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Landkreis Günzburg

03.03.2020

Landfrauenrezepte: Rinderbäckchen in Münsterhausen

Stolz zeigt Elisabeth Wiest ihre Kreation: Rinderbäckchen mit Soße, ein Stück Hefaknopf und Schwarzwurzelgemüse, garniert mit Feldsalat.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Elisabeth Wiest kocht ein leckeres Mittagessen für unsere kleine Serie zum Landfrauentag. Das ist ihr Rezept.

Elisabeth Wiest kocht Rinderbäckchen. Als zweite Landfrau stellt sie in unserer Zeitung in Vorbereitung auf den Landfrauentag am 6. März ein Rezept vor – dieses Mal für einen Hauptgang.

Die Tiere, von denen sie das Fleisch nimmt, sind aus der eigenen Zucht. Wiest und ihre Familie haben insgesamt etwa 100 Angusrinder. Als Beilage gibt es Hefaknöpf, also Hefeknödel. Das Rezept hat sie noch von ihrer Mutter. In einem weiteren Topf verbirgt sich ein Schwarzwurzelgemüse. Wiest hat den Eindruck, dass diese Gemüsesorte zunehmend in Vergessenheit gerät. Das finde sie schade. „Ich esse die Schwarzwurzel fast lieber als Spargel“, sagt sie. Dann hebt sie den Deckel mit den Rinderbäckchen. Sie deutet auf eine Stelle, an der das Fleischstück etwas aufklafft und erklärt, dass Rinderbäckchen vom Tierarzt eingeschnitten werden, um ihre Qualität zu untersuchen.

Aus dem Tipp einer Freundin entstand das Rezept

Die Fleischsorte hatte Wiest lange nicht auf dem Schirm, sie kannte eher Bäckchen vom Schwein. Eines Tages fragte eine Freundin sie dann nach den Bäckchen ihrer Rinder. Nachdem Wiest das Gericht in einem Gasthaus probiert und es ihr nicht geschmeckt habe, fragte sie die Freundin, wie man die Bäckchen zubereiten könne. Daraus entstand dann das Rezept, nach dem Wiest die Bäckchen noch heute kocht. Die Version mit Schweinebäckchen war in unserer Region lange verbreiteter, erklärt Elisabeth Wiests Mann Anton, der zum Mittagessen aus dem Stall nach Hause kommt, weil in Bayrisch-Schwaben die Schweinehaltung neben der Milchkuhhaltung gängiger sei als die Mutterkuhhaltung. Das Schweinefleisch sei günstiger und die Schwaben sparsam, fügt er hinzu.

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Allgemein sei wieder im Kommen, dass mehr Teile eines Tieres verwertet würden. Früher sei nur die Zunge ausgelöst und der Rest eines Rinderkopfs als Abfall behandelt worden. Auch nach Knochen zum Fleisch verlangten bei den Wiests inzwischen wieder immer mehr Kunden, berichtet die Bäuerin. Elisabeth Wiest hilft ihrem Mann bei der Vermarktung der Rinderzucht. Sie stammt auch aus der Landwirtschaft, und ihre Mutter sei noch eine „Vollblutbäuerin“ gewesen, die zu Hause und auf dem Hof sehr aktiv war.

Die "Bäuerin mit der Schürze" ist passé

Heutzutage verkörperten Landfrauen nicht mehr das Klischeebild der „Bäuerin mit der Schürze“, das viele Menschen vielleicht vor Augen hätten, erzählt Wiest , sondern suchen viel mehr den Kontakt nach außen, seien kreativ und hätten viele Ehrenämter inne, für die sie sich einsetzten. Außerdem führten heute viele der Frauen das Büro ihres Hofes. Eine Aufgabe, die vorher dem Mann vorbehalten war.

Auch Elisabeth Wiest engagiert sich für die Gemeinschaft. Regelmäßig veranstaltet sie in der Grundschule Münsterhausen einen „Milchtag“, um den Kindern die Landwirtschaft näherzubringen. Viele der Kinder hätten heutzutage keinen Bezug mehr zu dieser Branche. Das liege auch daran, dass es immer weniger Höfe gebe.

Die Landwirtschaft sei, sagt Wiest , ein Generationenvertrag. Die Kinder übernehmen nach dieser Tradition den Hof der Eltern und pflegen diese im Alter. Die Wiests haben das noch so gemacht. Das ist heute allerdings oft nicht mehr der Fall. Manche Landwirte rieten ihren Kindern sogar davon ab, ihnen nachzufolgen, wegen der stressigen Arbeitszeiten. Das führe oft dazu, dass die Eltern im Alter mit einer geringen Rente auskommen müssten. Auch von der Landwirtschaft können die Bauern nicht mehr so gut leben wie früher. Die Fleischpreise seien gesunken, während die Produktionskosten gestiegen seien. „Man muss schon Leidenschaft haben, um weiterzumachen“, sagen die Wiests.

Lesen Sie hier das Rezept zur Vorspeise von Gabriele Strobel :

Landfrau Gabriele Strobel aus Winzer und ein besonderes Rezept

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