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Landkreis Günzburg
03.06.2021

Bürger zählen Insekten im Landkreis Günzburg

Heuer schon einen Marienkäfer entdeckt? LBV und NABU rufen Bürger im Landkreis Günzburg zum Insektenzählen auf. Was hinter dem "Insektensommer" steckt.
Foto: Felix Kästle, dpa (Archivbild)

Heuer schon einen Marienkäfer entdeckt? LBV und NABU rufen Bürger im Landkreis Günzburg zum Insektenzählen auf. Was hinter dem "Insektensommer" steckt.

Es krabbelt, summt und brummt wieder in den bayerischen Gärten. Naturinteressierte können bald wieder eine Stunde lang Insekten beobachten und zählen. Die Mitmachaktion vom LBV und seinem bundesweiten Partner NABU findet von Freitag, 4. Juni, bis Sonntag, 13. Juni, und von Freitag, 6. August, bis Sonntag, 15. August, bereits zum vierten Mal deutschlandweit statt. Eine besondere Rolle spielt wie im Vorjahr der Marienkäfer.

"Auch wenn fast alle das beliebte Glückssymbol kennen, weiß kaum jemand, dass es in Deutschland etwa 70 Marienkäfer-Arten gibt", sagt die LBV-Biologin Angelika Nelson. "Den bekanntesten, bei uns heimischen Siebenpunkt-Marienkäfer können wir häufig entdecken." Immer öfter ist auch der Asiatische Marienkäfer zu beobachten, der auch Harlekin-Marienkäfer genannt wird. Diese Art wurde nach Europa eingeführt, um in Treibhäusern auf Blattlausjagd zu gehen. Wie weit sich die invasive Art bereits verbreitet hat, soll nun der Insektensommer zeigen. Dafür sollen die Teilnehmer melden, wie oft sie den Asiatischen und den Siebenpunktmarienkäfer entdecken konnten.

Gezählt wird im Landkreis Günzburg eine Stunde lang

Beobachten und zählen kann jeder - und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang. Die Beobachtungen können online gemeldet werden unter www.lbv.de/insektensommer.

Jeder gesichtete Sechsbeiner soll LBV und NABU gemeldet werden. Jetzt im Frühsommer soll dabei auf einige in Deutschland häufig vorkommende Arten besonders geachtet werden: Steinhummel, Florfliege, Hainschwebfliege, Tagpfauenauge, Lederwanze, Blutzikade und Admiral. "Die anschaulichen Insektenporträts auf der LBV-Webseite helfen, die Insekten zu bestimmen", so Angelika Nelson. Und wenn man sich bei der Art nicht sicher ist, kann man auch einfach die Gruppe von Insekten angeben, zum Beispiel Schmetterling oder Käfer. "Ein warmer, trockener und windstiller Tag ist zum Insektenzählen am besten geeignet", ergänzt die LBV-Biologin. Eine Erkundungstour in die Insektenwelt sei schon auf kleinstem Raum möglich, wie zum Beispiel der Blick in die Blumentöpfe auf dem Balkon.

Zählaktion "Insektensommer" wird von LBV und NABU ausgewertet

Der LBV engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz der Insekten. Sie sind unverzichtbar für uns Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust von Strukturen wie Hecken und Saumbiotopen in der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund. Die Daten zur Zählaktion "Insektensommer" werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst, von LBV und NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. Mehr Infos unter www.lbv.de/insektensommer. (AZ)

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