wird seit Jahrhunderten praktiziert und es sind uns insbesondere im Landkreis Günzburg nur wenige Vorfälle bekannt, bei denen es zu Unfällen im Zusammenhang mit Pferden gekommen ist“, heißt es in seiner Stellungnahme. Deshalb hält das Landratsamt ein generelles Verbot „auch nicht für sinnvoll“.

Insbesondere in den Innenstädten von Günzburg und Krumbach seien keine Pferdekutschen unterwegs, die eine Gefährdung der Fußgänger darstellen könnten, wie dies in Rothenburg der Fall war. „Insbesondere findet keine kommerzielle Beförderung von Touristen statt.“ Der Behördenleiter versichert, dass etwa bei den traditionellen Leonhardiritten von den zuständigen Kommunen sowie dem Landratsamt darauf geachtet werde, mit „geeigneten Maßnahmen“ eine Gefährdung von Tieren, Teilnehmern und Zuschauern bestmöglich zu vermeiden.

Peta hatte argumentiert, Pferde könnten schon bei geringen Störungen in Panik geraten, zudem verfügten Kutschen nicht über geeignete Bremssysteme. Daher seien schwere Unfälle programmiert. In jüngster Vergangenheit hätten sie deutlich zugenommen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren